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Wie wird das Wetter im Sommer 2021 - zu warm, zu trocken? Ein Blick auf die Langfristmodelle

  • M. Hoffmann
Ein zu warmer Sommer 2021 würde nicht überraschen
Ein zu warmer Sommer 2021 würde nicht überraschen

Dank eines meridionalen Strömungsmusters kam der Frühling immer nur phasenweise zur Geltung, doch das kann sich nun im Mai recht zügig verändern. Für den Sommer ist wichtig, welches Strömungsmuster im Mai wird einstellen können.

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Strukturelle Umstellung der Großwetterlage. In den kommenden Tagen ändert sich das seit der ersten Aprildekade eingefahrene Muster der Großwetterlage. Das Spektrum der Möglichkeiten ist breit gestreut. Mit eine Möglichkeit ist die Westwetterlage, die in den letzten Tagen immer wieder im Ansatz angedeutet wurde.

Erhaltungsneigung des meridional verlaufenden Strömungsmusters

Doch immer, wenn die atlantische Frontalzone versucht, so etwas wie eine halbwegs funktionierende Westwetterlage aufzubauen, schiebt sich auf dem Atlantik - über den Golfstrom - ein Blockadehoch nach Norden. Das Strömungsmuster reißt ab und das, was von der atlantische Frontalzone übrig bleibt, sackt nach Süden - in Richtung der Azoren - ab. So wird das nichts mit der Zonalisierung. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Sommer 2021.

Die erste Hitzewelle des Jahres?
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: die erste Hitzewelle des Jahres?
© www.meteociel.fr

Sommerwetter

Meridionale Großwetterlagen haben eine Nord-Süd oder eine Süd-Nord-Strömung zur Folge. Je nachdem auf welcher Seite des Troges Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen, kann es richtig kühl werden (wie im April), oder auch richtig heiß werden. Die sommerliche Wetterprognose wurde vom amerikanischen Wettermodell heute Nachmittag bestätigt, bei der Deutschland in eine Süd-Nord-Strömung gelangt.

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Die Hitzewelle

Nach und nach baut sich über Deutschland und dem östlichen Europa hoher Luftdruck auf und lässt die Tiefdrucksysteme regelrecht auflaufen. Auf unmittelbarem Wege wären im Mai Temperaturen von +25 bis +30 Grad im sommerlichen Bereich möglich. Die Niederschlagstätigkeit wäre bei einer Südwetterlage nur unbedeutend. Hält sich das Hoch und baut eine meridional verlaufende Süd-Nord-Strömung auf, so kann man schon erahnen, was das für das Wetter im Sommer 2021 bedeuten kann - deutlich zu warm und erheblich zu trocken. An diesem Wettertrend hat sich in den letzten Wochen nur wenig verändert.

Die obenstehende Wetterkarte ist exemplarisch und entstand aus dem Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag. Sie zeigt aber sehr eindrucksvoll, wie schnell die Temperaturen - noch in der ersten Maidekade - in den sommerlichen bis hochsommerlich warmen Bereich ansteigen können. Die Wetterprognose hätte Temperaturen von +26 bis +33 Grad zur Folge. Aus meridional kühl wird meridional heiß. Noch ist es nicht so weit - es zeigt aber sehr deutlich, wozu eine meridional verlaufende Grundströmung in der Lage ist.

Wettervorhersage Sommer 2021 nach den Langfristmodellen

Langfristprognosen sind so zu bewerten, wie sie sind - es sind Berechnungen für die Zukunft, die einen groben Überblick darüber geben, ob die kommenden Monate und Jahreszeiten tendenziell zu warm oder zu kalt, zu nass oder zu trocken ausfallen können. Entscheidend jedoch für die Langfristprognosen sind die Anfangsparameter und die können sich jederzeit ändern.

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Wettertrend Sommer 2021 nach dem Langfristmodell der NASA

Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 soll der Juni, Juli und August im Schnitt um +1 bis +2 Grad und im Trend um bis zu +3 Grad zu warm ausfallen können. Im Vergleich zum - wärmeren - Mittelwert von 1991 und 2020 soll der Sommer mit einer Abweichung von -0,3 und +1,7 Grad zu warm ausfallen.

Interessant ist die Niederschlagsprognose, die im Vergleich zum vieljährigen Sollwert zu nass ausfallen soll. Nur der August hat ein zum Sollwert ausgeglichenes Verhältnis.

Wetterprognose Sommer nach dem CFSv2 Modell

Der Juni und der Juli sollen nach dieser Wetterprognose im Vergleich zum Mittelwert von 1961 und 1990 mit einer Differenz von +1,5 bis +3,5 Grad deutlich zu warm ausfallen. Erst im August zeigt sich mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad eine leichte Abkühlung. Nichtsdestotrotz hat das einen um +1 bis +3 Grad zu warmen Sommer zur Folge (91/20: -0,3 bis +1,7 Grad).

Die Niederschlagsprognose ist im Juni als deutlich zu trocken zu bewerten und fällt im Juli und August durchwachsen und nur im Trend etwas zu trocken aus.

Der Sommer nach dem Wettertrend des europäischen Langfristmodells

Ein ähnliches Bild liefert die Sommerprognose nach dem europäischen Wettermodell ab. Alle drei Monate sollen im Trend um +1 bis +3 Grad gegenüber 1961 und 1990 zu warm ausfallen können.

Die Niederschlagsprognose fällt etwas zu trocken aus, wobei sich über dem Süden und Osten ein deutlich zu trockener Wettertrend abzeichnet.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der wärmere Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Wetter März 2021 +1,3 Grad (+0,2 Grad) Zu trocken
Wetter April 2021 -1,3 (-2,9 Grad) Deutlich zu trocken
Wetter Mai 2021 +0,0 bis +1,5 Grad (-1,0 bis +0,5 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Juni 2021 +1,5 bis +3,5 Grad (+0,5 bis +2,5 Grad) Trend: deutlich zu trocken
Juli 2021 +1,5 bis +3,5 Grad (+0,1 bis +2,1 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
August 2021 +1 bis +2 Grad (-0,4 bis +0,6 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Diagramm der Temperaturen im Sommer 2021  vom 29. April 2021
Diagramm der Temperaturen im Sommer 2021 vom 29. April 2021

Auf den Punkt gebracht

Sollte sich die meridionale Großwetterlage durchsetzen können, so ist ein weiterer Dürresommer zu diskutieren, da sich im Sommer die Hochdruckgebiete gerne über dem Festland festsetzen und unter bestimmten Voraussetzungen eine Omegawetterlage provozieren können. Eine Entwarnung ist nicht angebracht. Interessant wird sein, was in der ersten Maidekade passieren wird und ob der Wettertrend tatsächlich in Richtung Sommer geht.

Die Langfristmodelle berechnen ein zu warmes Wetter im Sommer 2021, was nicht weiter überrascht (Siehe Daten und Fakten zum Wetter Sommer). Auffällig ist der durchwachsene Wettercharakter, was über den von Trockenheit geplagten Landstrichen für eine Entspannung sorgen könnte. Die Betonung liegt auf könnte, denn auch hier ist entscheidend, ob die Zonalisierung in den Sommermonaten überhaupt eine Rolle spielen wird/kann.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,2 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +0,4 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,7 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,0 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +3,3 +0,6 -0,7 207,7 l/m² - zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

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