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Wie wird das Wetter im Sommer 2021? Ein Blick auf die Langfristprognosen

  • M. Hoffmann
Wie wird der Sommer 2021?
Wie wird der Sommer 2021?

Der Frühling kam bisweilen noch nicht zur Geltung, hatte aber mit frühsommerlichen bis sommerlichen Werten schon seine Phasen. Das Auf und Ab geht vorerst so weiter, doch ab der letzten Aprildekade kommt etwas Schwung in die Wetterküche. Was sagen die Wetterprognosen der Langfrostmodelle über das Wetter im Frühling und Sommer 2021 aus?

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Ausgeglichen. Schaut man sich die bisherige Bilanz des Frühlings an, so war das Wetter im März 2021 im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 zu warm und deutlich zu trocken. Der April startete mit einer polaren Trogwetterlage unterkühlt und in Summe hat der Frühling bisweilen eine Abweichung von rund +0,5 Grad und ist allenfalls leicht zu mild zu bewerten. In Sachen Niederschlag kamen bisweilen 53,6 l/m² zusammen, was einer Sollerfüllung von 29,3 Prozent gleichkommt und damit zu trocken ist.

Ein entscheidender Wegweiser für das Wetter im Frühling und Sommer

In den letzten Tagen blickten wir immer wieder in Richtung Kanada. Nach der Wetterprognose beider Vorhersage-Modelle entsteht über Kanada in der zweiten Aprildekade ein kräftiges Hochdrucksystem, was das Zirkulationsmuster innerhalb des Polarwirbels nachhaltig verändert und das Zeug dazu haben kann, das Strömungsmuster im Frühling und Sommer 2021 nachhaltig zu beeinflussen.

Die Zonalisierung im Frühling und Sommer?

Ausgehend der These, dass das Hoch über Kanada kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden in Richtung Neufundland ableitet, wird die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik angeheizt und die atlantische Frontalzone in Gang gesetzt. Flacht nun das Hoch auf dem Atlantik in Richtung der Azoren ab, wird die Zonalisierung das Wetter Ende April und im Mai 2021 mit einem windigen und unbeständigen Wetter dominieren können. Hält sich das Muster aufrecht und kippt nicht erneut in eine meridional verlaufende Grundströmung um, so kann der unbeständige Wettercharakter auch den Sommer über hinweg Bestand haben.

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Die Hitzewelle

Die These der Zonalisierung hat noch eine weitere Option zur Folge. Das passiert dann, wenn sich das Hoch über Europa aufschaukelt und die atlantische Frontalzone erneut blockiert. Mit dem Unterschied aber, dass sich der Hochdruckkern über Mitteleuropa positioniert und im Verbund der beiden Wettersysteme sehr warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Norden transferiert. Auf unmittelbarem Wege wären im Mai Temperaturen von +25 bis +30 Grad im sommerlichen Bereich möglich. Die Niederschlagstätigkeit wäre bei einer Südwetterlage nur unbedeutend. Hält sich das Hoch und baut eine meridional verlaufende Süd-Nord-Strömung auf, so kann man schon erahnen, was das für das Wetter im Sommer 2021 bedeutet - deutlich zu warm und erheblich zu trocken.

Wettervorhersage Frühling und Sommer 2021 nach den Langfristmodellen

Langfristprognosen sind so zu bewerten, wie sie sind - es sind Berechnungen für die Zukunft, die einen groben Überblick darüber geben, ob die kommenden Monate und Jahreszeiten tendenziell zu warm oder zu kalt, zu nass oder zu trocken ausfallen können. Entscheidend jedoch für die Langfristprognosen sind die Anfangsparameter und die können sich jederzeit ändern. In Zeiten der Klimaerhitzung aber wird eine Jahreszeitenprognose zunehmend einfacher.

Wettertrend Frühling und Sommer 2021 nach dem Langfristmodell der NASA

Der Frühling wird mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad gegenüber dem Mittelwert von 1991 und 2020 tendenziell zu warm simuliert. Gegenüber dem Referenzwert von 1961 und 1990 liegt die Abweichung mit +1,5 bis +2,5 Grad im deutlich zu warmen Bereich.

