Für Ende Februar und Anfang März zeigen sich heute bestätigende Simulationen der Wettermodelle für eine weitgehend nasskalte Witterung bis zum 5. März. Fraglich im Detail bleibt dabei das Mittelmeertief und dessen Zugbahn am kommenden Montag, welches durchaus Potential für Überraschungen in Form von teils kräftigem Schneefall über mittleren Lagen haben könnte (Details s. Wettervorhersage Februar und Wetterprognose März).

Im Zeitraum 5./12. März weisen die Simulationen weiterhin ein großes Entwicklungsspektrum aus, welches zwischen nasskalten über milde bis hin zu frühlingshaften Temperaturempfindungen reichen kann. Die Frage die es aber zu beantworten gilt: welches der Szenarien ist wahrscheinlicher? Bereits gestern sind wir auf das Wettergeschehen in Stratosphärenhöhe näher eingegangen, wo sich derzeitig ein Minor-Warming entwickeln kann und voraussichtlich zum 5. März mit einer Höchsttemperatur von +4 Grad sein vorläufigen Höhepunkt erreicht. Auch heute wird im Zeitraum darüber hinaus der Ansatz eines Major-Warmings simuliert. Das Resultat daraus wird eine "Sprunghaftigkeit" der Simulationen der Wettermodelle von Lauf zu Lauf sein, da die Daten eines Major-Warmings zwar in die Berechnungen mit einfließen, die Auswirkungen auf den Polarwirbel aber vielseitig sein können.

Kommt es jedoch zu einem Major-Warming mit anschließendem Polarwirbelsplit, so ist die Wahrscheinlichkeit einer Trogwetterlage über Mitteleuropa sehr hoch. Nicht selten strebt das Azorenhoch dabei über Grönland in Richtung Polregion und blockiert somit die atlantische Frontalzone, während östlich davon über Mitteleuropa kühlere Luftmassen nach Süden geführt werden können. Diese Variante wird auch aktuell von der Simulation des amerikanischen Wettermodells berechnet, so dass das nasskalte Wetter mit winterlichen Optionen ab mittleren Lagen im Zeitraum 5./12. März durchaus eine wahrscheinliche Variante sein kann.

Allerdings sei die Schwankungsbreite bemerkt - beispielsweise simulierte das gleiche Wettermodell heute Morgen noch einen Frühlingsausbruch zum 10. März. Aber auch in dieser Variante war ein Trog Mitteleuropa hierfür verantwortlich - Deutschland lag eben zu diesem Zeitpunkt auf der warmen Vorderseite des Troges.

Die Kontrollläufe bestätigen die Unsicherheiten, weisen jedoch in ihrem Mittelwert - seit Tagen - eine höhere Wahrscheinlichkeit für den nasskalten Temperaturtrend im Zeitraum 5./12. März aus. Zwei weitere Faktoren, welche einen nachhaltigen Frühlingsausbruch weniger wahrscheinlich machen ist der deutlich negative AO Index und der mittlerweile neutrale bis leicht negative NAO Index im Zeitraum 3./12. März. Beides sind Indikatoren für Wetterlagen, welche aus nordwestlichen bis nördlichen Richtungen kommen können. Noch etwas deutlicher zeigt sich der Wettertrend in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+0) / normal (+1/+6) / zu warm (>+7), welche am 12. März bei 30/50/20 liegen und den raschen Einzug des Frühlings - zumindest zum aktuellen Zeitpunkt - in Frage stellen.

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