Schaut man sich die Niederschlagsberechnungen über Weihnachten an, so erkennt man bis einschließlich den 26. Dezember mit 10-20 l/m² den voraussichtlichen Schwerpunkt der Niederschläge nördlich der Linie Köln - Dresden. Nach Süden ist mit 5-13 l/m² weniger an Niederschlag zu erwarten, über dem Südwesten mit 1-5 l/m² noch etwas weniger und über dem Bayerischen Wald mit bis 15 l/m² etwas mehr. Der Niederschlag ist über dem Norden aber eher das zweitrangige Wettereignis über Weihnachten - vielmehr wird der Wind eine Hauptrolle spielen, wenngleich dieser nicht mehr so stark berechnet wird, wie in den letzten Tagen, aber in Böen über Weihnachten hinweg doch Sturmstärke erreichen kann.

Zwischen dem 27./30. Dezember gibt es kaum mehr Veränderungen. Nach den stürmischen Tagen folgt ein Hochdruckgebiet nach und legt sich quer über Deutschland und verlagert seinen Schwerpunkt bis zum 30. Dezember zwischen Frankreich, den Alpen und dem östlichen Europa. Nord- und Ostdeutschland könnten somit immer wieder einmal von Tiefdruckausläufern mit einer geringen Niederschlagserwartung gestreift werden, wie bspw. am 27. und 28. Dezember. Der Wettercharakter selbst neigt zu zähen Nebel- und Hochnebelfeldern, und dort, wo die Sonne zum Vorschein kommt, steigen die Temperaturen auf +7/+10 Grad und bei länger andauerndem Nebel sind +1/+5 Grad zu erwarten.

Das Hochdrucksystem verändert zwischen den Tagen so langsam seine Position weiter nach Süden. Schaut man auf die Großwetterlage, so zeigt sich auf dem Atlantik bis zum 30. Dezember die Ausbildung einer "Hochdruckblase" von bis zu 1030 hPa und sorgt im Verbund mit Tiefdrucksystemen bei Neufundland für den Warmlufttransport in Richtung Grönland. Da ist er also, der "Störimpuls", auf den die Freunde des Winterwetters gewartet haben. Ob er tatsächlich so kommt, bleibt noch abzuwarten, er wird aber bereits seit Tagen zum wiederholten Male berechnet, sowohl vom amerikanischen, als auch vom europäischen Wettermodell.

In Folge daraus gibt es für das Wetter an Silvester zum heutigen Stand noch ein paar Fragezeichen zu setzen. Bleibt der hohe Luftdruck am letzten Tag des Jahres dominant, oder gelingt es den Tiefdrucksystemen über Skandinavien schon früher, dass Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu beeinflussen?

Nach der aktuellen Interpretation der Wettermodelle könnte das Wetter am 31. Dezember wie folgt ablaufen: Tagsüber auffrischender Wind über dem Nordwesten von Deutschland mit aufkommenden Niederschlägen zum Nachmittag. Temperaturen liegen mit +4/+8 Grad in dem für die Jahreszeit zu milden Bereich. Am Abend und in der Silvesternacht erreicht das Niederschlagsband mit böigen Wind die Mitte von Deutschland, während es über Süd- und Norddeutschland trocken bleiben kann. Die Temperaturen sinken in der Nacht nördlich der Mainlinie auf +2/+6 Grad und über dem Süden auf -2/+3 Grad ab.

Das ist der erste Versuch einer Wettervorhersage für das Wetter Silvester, welche sich sicherlich in den kommenden Stunden noch verändern kann. Warum? Es wird im Detail sehr darauf ankommen, wie sich die Wettersysteme zueinander verhalten werden - gut möglich, dass der voraussichtliche Kaltluftvorstoß aus nördlichen Richtungen auch schon früher gelingt könnte. Was das alles für Entwicklungen beim Wetter für das neue Jahr nach sich zieht, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend Wetter Winter 2017 - so viel sei aber schon einmal verraten - es wird wohl hinsichtlich eines Wintereinbruchs richtig spannend.

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