War die kommende Großwetterlage im letzten Januar Drittel noch von den Wettermodellen differenziert simuliert worden, sind nun einheitlichere Varianten vorhanden, so dass man langsam von einer wahrscheinlich eintretenden Wetterlage sprechen kann (66%). Das Winterwetter hat Deutschland noch bis einschließlich Samstag fest im Griff - der vorläufig kälteste Tag wird mit -9/-1 Grad wohl der Freitag werden, die kälteste Nacht folgt mit bis -17 Grad (-4/-9 Grad) auf Samstag. Der Kaltluftausbruch über dem östlichen Kanada bis in den Atlantik hinein bringt die bisherige Großwetterlage in der neuen Woche durcheinander. Durchweg simulieren die Wettermodelle ein steuerndes Zentraltief zwischen Island und England, dessen Ausläufer mit milder Luft auch Deutschland erreichen werden. Das Hochdrucksystem erstreckt sich von Skandinavien bis nach Grönland und sorgt dafür, dass die Tiefdruckrinne aus dem Westen sehr weit nach Süden verschoben wird (südliche Westlage). So weit, so klar. Im Detail gibt es in Folge daraus sehr unterschiedliche Lösungsansätze, da - je nach Stärke der Tiefdrucksysteme aus dem Westen - die kalte Luft sich in Deutschland behaupten kann, oder weg gepustet wird. Am wahrscheinlichsten ist heute die folgende Variante: es gibt eine kurzzeitige Milderung zwischen dem 20./23. Januar mit überwiegend nasskaltem Wetter und einer ansteigenden Schneefallgrenze auf etwa 600-800 Meter. Darüber hinaus deutet sich eine Meridionalisierung (Nord-Süd Achse) der Systeme zueinander an - welche über den 23. Januar hinaus eine Grenzwetterlage ermöglichen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fortbestand des winterlichen Wetters liegt im Norden höher als im Süden - grundsätzlich sollte es oberhalb etwa 500 Meter winterlich bleiben. Die eisige Kälte ist über das gesamte letzte Januar Drittel nicht weit von Deutschland entfernt - Überraschungen sind nicht ausgeschlossen. Das Langfristmodell zeigt für das Wetter im Februar eine normale bis zu kalte Simulation, wobei es im Norden kälter ist, als im Süden. Das Skandinavienhoch könnte das Wetter also - zumindest im Norden - noch längere Zeit beeinflussen. Deutlich zu nass wird hingegen das Wetter im Süden simuliert. Anders ausgedrückt zeigt auch das Langfristmodell eine überwiegend südliche Westlage mit allem was dazu gehört. Was macht der Polarwirbel? Der AO-Index bleibt negativ, der Polarwirbel weiterhin gesplittet (1050 hpa Hochdruck in der Polarregion) mit möglicher Wellenbewegung Mitteleuropa. Der Jetstream nimmt wieder an Fahrt auf (bedingt durch den Kaltluftausbruch auf dem Atlantik), bleibt über Europa auf einer sehr südlichen Bahn (zwischen Mittelmeer und Afrika) - alles in allem Randfaktoren, die auf gemäßigtes Winterwetter hindeuten. Auf mildes Wetter deutet der im letzten Januar Drittel leicht positive NAO-Index hin, welcher im wesentlichen die Postion von Azorenhoch und Islandtief beschreibt. Im Laufe des Abends wird die Wetterprognose aktualisiert.
Update:
Die Details bleiben unklar, der Wettertrend wird dagegen immer klarer erkennbar. Eine südliche Westwetterlage mit zunehmender Meridionalisierung wird im letzten Januar Drittel immer wahrscheinlicher. Die kalte Luft bleibt über dem nördlichen Europa erhalten, die Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa bleiben Gradientenschwach. Was könnte das für Wetter zur Folge haben? Zunächst ist eine Übergangsphase zwischen dem 20-23. Januar nasskalt, bei der die Temperaturen im Süden tagsüber auf 0/+3 Grad ansteigen können. Anschließend kühlt sich sich die Luft am Boden weiter aus, da die Durchmischung der Luftschichten fehlt (Gradientenschwach), so dass der bis zum 19. Januar im Süden gefallene Schnee nur eine kurze Tauphase haben wird. Im Norden und Osten bleibt es hingegen bei Dauerfrost und in den Nächten ist es überall frostig. Im weiteren Verlauf wird eine zunehmende Tendenz zu einer Grenzwetterlage simuliert. Das ist ein mögliches Szenario, dessen Prognosegüte bei etwa 56% liegt.

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