Spannende Wetterentwicklungen simulieren derzeit die Wettermodelle - allen voran das amerikanische Wettermodell. In den letzten Tagen und auch heute Morgen wurde das Zirkulationsmuster mit dem Beginn der Osterferien am 10. März so berechnet, dass zwischen einem Hoch bei England und einem Tief über Skandinavien und der Barentssee kalte Luftmassen arktischen Ursprunges bis nach Deutschland hätten geführt werden können. In Folge daraus wäre ein apriltypischer Wettercharakter zu erwarten bei dem Schnee- und Graupelschauer bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen wären.

Heute Nachmittag berechnet das amerikanische Wettermodell eine weitere Variante. So gelingt im Zeitraum vom 4./6. April nach wie vor der Aufbau von hohem Luftdruck über England, während sich zur gleichen Zeit über der Barentssee das Tiefdrucksystem etablieren kann. Die Veränderung zeigt sich im Zeitraum vom 7./8. April, bei der ein weiteres Tiefdrucksystem auf dem Atlantik eine Ausdehnung des Hochdrucksystems nach Westen verhindert und das Hoch nach Osten über das östliche Europa und dem östlichen Mittelmeerraum weg drücken kann.

Im Prozess der Positionsverschiebung verlagert sich das Hochdrucksystem über Deutschland und später gelangt Mitteleuropa auf die westlichen Hochdruckgradienten, was im Verbund mit dem Tief auf dem Atlantik zu einer neuerlich warmen Vorderseitenanströmung führen kann, wie es bspw. Aktuell der Fall ist. Das europäische Wettermodell berechnet im Übrigen eine ganz ähnliche Variante. Kurzum: im Zeitraum vom 4./8. April kann es etwas frischer werden, darüber hinaus steigt die Temperaturtendenz nach der aktuellen Simulation wieder an.

Mitte April - passend zu Ostern - blüht schon der Löwenzahn


Man darf durchaus skeptisch sein, wenn ein Wettermodell von Simulation zu Simulation größere Sprünge in den Berechnungen aufweist. Das zeigt zum einen, dass die Wetterentwicklung mit Beginn der Osterferien und auch über Ostern noch keinesfalls gesichert ist und zum anderen, dass noch eine Vielzahl an weiteren Wetterentwicklungen möglich ist. Einen Anhaltspunkt wie sich das Wetter entwickeln könnte, liefern die Kontrollläufe, welche seit Tagen eine konservative Wetterentwicklung aufzeigen: eine Jahreszeit-typische. So liegen die Temperaturen in 1.500 Meter Höhe im Zeitraum vom 10. bis 15. April (ein Tag vor Ostersonntag) im Bereich zwischen -2/0 Grad über dem Norden und +2/+4 Grad über dem Süden. In tieferen Lagen könnten sich die Temperaturen im Bereich zwischen +12/+15 Grad bewegen. Aber alleine das Süd-Nord Gefälle der Temperaturen zeigt, dass die kalte Luft nicht weit von Deutschland entfernt ist.

Diagramm für Temperaturentwicklung Ostern vom 31. März 2017

Mal völlig unabhängig von der Temperaturentwicklung - in der Niederschlagsentwicklung berechnen die Kontrollläufe im Zeitraum vom 10./15. April eine ansteigende Niederschlagswahrscheinlichkeit, was aber bereits seit Tagen so simuliert und heute nochmals bestätigt wird. Zusammenfassend ist zum heutigen Stand ein wechselhafter Wettercharakter vor Ostern wahrscheinlicher als eine stabile Hochdruckwetterlage. Wie sich die Temperaturen aber entwickeln werden, bleibt heute noch unbeantwortet.

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