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Die Niederschlagsprognose ist als durchwachsen zu bewerten. Längere trockene Abschnitte halten sich mit Niederschlagsphasen die Waage, was am Ende zu einem normalen Niederschlagsverhalten führen kann. Zusammen mit dem zu trockenen März in der Bilanz aber zu trocken.

Für den Sommer 2021 wird eine Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad (91/20), bzw. von +1 bis +3 Grad (61/90) im zu warmen Bereich berechnet. Die Niederschlagsprognose wird etwas zu nass simuliert. Die These eines durchwachsenen und zu warmen Wetter im Sommer wird - zumindest zum aktuellen Stand - gestützt.

Wetterprognose Frühling und Sommer nach dem CFSv2 Modell

Der Frühling wird im Vergleich zum Mittelwert von 1991 und 2020 um +0,5 bis +1,5 Grad tendenziell zu warm simuliert. Im Vergleich zu 1961 und 1990 soll das Frühjahr um +1,5 bis +2,5 Grad deutlich zu warm ausfallen können. Die Niederschlagsprognose ist als durchwachsen und im Vergleich zum vieljährigen Sollwert als normal zu bewerten.

Für das Wetter im Sommer 2021 wird mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad ein gegenüber 1991 und 2020 etwas zu warmer und im Vergleich zu 1961 und 1990 mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad ein deutlich zu warmer Sommer berechnet. Die Niederschlagsprognose hat sich gegenüber den letzten Prognosen etwas verändert. Der Juni soll extrem trocken ausfallen können (Hochdruckdominanz), während der Juli leicht zu trocken und der August ausgeglichen ausfallen soll. In Summe ein zu warmer und zu trockener Sommer 2021.

Der Frühling und Sommer nach dem Wettertrend des europäischen Langfristmodells

Sowohl der Frühling als auch der Sommer sollen nach der Wetterprognose des europäischen Langfristmodells mit einer Abweichung von +0 bis +1 Grad im Vergleich zu 1991 und 2020 leicht zu warm ausfallen. Im Vergleich zu 1961 und 1990 liegt die Abweichung mit +1 bis +2 und im Trend von bis zu +2,5 Grad im deutlich zu warmen Bereich.

Die Niederschlagsprognose ist als etwas zu trocken zu bewerten. Das gilt sowohl für den Frühling als auch für den Sommer.

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Wetter März 2021 +1,3 Grad (+0,3 Grad) Zu trocken
Wetter April 2021 +0,5 bis +1,5 Grad (-0,9 bis +0,1 Grad) Trend: normal bis etwas zu nass
Wetter Mai 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Juni 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: trocken bis extrem trocken
Juli 2021 +2,0 bis +4,0 Grad (+0,6 bis +2,6 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
August 2021 +0,5 bis +1,5 Grad (-1,1 bis +0,1 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2021  vom 8. April 2021
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2021 vom 8. April 2021

Auf den Punkt gebracht

Die Langfristmodelle stützen in ihrer aktuellen Wetterprognose den zu warmen Sommer. Sollte es so kommen, so hat es im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 in den letzten 30 Jahren keinen Sommer mehr gegeben, der zu kühl ausfiel (Abweichung <= -0,5 Grad). Der letzte zu kalte Sommer stammt aus dem Jahre 1987. Gerade die Zunahme an trockeneren Varianten treiben einem so langsam die Sorgenfalten auf die Stirn und ein Hoch an der falschen Stelle kann sich verheerend auf die Niederschlagsqualität im Sommer auswirken. Noch aber ist kein Dürresommer auszumachen, der Wettertrend für den Sommer 2021 geht in Richtung deutlich zu warm und etwas zu trocken.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,0 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,2 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +0,4 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,7 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,0 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +2,4 +1,3 +0,0 172 l/m² - normal

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