Anfang April simulieren die Wettermodelle den Aufbau von hohem Luftdruck im Bereich zwischen Island und Skandinavien (s. aktuelle Wetterprognose April), was bei einem tatsächlichen Eintreten dieser Berechnungen weitreichende Auswirkungen auf das Wetter Frühling haben kann.

Warum? Nicht selten haben Hochdrucksysteme über dem skandinavischen Raum im Frühjahr eine länger andauernde Beständigkeit. Allerdings geht von solchen Hochdrucksystemen über Skandinavien gerade im Zeitraum 6./14. April - statistisch gesehen - die häufigsten Kaltluftausbrüche nach Süden hervor. Denn wenn sich Hochdrucksystem nach Westen in Richtung Island verlagert, so gelingt der Kaltlufttransport arktischen Ursprungs nach Süden und führt zum bekannten Aprilwetter mit Schauern, teils noch als Graupel- oder Schneeschauer bis in tiefere Lagen hinab.

Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodell, so liegt im Bereich zwischen England, Spanien und Portugal im Zeitraum 4./9. April ein ausgeprägtes und kräftiges Tiefdrucksystem und über dem Bereich Island/Skandinavien ein Hochdrucksystem, dessen Achsverlauf von Nordwest nach Südost ausgerichtet ist. Im Verbund beider Systeme können über Deutschland, Österreich und der Schweiz aus südöstlichen Richtungen weiterhin warme, aber auch feuchte Luftmassen herangeführt werden.

Gleichzeitig sieht man aber auch, wie diese Hochdruckachse Kaltluftmassen aus nördlichen Richtungen über das östliche Europa ablenkt und somit als Blockadehoch für Deutschland agiert. Wandert das Hoch nun ein Stück weiter nach Westen, so könnte auch Deutschland von der Kaltluftzufuhr betroffen sein.

Wie hoch ist hierfür die Wahrscheinlichkeit? Geht es nach den Kontrollläufen, so ist die Wahrscheinlichkeit zum heutigen Stand geringer einzustufen. Das Temperaturspektrum liegt am 5. April zwischen +5/+21 Grad (Mittelwert: +14/+16 Grad) und am 9. April zwischen +5/+24 Grad (!!!) (Mittelwert: +15/+16 Grad). Der Temperaturtrend zeigt sich heute - wie bereits in den letzten Tagen - im ersten April-Drittel mehrheitlich frühlingshaft, wenngleich noch mit einen sehr breiten Entwicklungsspektrum. Noch deutlicher zeigt sich der normale bis zu warme Trend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+8) / normal (+9/+14) / zu warm (>+15), welche am 5. April bei 10/35/55 und am 9. April bei 20/30/50 liegen.

Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Wetterprognose die Temperaturabweichung im April gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu milden und im Mai 2016 mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich, wenngleich über dem Süden die Abweichung mit -0,5/-1 Grad auch normal bis leicht zu kühl ausfallen kann. Im Niederschlagsverhalten gibt es sowohl im April als auch Mai keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert.

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