Noch im Verlauf der kommenden Woche zeigt der April sein typisches Wetterverhalten. So folgt auf frühlingshafte - ja teils fast schon frühsommerliche - Temperaturen zum Donnerstag ein markante Abkühlung, bei der die Tageswerte auf +6/+12 Grad absinken können. Das entspräche einem Temperaturrückgang von 10 bis 17 Grad (Details: Wetter April).

Somit bestätigt sich nun auch in der sog. erweiterten Kurzfristprognose der Trend zu kühleren Temperaturen zum Ausklang des ersten April-Drittels. Waren die frühlingshaften Temperaturen dann nur von kurzer Dauer und bleibt es darüber hinaus kühl? Das amerikanische Wettermodell simuliert einen Tiefdruckwirbel im Zeitraum vom 8./13. April im Bereich zwischen Skandinavien, Deutschland und England. Gleichzeitig strebt das Azorenhoch auf dem Atlantik nach Norden in Richtung Grönland und was daraus folgt ist eine meridionale Zirkulationsstruktur (Nord-Süd, Süd-Nord). Im Detail wird es darauf ankommen, wie sich diese Struktur letztlich positioniert. In den heutigen Berechnungen liegt Deutschland inmitten des "Tiefdrucksumpfes", was die Temperaturen im Zeitraum 8./15. April nur langsam wieder ansteigen lässt.

Das europäische Wettermodell simuliert die Abkühlungsphase im Zeitraum 7./8. April ebenfalls und lässt diese bis zum 11. April andauern. Darüber hinaus ist die Konstellation der Großwetterlage der des amerikanischen Wettermodells sehr ähnlich, jedoch mit einer deutlich westlicheren Positionierung des meridionalen Strömungsmusters, was die Chancen auf eine erneut Zufuhr milder Luftmassen aus südlichen Richtungen ermöglichen könnte, allerdings ist das als "Vorderseitenwetter" zu bezeichnen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Tiefdrucksysteme Deutschland überqueren können.

Zusammenfassend simulieren die Wettermodelle keine stabile Wetterlage im Zeitraum 8./15. April. Die Kontrollläufe bestätigen dies erneut mehrheitlich. Das Temperaturniveau sinkt im Zeitraum 7./11. April knapp unter den für die Jahreszeit-typischen Wert und steigt vom 11./16. April mäßig etwas über das langjährige Niveau an. So liegt das Temperaturspektrum am 10. April zwischen +5/+18 Grad (Mittelwert: +10/+12 Grad) und am 16. April zwischen +5/+23 Grad (Mittelwert: +15/+16 Grad).

Interessant sind in den Kontrollläufen Varianten, welche im Zeitraum 14./17. April das Azorenhoch so weit nach Norden aufsteigen lassen, als dass sich dieses mit dem Hoch über Grönland verbinden kann. Das könnte im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über Skandinavien einen Kaltluftvorstoß arktischen Ursprungs auslösen, welcher weit nach Süden voran kommen könnte. Wie hoch liegen die Wahrscheinlichkeiten für einen zu kalten Abschnitt im zweiten April-Drittel? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+9) / normal (+10/+15) / zu warm (>+16), liegen am 12. April bei 10/35/55 und am 17. April bei 15/35/50. Somit sind die Wahrscheinlichkeiten für eine Normalisierung, bzw. einem zu warmen Temperaturtrend im zweiten April-Drittel wahrscheinlicher als zu kalte Varianten.

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