Mit einem Tiefdrucksystem über der Barentssee zum 7./8. April berechneten die Wettermodelle heute Morgen durchaus auch die Möglichkeit einer kühleren Wetterentwicklung, bei der sich das Hochdrucksystem nicht nach Osten in Richtung Skandinavien, sondern weiter nach Westen in Richtung England/Island ausdehnen konnte. In Folge dessen wäre eine nördlich ausgerichtete Grundströmung zum Beginn der Osterferien möglich gewesen.

In der Simulation von heute Nachmittag berechnet das amerikanische Wettermodell das Wetter ab dem 10. April differenzierter, jedoch auch mit einer deutlichen Entwicklungstendenz. So bildet sich nach der Überquerung des Tiefdruckausläufers vom kommenden Wochenende ein neuerliches Hochdrucksystem über England aus, dessen Versuch sich bis nach Skandinavien auszudehnen aber an einem über der Barentssee befindlichen Tiefdrucksystems scheitert. So gelangt Deutschland langsam aber stetig auf die östliche Gradientenseite des Hochdrucksystems und somit in eine nordwestliche Grundströmung, was die Temperaturen allmählich zurückgehen lassen kann. So werden in den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Wettermodells die Temperaturen bspw. für den 7. April mit +7/+12 Grad deutlich kühler berechnet.

Kühler Start in die Osterferien?

Im Zeitraum vom 8./10. April liegt das Tief weiterhin über der Barentssee, während zeitgleich ein Tief auf dem Atlantik das Hochdrucksystem bei England abschwächt und dieses sich nach Süden über die Azoren zurückziehen kann. So kann es der atlantischen Frontalzone gelingen, sich im Zeitraum vom 10./12. April über dem südlichen Skandinavien, bzw. Deutschland zu positionieren und für einen deutlich unbeständigeren Wettercharakter sorgen. Ob es dabei kalt oder warm werden kann, hängt ganz von der Position des Tiefdrucksystems ab. Nach den Berechnungen von heute Nachmittag zentralisiert sich das Tiefdrucksystem bei England, was über Deutschland zu einer Grenzwetterlage führen kann welche relativ kühle Luftmassen über dem Nordwesten von warmen Luftmassen über dem Südosten trennt. Berechnet werden bspw. für den 13. April +8/+13 Grad über dem Norden und +15/+21 Grad über dem Süden. Da ist also noch viel Entwicklungsspielraum vorhanden. Grundsätzlich bestätigt sich aber der Trend der letzten Tage für ein zunehmend unbeständigeren Wettercharakter zu den Osterferien und kurz vor Ostern.

Wetter Ostern: frühlingshaft mild oder doch noch kalt?


Kontrollläufe bestätigen unbeständigen Wettercharakter vor Ostern

Die Kontrollläufe berechnen einen eindeutigen Trend der Temperaturentwicklung. Zunächst liegt der Mittelwert vom 1./3. April mit +2/+4 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert, sinkt dann leicht ab und steigt vom 7./9. April wieder an und zeigt darüber hinaus Tendenzen zur Normalisierung. So liegt das mögliche Temperaturspektrum kurz vor Ostern zwischen +6/+21 Grad bei einem Mittelwert von +11/+13 Grad im Jahreszeit-typischen Bereich. Deutlicher zeigt sich der normalisierende Temperaturtrend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm in der unten stehenden Grafik. Sind denn auch noch andere Varianten möglich? Noch sind es knapp 18 Tage bis Ostern, da ist also noch viel an Entwicklungen möglich. In den Kontrollläufen zeigen sich bspw. auch Varianten, welche empfindlich kühl sein können (unter +5/+8 Grad, Wahrscheinlichkeit 15 Prozent) und auch Varianten, welche deutlich über 20 Grad liegen (Wahrscheinlichkeit 10 Prozent). Entscheidend wird die Hochdruckposition sein.

Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Ostern vom 29. März 2017

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