Wetterprognose: Keine normale Wetterentwicklung
Ein Hoch dehnt sich nach Ostern über dem Norden weiter aus und umspannt weite Teile der Nordhalbkugel. Ein Phänomen, was man nicht allzu häufig zu Gesicht bekommt.
Unterwanderung. Das Osterhoch zieht sich im Verlauf der Woche nach Norden zurück und dehnt sich bis zum Ende der Woche in einem Bereich von Grönland bis über das westliche Russland aus. Bevor sich das Hoch aber nach Westen ausdehnen kann, wird es an seinem südlichen Gradienten von einem Tiefdrucksystem unterwandert.
Leicht wechselhaftes Aprilwetter
Sonne und Wolken wechseln sich im Wochenverlauf ab und über den östlichen Landesteilen ist am Dienstag und über den südlichen am Samstag mit etwas Regen zu rechnen, sonst bleibt es trocken (Niederschlagsprognose). Der Wind kommt aus überwiegend östlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen - je nach Sonnenscheindauer - zwischen +14 bis +18 Grad, bzw. +12 bis +15 Grad. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter April 2022.
Die vollständig gestörte Zirkulation
Mit den aktuellen Wetterprognosen der beiden Vorhersage-Modelle wird der Trend der letzten Tage noch einmal bestätigt. Eine Westwetterlage hat auf diese Art und Weise keine Chance, sich durchzusetzen. Entscheidend aber für den weiteren Verlauf wird sein, wie sich das Hoch verhalten wird. Keilt es in den Polarwirbel hinein vor, oder sackt es über Europa nach Süden ab?
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Verkappte Südwestwetterlage
Das Hoch verhält sich nach der Wettervorhersage der Europäer eigenwillig und verlagert seinen Schwerpunkt bis zum 25. April weiter nach Westen in Richtung Grönland und Island und lässt erkennen, dass es bis zum Start in den Mai gedenkt, noch weiter nach Westen - in Richtung Kanada und Alaska - zu streben.
Schwache Tiefdruckaktivität
Sollte dem Hoch diese Positionsveränderung gelingen, so würde die atlantische Frontalzone schachmatt gesetzt. Da gibt es nichts, was die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik zur Dynamik verhelfen kann. Bleibt der klägliche Rest, der am südlichen Hochdruckgradienten umherwabert.
Und dieser Tiefdruckrest wird vom Hoch an Ort und Stelle gehalten. Das führt jedoch dazu, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz in den Einflussbereich dieser schwachen Tiefdruckdynamik geraten. So sind vom 24. bis 26. April immer wieder Schauer und örtliche Gewitter nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen pendeln sich - je nach Sonnenscheindauer - auf +12 bis +18 Grad ein.
Wettertrend nach dem amerikanischen Wettermodell: Ein Hauch von Frühsommer
Ein Hoch spielt auch in der Wetterprognose der Amerikaner die Hauptrolle. Das Hoch verhält sich jedoch anders und driftet nicht über Kanada in Richtung Alaska ab.
Die Gefahr eines Betonhochs
Stattdessen gelingt es dem Hoch, seinen Standpunkt zwischen Island, dem europäischen Nordmeer und Skandinavien zu festigen. Bis zum 26. April gelingt es dem Hoch eine Achse nach Süden auszubilden und auf diese Art und Weise die atlantische Frontalzone schachmatt zu setzen.
Vollfrühling
Den Tiefdrucksystemen bleibt der Weg in Richtung Europa verwehrt und laufen voll auf das Hochdrucksystem auf. Die Grundströmung dreht über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf südwestliche bis südliche Richtungen und mit viel Sonnenschein erreichen die Temperaturen bis zum 26. April Werte von +15 bis +20 Grad, die dem Vollfrühling zuzuschreiben sind und dem Frühsommer entgegenstreben. Die Niederschlagsausbeute ist als gering zu bewerten.
Kippmuster im Mai
Das Hoch dominiert bis zum 1. Mai das Wetter uneingeschränkt und die Temperaturen steigen mit +16 bis +22 Grad sogar noch etwas an. Das Hochdruckzentrum aber verlagert sich weg von Skandinavien und befindet sich zum 1. Mai auf dem Atlantik zwischen Island und England. Damit wird die nicht vorhandene
atlantische Frontalzone weiterhin blockiert, doch kann sich über dem westlichen Mittelmeer über Portugal und Spanien ein Tiefdrucksystem ausbilden, das sich bis zum 3. Mai weiter nach Osten verlagert.
Meridionales Strömungsmuster
Dem Tief gelingt es, das Hoch nach Westen zu drücken und seinerseits nach Nordosten aufzustreben. Damit kippt das Strömungsmuster von Ost-West auf Nord-Süd und kühlere Luftmassen können nach Deutschland geführt werden. Simuliert werden am 3. Mai über dem Norden Tageshöchstwerte von +10 bis +14 Grad und über dem Süden von bis +18 Grad. Dazu gibt es viele Wolken und zeitweilige - meist leichte - Schauer.
Auf den Punkt gebracht: Keine normale Wetterentwicklung
Das Hoch ist - egal in welcher Prognose - allumfassend und dominiert überragende Teile der Großwetterlage. Die atlantische Frontalzone existiert gewissermaßen nicht mehr und wird, bis auf ein paar wenige Tiefdrucksysteme, komplett auf Eis
gelegt. Mit einer Westwetterlage ist nach wie vor nicht zu rechnen.
Betonhoch oder Überraschungseffekte?
Doch trotz der Hochdruckdominanz bleibt die Wetterentwicklung nicht langweilig. Gerade am südlichen Gradienten ist das Hoch für Störungen anfällig, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz immer wieder für Schauer gut sein kann.
Nur wenn sich das Hoch nach Süden ausdehnt, besteht die Gefahr
eines Blockadehochs, was aufgrund seiner Struktur und der wenig aktiven Tiefdruckdynamik sich zu einem sog. Betonhoch
weiterentwickeln kann. In diesem Fall wäre bis Ende April und auch noch in der ersten Mai-Dekade mit einem trockenen Wetter zu rechnen.
Betrachtet man die Wahrscheinlichkeiten, so ist vom 21. April bis 4. Mai eine über dem Norden nur geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit auszumachen, was an der Nähe zum Hochdrucksystem liegt. Weiter nach Süden steigen die Niederschlagssignale ab dem 24. April in den leicht erhöhten Bereich an, was auf eine zunehmende Schaueraktivität schließen lässt. Anders formuliert lässt das - im Moment - nicht den Rückschluss auf ein Betonhoch
.
Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe erstreckt sich vom 20. April bis 1. Mai in einem für die Jahreszeit durchweg leicht zu warmen Bereich und sinkt Anfang Mai über dem Norden etwas ab. Anders formuliert bewegen sich die Temperaturen mit +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad im durchweg frühlingshaft milden Bereich.
Schaut man sich den Mittelwert aller Kontrollläufe an, so erkennt man unschwer das allumfassende Hochdrucksystem. Bis zum 26. April ist die über Deutschland die Ausbildung der Süd-Südwest-Achse zu erkennen, was die Temperaturen durchaus in den frühsommerlich warmen Bereich ansteigen lassen kann. Bis zum 3. Mai konsolidiert das Hoch weiter, die Südwestachse aber bleibt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit erhalten.
Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
---|---|---|
24. April | +8 bis +21 Grad |
+14 bis +16 Grad |
28. April | +9 bis +25 Grad |
+15 bis +17 Grad |
3. Mai | +5 bis +26 Grad |
+13 bis +15 Grad |