Bereits seit Tagen berichten wir über die zunehmende Turbulenz entlang der Polarfront. Der Grund hierfür war ein kräftiges Tief über der Bering-See, welches entsprechende Gegenreaktionen in Form von kräftigen Hochdrucksystemen ausgelöst hat. Die Stratosphäre gerät zunehmend - vereinfacht ausgedrückt - in eine Wellenbewegung, welche langsam von West nach Ost wandert. So bleibt das Wetter bis zum 15. November über Mitteleuropa wechselhaft, wobei sich der Grundcharakter des Wetters zunächst einmal beruhigt, wobei der Norden hin und wieder von Tiefdruckausläufern gestreift wird, während sich im Süden des Öfteren die Sonne blicken lassen kann. Gänzlich trocken wird es vom 11. bis zum 15. November nicht bleiben. So kommt es entlang der Küste zu Niederschlagssummen zwischen 10-15 l/m², in der Mitte zwischen 2-8 l/m² und im Stau der Alpen von 20-30 l/m². Die meisten Niederschläge werden im Verlauf des Donnerstag und Freitag erwartet. Die Temperaturen verbleiben mit +3/+10 Grad im November-typischen Bereich und in den Nächten erhöht sich - je nach Aufklaren - mit bis -2/+7 Grad die Nachtfrostgefahr. Die Wetterentwicklung über den 15. November hinaus ist für Meteorologen äußerst spannend, da die Turbulenzen, bzw. Wellenbewegung entlang der Polarfront auch Mitteleuropa erreichen. Die Wettermodelle simulieren früher oder später die weitere Entwicklung relativ einheitlich. Auf dem Atlantik blockiert das Azorenhoch die Westwetterlage, der Kältepol bei Grönland wird nach Osten verlagert und über Skandinavien positionieren sich tiefe Luftdruckgradienten, wobei in regelmäßigen Abständen Tiefdrucksysteme in Richtung Mittelmeer abtropfen können. Anders ausgedrückt wird eine Trogwetterlage zwischen dem 17./21. November über Mitteleuropa zunehmend wahrscheinlicher (41 Prozent), ob es im Detail für einen Wintereinbruch reicht, oder ob es nur zu nasskaltem Erkältungswetter reichen wird, bleibt zum aktuellen Stand abzuwarten. Die Kontrollläufe simulieren nach dem 17. November zunehmend einen - gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel - negativen Temperaturtrend. So zeigt das Temperaturspektrum bspw. am 20. November Werte zwischen -1/+10 Grad und einen Mittelwert von +5 Grad. Das nasskalte und wechselhafte Szenario ist für Lagen unterhalb 500 Meter zwischen dem 17./24. November nicht die unwahrscheinlichste Variante. Der Jetstream hat zum 16./18. November mit Grönland - England - Karasee eine ungewöhnliche Verlaufsstruktur, so dass im letzten November-Drittel auch eine östlich gerichtete Kontinentalkomponente mit relativ kalten und trockenem Wetter über Mitteleuropa denkbar ist. Das Langfristmodell bleibt jedoch bei seiner leicht bis deutlich zu warmen Wettervorhersage für den November. Bei den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar hat sich ebenfalls so gut wie nichts verändert: ein normaler bis leicht zu warmer Winter mit einer etwas erhöhten Niederschlagsneigung im Süden ist demnach zu erwarten.

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