Waren die Wetterentwicklung im Zeitraum 14./19. Dezember in den letzten Tagen noch offen, so werden die Simulationen der Wettermodelle nun einheitlicher und berechnen einen Temperaturverlauf, welcher weiterhin für die Jahreszeit zu mild ist. Wie mild? Die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert beträgt gemäß dem Mittelwert der sog. Kontrollläufe im Zeitraum 14./19. Dezember zwischen +1/+4 Grad. Das das erste Dezember-Drittel bereits um +6 Grad zu warm war, ist bereits heute davon auszugehen, dass das Wetter im Dezember zu warm, bzw. zu mild ausfallen wird.

Die Fragen der letzten Zeit, welche uns per E-mail erreichen, häufen sich aktuell mit immer der gleichen Fragestellung: "wann kommt der Winter, wann kommt der Schnee und wird es weiße Weihnachten geben"? Die Frage nach "Wann kommt der Winter, bzw. wann kommt Schnee" kann bis zum 20. Dezember in etwa so beantwortet werden: unwahrscheinlich in tieferen Lagen, wenig wahrscheinlich in mittleren Lagen und wahrscheinlich erst ab Lagen oberhalb etwa 1.300 Meter. Das ist für alle ernüchternd, welche auf gute Bedingungen in den jeweiligen Skiregionen und für alle, die sehnsüchtig auf Schnee warten - schaut man auf die aktuellen Schneehöhen, so liegt in den deutschen Skigebieten nicht all zu viel bis gar kein Schnee.

Ändert sich das vor Weihnachten? Als weiterhin spannend zu bewerten ist die Kaltluftansammlung im Bereich zwischen Grönland, europäischen Nordmeer, Barentssee und Karassee, welche nur darauf wartet, nach Süden ausbrechen zu dürfen. Ob Deutschland davon betroffen sein kann hängt davon ab, wie sich die Wettersysteme zueinander positionieren - insofern ist hinsichtlich weiße Weihnachten noch vieles Möglich.

Das amerikanische Wettermodell simuliert heute eine massive Kaltluftansammlung über dem europäischen Nordmeer und auch die Grundkonstellation ist mit einem Tiefdruckwirbel über der Barentssee/Karassee und einem Hoch über Grönland als günstig für einen Kaltlufttransport nach Süden zu bezeichnen. Allerdings haben die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik etwas "dagegen" und positionieren zum 20. Dezember ein kräftiges Tiefdrucksystem, welches sich von Neufundland bis über Skandinavien erstrecken kann. Deutschland würde nach dieser Variante zunächst einmal bis zum 22./23. Dezember auf der warmen Vorderseite des Tiefdrucksystems liegen und nachfolgend würden sich Möglichkeiten der Zufuhr kalter Luftmassen nach Süden - auch nach Deutschland - ergeben. Somit bleibt das sich im Norden ansammelnde Kaltluftpotential ein Unsicherheitsfaktor für die kommenden Wetterprognosen, so dass in den kommenden Tagen Schwankungen in den Simulationen der Wettermodelle in die kalte als auch warme Richtung nicht verwunderlich wären. Weiße Weihnachten sind zum heutigen Stand definitiv nicht auszuschließen, wenngleich die Wahrscheinlichkeit in tieferen Lagen generell niedrig anzusetzen ist. Wie sind die Wahrscheinlichkeiten für grüne oder weiße Weihnachten verteilt? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 20. Dezember bei 20/30/50 und am 24. Dezember bei 25/35/35.

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