Zwischen dem 15./17. November wölbt sich das Azorenhoch bei England auf und schließt sich in Form eines Hochdruckrückens kurzzeitig mit dem osteuropäischen Hochdrucksystem zusammen. Gleichzeitig tropft zum 14. November ein Tiefdrucksystem über das Mittelmeer ab, so dass es im Süden zeitweise stark bewölkt, sonst bei zähem Nebel teilweise den ganzen Tag trüb bleibt. Die Temperaturen steigen - je nach Sonnenscheindauer - auf +2/+8 Grad an und es bleibt überwiegend niederschlagsfrei. Am 18./19. November weicht das Azorenhoch in Richtung Westen aus, wobei das Tiefdrucksystem über dem Mittelmeer weiterhin erhalten bleibt - über Deutschland wird das Wetter mit +2/+6 Grad zunehmend nasskalt, wobei sich Niederschläge in Grenzen halten - vielmehr ist es besonders in den Gebieten südlich der Mittelgebirge der teils dichte Nebel, der mit etwas Sprüh- oder Nieselregen für etwas Niederschlag sorgen wird. Ab dem 20. November zeigen die Simulationen der Wettermodelle unterschiedliche Varianten. Das amerikanische Wettermodell zeigt zunächst ein Blockadehoch auf dem Atlantik, welches sich im weiteren Verlauf über England bis nach Skandinavien "legt". In Deutschland wäre bei solch einer Variante eine Ost-West Strömung bei teils zähem Nebel und Temperaturen zwischen +1/+6 Grad am wahrscheinlichsten. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so bleibt das Azorenhoch auf dem Atlantik und wölbt sich zum 18./20. November in Richtung Grönland auf - eine Atlantikblockade mit erhöhter Trogwahrscheinlichkeit über Mitteleuropa mit nasskaltem Wetter im Flachland und winterlichen Optionen in höheren Lagen ist bei dieser Konstellation am wahrscheinlichsten. Beide Varianten haben jedoch eines gemeinsam - ein Ende des sog. Westdrift. Ein Indikator hierfür ist der sog. NAO-Index, der nach dem 17. November zunehmend neutral bis negativ simuliert wird, was wiederum auf ein Aufwölben des Azorenhochs mit entsprechender Atlantikblockade hindeutet. Das Strömungsmuster der Kontrollläufe über Mitteleuropa ist zu 45 Prozent ein meridionales Nord - Süd Muster, aber eben auch die trüben und niederschlagsarmen Ost-West Varianten sind mit 28 Prozent nicht unwahrscheinlich. Das Temperaturspektrum zeigt am 18. November Werte zwischen +3/+10 Grad (Mittelwert +6 Grad) und am 22. November -1/+8 Grad bei einem Mittelwert von +4 Grad. Welche Wetterentwicklung ist denn nun im letzten November-Drittel zu erwarten? Um eine abschließende Schlussfolgerung aus den Simulationen zu ziehen muss abgewartet werden, wie sich das Hochdrucksystem verhalten wird. Betrachtet man das Strömungsmuster der Stratosphäre, so teilt sich der Jetstream über Mitteleuropa in eine nördliche und südliche Komponente auf, was auf eine Tendenz des gestörten Zirkulationsmuster hindeutet. Nasskalte Troglagen mit kurzfristigen Kaltlufteinschüben aus dem Norden bleibt aktuell die wahrscheinlichste Variante für das letzte November-Drittel.

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