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Was berechnen die Langfristprognosen für den Herbst und den Winter 2020/2021

  • M. Hoffmann
Winterliche Phasen werden möglich sein - auch im Flachland
Winterliche Phasen werden möglich sein - auch im Flachland

Der Herbst ist im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert aktuell um rund +1,8 Grad zu warm und nach wie vor wird die Großwetterlage von einer meridionalen Grundströmung bestimmt. Zum Beginn der zweiten Oktober-Dekade steht sogar eine zu kühle Temperaturentwicklung bevor, was die Schneefallgrenze bis auf 1.000 Meter absinken lassen kann. Zeit, um die Langfristprognosen der Vorhersage-Modelle für den Herbst und Winter 2020/2021 einmal zu aktualisieren.

Aber nicht nur der Herbst ist insgesamt zu warm, auch die erste Oktober-Dekade ist aktuell um rund +3,0 Grad zu warm. Insgesamt hat der Oktober sein Niederschlagssoll zu 25 Prozent erfüllen können - ist in Summe und in der Fläche betrachtet weitgehend normal. Der Herbst hat sein Niederschlagssoll zu 36 Prozent erfüllen können und ist damit zu trocken. Doch im Blick auf den Temperaturüberschuss steht mit der zweiten Oktober-Dekade eine Veränderung bevor, was zu einer Abmilderung der hohen Werte beitragen kann. In klaren Nächten nimmt zudem so langsam die Neigung zu Bodenfrost zu. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Oktober und Herbst/Winter 2020/2021.

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Die gestörte Zirkulation

Spannend bleibt die Entwicklung der gestörten Zirkulation. Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese in den Druckanomalien. Bis zum 18. Oktober positioniert sich zwischen Kanada und Alaska ein kräftiges Hochdruckzentrum. Zeitgleich dominiert das Kontinentalhoch das Wetter über weite Teile von Asien. Den Tiefdruckgebieten bleibt nicht viel Spielraum und so zeigt sich über Mitteleuropa immer wieder eine Tendenz zur Trogausbildung. Was sich aber erkennen lässt, ist die Dominanz der gestörten Zirkulation. Eine Westwetterlage ist vorerst nicht zu erwarten. Passen die Parameter zusammen, so könnten in der letzten Oktober-Dekade durchaus frühwinterliche, aber eben auch spätsommerlich warme Wetterereignisse zustande kommen.

Die gestörte Zirkulation: Ein weiterhin klares Statement gegen die Westwetterlage
Die gestörte Zirkulation: Ein weiterhin klares Statement gegen die Westwetterlage © climatereanalyzer.org

Die Folgen für den Winter?

Hält sich die gestörte Zirkulation auch über die Wintermonate, so ist mit einer etwas erhöhten Wahrscheinlichkeit von einem Winter auszugehen, der seinem Namen auch gerecht werden kann. Kippt aber die meridionale Grundströmung, so ist von einer zonalen Struktur auszugehen. Der Winter hätte dann schon frühzeitig keine Chance mehr. Spannend bleibt zu beobachten, was das Hoch über Kanada macht. In den letzten Jahren war es für den Kaltlufttransport in Richtung Neufundland und für die milde bis nasskalte Westwetterlage über Mitteleuropa verantwortlich.

Wettervorhersage Herbst und Winter 2020/2021 nach den Langfristmodellen

Langfristprognosen sind so zu bewerten, wie sie sind - es sind Berechnungen für die Zukunft, die einen groben Überblick darüber geben, ob die kommenden Monate und Jahreszeiten tendenziell zu warm oder zu kalt, zu nass oder zu trocken ausfallen können. Entscheidend jedoch für die Langfristprognosen sind die Anfangsparameter und die können sich jederzeit ändern. In Zeiten des Klimawandels aber wird eine Jahreszeitenprognose zunehmend einfacher.

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Langfristwetter nach dem Deutschen Wetterdienst

Die aktuelle Wetterprognose des DWD simuliert den Winter mit einer Abweichung von +1,2 bis +2 Grad im Vergleich zu 1961-1990 zu warm. Auffällig ist, dass der Westen von Europa etwas kühler simuliert wird, was nicht gerade das Muster einer zonal verlaufenden Westwetterlage ist. Anders formuliert soll der Winter zwar zu warm ausfallen, aber doch seine winterlichen Phasen haben können. In der Niederschlagsprognose zeigen sich keine großartigen Abweichungen vom Sollwert.

Wettertrend Herbst & Winter nach dem Langfristmodell der NASA

Der Herbst ist gegessen und soll nach dem Wettertrend der NASA am Ende um rund +1,5 Grad zu warm ausfallen können. Die Niederschlagsprognose fällt negativ - und damit zu trocken - aus.

Für die Wintermonate von Dezember 2020 bis Februar 2021 wird eine Abweichung der Temperatur gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad im leicht zu milden bis deutlich zu warmen Bereich simuliert. Die Niederschlagsprognose ist im Trend als normal zu bewerten. Auffällig ist der Februar 2021, der nach der NASA vermehrt ein meridionales Strömungsmuster aufweist und vermehrt winterliche Großwetterlagen hervorbringen kann.

Wetterprognose Herbst und Winter nach dem CFSv2 Modell

Der Oktober wird nur leicht zu mild simuliert und auch der November soll mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad nur gemäßigt warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose wird der Oktober deutlich zu nass und der November unauffällig gegenüber dem Sollwert simuliert.

Für den Winter allerdings sieht es mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad weiterhin nicht gut aus. Lediglich der Dezember könnte mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad noch aus dem Rahmen fallen und für ein paar winterliche Phasen sorgen. In der Niederschlagsbewertung wir der Winter im Trend leicht zu nass bewertet.

Herbst und Winter nach der Prognose des europäischen Langfristmodells

Der Herbst soll mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad zu warm und im Trend etwas zu nass ausfallen können. Nach dem zu trockenen September verhält sich der Oktober weitgehend normal, der November aber soll deutlich zu nass ausfallen und damit das Defizit aus dem September wettmachen können.

Die Wintermonate Dezember 2020, Januar und Februar 2021 werden mit einer durchschnittlichen Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm simuliert. Die kühleren Phasen der letzten Prognosen für den Januar und Februar wurden in der aktuellen Prognose verworfen. In der Niederschlagsbilanz ist am Ende ein zu nasser Winter zu erwarten und im Blick auf die Großwetterlage ist von einer Westwetterlage auszugehen - zumindest nach dieser Vorhersage.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 Grad (+1,0 Grad) Trend: zu trocken
Oktober 2020 +0,5 bis +1,5 Grad (+0,1 bis +1,3 Grad) Trend: deutlich zu nass
November 2020 +0,5 bis +1,5 Grad (-0,3 bis +0,8 Grad) Trend: leicht zu nass
Dezember 2020 +0,0 bis +1,0 Grad (-1,0 bis +0,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Januar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: normal bis zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,1 bis +2,9 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021  vom 8.10.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021 vom 8.10.2020

Auf den Punkt gebracht

Die Langfristprognosen haben sich im Verlauf der letzten Wochen nur unwesentlich verändert. Der Wintertrend bleibt nach wie vor zu mild, was in Zeiten des Klimawandels auch keine großartige Überraschung darstellt. Nichtsdestotrotz können mit dem Hoch über Kanada schon für die Weichen für einen zu milden Winterverlauf gestellt werden. Gelingt das aber nicht, so besteht für den Winter durchaus Hoffnung, wenn auch nur in Phasen.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,76 +2,28 +1,53 554 l/m² - zu trocken


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