Heute Vormittag berechnete insbesondere das amerikanische Wettermodell eine relativ kalte Variante zum Start in die Osterferien, bei der auch Schnee- und Graupelschauer teils bis in tiefere Lagen um den 10./13. April möglich gewesen wären. Es zeigte sich aber in den Kontrollläufen, dass die Variante des Vorhersagemodells deutlich zu kalt gegenüber den anderen Simulationen war. Es kommt nun darauf an, ob sich der Trend bestätigt, oder ob die Wetterentwicklung gemäßigter – wie bspw. Nach dem europäischen Wettermodell - ablaufen kann.

Heute Nachmittag berechnet das amerikanische Wettermodell einen Kaltluftschub im Verbund von einem Tiefdrucksystem über Skandinavien und einem Hochdruckkern über England im Zeitraum vom 6./7. April. Da dieser bereits seit einigen Tagen von beiden Wettermodellen berechnet wird, ist dieser "Kaltlufteinbruch" als sehr wahrscheinlich einzustufen und wird mehrheitlich von den Kontrollläufen gestützt. Im Zeitraum vom 6./8. April "drückt" ein Tiefdrucksystem auf dem Atlantik das Hoch bei England weiter nach Osten weg, so dass dieses sich über England Deutschland und der Mittelmeerregion mit Kern über den Alpen verlagern kann. Es wird in diesem Zeitraum nicht nur wieder wärmer, sondern auch insgesamt trockener werden können. Das vormalige Tief auf dem Atlantik verlagert sich zum 7./8. April über Skandinavien und kann sich dort weiter intensivieren. Gleichzeitig bildet sich von Grönland nach Süden in Richtung der Azoren ein Hochdruckkeil aus, was das Hoch über Mitteleuropa schwächt und im Verbund mit dem Tief über Skandinavien / Barentssee das Zirkulationssystem meridionalisieren lassen (Strömungsverhältnisse von Nord-Süd, Süd-Nord). Anders formuliert zeigt sich auch in den Berechnungen von heute Nachmittag eine Tendenz zur Trogausbildung Mitteleuropa vom 8./12. April.

Schnee- und Graupelschauer sind typisch für den April und nicht außergewöhnlich


Wie kann das Wetter an Ostern 2017 werden? Zwar neigt ein Trog gerne dazu sich mit seinem Zentrum über Mitteleuropa auszudehnen, es gibt aber auch Feinheiten in dessen Entwicklung. So gibt bei einem Trog immer eine warme Vorderseite, eine kalte "Mitte" und eine warme Rückseite. Ein Trog Mitteleuropa bedeutet keinesfalls zwangsläufig kaltes Wetter für Deutschland, nur die Wahrscheinlichkeit hierfür ist eben höher. Schaut man auf die aktuellen Berechnungen für den Zeitraum vom 12./16. April, so kann sich der Trog nicht all zu lange halten. Der „Höhepunkt der tiefen Temperaturen werden mit +6/+12 Grad für den 13.April berechnet - zuvor könnten am 10. April noch +14/+18 Grad erreicht werden. Das spricht für eine apriltypische Wetterentwicklung. Kurz vor Ostern dann die Kehrtwende. Simuliert wird zwischen dem östlichen Kanada und Grönland am 12./13. April ein Kaltluftvorstoß in Richtung Neufundland, was die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik generell anregt und eine Trogwetterlage Mitteleuropa weniger beständig machen könnte. So wird für Karfreitag ein Tiefdrucksystem zwischen Island und England berechnet. Deutschland, Österreich und auch die Schweiz könnten in die milde Vorderseitenanströmung des Tiefdrucksystems gelangen, was die Temperaturen über Ostern auf ein frühlingshaft mildes Niveau ansteigen lassen könnte. Simuliert werden für den Ostersonntag +15/+20 Grad und für den Ostermontag +16/+21 Grad. Aufgrund zur Nähe des Tiefdrucksystems wäre in dieser Variante über dem Westen mit einer höheren Niederschlagswahrscheinlichkeit als über dem Osten zu rechnen.

Die Analyse zeigt, dass die Kaltluftvorstöße ganz typisch für den April sind - meist fallen diese in den Zeitraum vom 6./13. April, was auch in 2017 der Fall sein könnte. Statistisch betrachtet geht der Temperaturtrend nach dem 13. April stets in Richtung Frühling und auch das bestätigen die Simulationen von heute Nachmittag. Mit anderen Worten: eine turbulente, aber durchaus normale Wetterentwicklung ist zum heutigen Stand eine durchaus wahrscheinliche Variante.
Diagramm für Temperaturentwicklung Ostern vom 2. April 2017

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen