Für die südlichen Regionen wird in den aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen vor ergiebigen Niederschlägen gewarnt (Warnlagenbericht), sonst bleibt das Wetter über Deutschland in den kommenden Tagen durchwachsen und die Temperaturen bewegen sich mit +15/+20 Grad meist im mäßig warmen Bereich und können - je nach Niederschlagssituation, bzw. Sonnenscheindauer - auch darüber oder darunter liegen. Erst ab Freitag zeigt sich eine zögerliche Wetterbesserung und bis zum Sonntag können die Temperaturen wieder auf +20/+25 Grad ansteigen (Details s. Wettervorhersage Juli 2016).

Die Wetterbesserung zum kommenden Wochenende ist einem Hochdruckkeil des Azorenhochs zu verdanken, welcher sich von Spanien über Frankreich und Deutschland bis über das östliche Europa erstrecken kann. Das amerikanische Wettermodell berechnet die Hochdruckbrücke im darauf folgenden Zeitraum zwischen dem 17./23. Juli als instabil und kann sich nicht wirklich gegenüber den Tiefdrucksystemen durchsetzen, weicht aber auch nicht sonderlich weit zurück, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz im Einflussbereich des Hochdrucksystems verbleiben können. In Folge dessen scheint in diesem Zeitraum wohl häufiger die Sonne bei einer geringen Niederschlagserwartung und mit einer südlichen Anströmung der Luftmassen können die Temperaturen auf +22/+27 Grad ansteigen und örtlich auch die +30 Grad Marke erreichen. Störungseinflüsse von Tiefdrucksystemen sind nach diesen Berechnungen am 21./22. Juli nicht auszuschließen. Im Zeitraum vom 23./27. Juli simuliert das amerikanische Wettermodell weiterhin eine hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, jedoch gelingt es dem Hochdruckkeil seine Position mehr und mehr über Mitteleuropa zu festigen, so dass die Tiefdrucksysteme frühzeitig blockiert, bzw. abgelenkt werden können. Anders formuliert zeigt sich - zum heutigen Stand und nach dieser Berechnung - eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer sommerlichen Großwetterlage im letzten Juli-Drittel.

Das europäische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 17./20. Juli einen Hochdruckaufbau über Mitteleuropa, dessen Achsverlauf weiter westlich positioniert ist, so dass rasch wärmere Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Im Grunde ist diese Wetterentwicklung jedoch der des amerikanischen Wettermodells recht ähnlich, so dass sich zum 20./21. Juli auch hier eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für Tiefdruckeinfluss ergeben kann.

Kommt nun der Sommer im letzten Juni-Drittel mit einer stabilen Großwetterlage? Zwar zeigten die Wettermodelle in den letzten Tagen immer wieder die Tendenz für den Aufbau von hohem Luftdruck über Mitteleuropa, jedoch scheint das noch keine "ausgemachte" Sache zu sein. Warum? Die Hochdruckbrücke, bzw. der Hochdruckkeil zeigt noch eine Labilität, so dass Störungseinflüsse mit einer minimal anderen Zugbahn das System, bzw. die Voraussetzungen wieder verändern kann. Deutlicher zeigt sich das in den Kontrollläufen der Wettermodelle, dessen Temperaturtrend im Zeitraum 17./22. Juli klar positiv ist (und somit auch wahrscheinlich), im weiteren Verlauf jedoch zu einem sich normalisierenden Temperaturverlauf tendiert. So liegt das Temperaturspektrum am 20. Juli zwischen +20/+31 Grad (Mittelwert: +24/+26 Grad) und am 26. Juli zwischen +18/+28 Grad (Mittelwert: +23/+25 Grad).

Das Langfristmodell berechnet in seiner Wetterprognose Sommer 2016 im Juli im Mittel eine deutlich negative Niederschlagserwartung (zu trocken) und im August zeigen sich kaum Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Sollwert - im Trend könnte der August auch leicht zu trocken ausfallen. Hinsichtlich der Temperaturen könnte der Juli über dem Norden leicht zu kalt, sonst - wie der August auch - gegenüber dem vieljährigen Mittelwert normal ausfallen.

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