Als ungemütlich und nasskalt lässt sich das Wetter bis einschließlich dem kommenden Wochenende wohl am besten beschreiben. Zwischendurch sind immer wieder Niederschläge zu erwarten, welche bei Temperaturen zwischen +0/+5 Grad über dem Süden und +3/+7 Grad über dem Norden oberhalb etwa 400-700 Meter in Schnee übergehen können, wobei Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer auch in tieferen Lagen nicht auszuschließen sind - insbesondere in den Nächten kann sich bei Temperaturen um, bzw. auch unter 0 Grad örtlich eine Schneedecke ausbilden (Details s. Wettervorhersage März).

Bleibt die nasskalte Großwetterlage auch darüber hinaus erhalten? Betrachtet man die Großwetterlage am 10. März, so liegt über Skandinavien ein Tiefdruckzentrum, welches seine südlichen Gradienten bis über die Mittelmeerregion ausweiten kann. Gleichzeitig liegt über dem Atlantik das Azorenhoch in "kugelrunder" Position und im Verbund beider Systeme zeigt sich auch zum Beginn des zweiten März-Drittels noch der Trogansatz über Mitteleuropa.

Alerdings schwächt dieser sich zunehmend im Zeitraum 10./15. März ab, da das Azorenhoch allmählich nach Osten weg kippen kann. Daraus ergeben sich drei mögliche Wetterentwicklungen. In der ersten Variante baut das Azorenhoch eine Hochdruckbrücke über Skandinavien zum Kontinentalhoch auf, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer nordöstlichen und weitgehend trockenen Grundströmung führen kann. Im Winter hätte solch eine Wetterlage Dauerfrost zur Folge - im März hingegen können mit steigendem Sonnenstand schon +7/+12 Grad erreicht werden.

In der zweiten Variante gelingt es dem nach Osten weg kippenden Hochdruckkeil über dem skandinavischen Raum ein autarkes Hochdrucksystem zu initialisieren. Auch das hätte über Deutschland, Österreich und der Schweiz weitgehend trockenes Wetter zur Folge, wobei die Luftmassen aus östlichen Richtungen herangeführt werden können. Im Winter bedeutet das häufig neblig-trübes Wetter, während im März die Sonne den morgendlichen Nebel schon relativ rasch auflösen kann. Die Temperaturen sinken in den Nächten auf unter 0 Grad und steigen tagsüber auf +7/+13 Grad an.

In der dritten Variante kippt das Azorenhoch gänzlich nach Osten weg und verlagert seinen Schwerpunkt über die Azoren und das westliche Mittelmeer. Ist die atlantische Frontalzone entsprechend stark genug, flacht das Hoch mit seinen Gradienten weiter ab und es stellt sich in dieser Variante ein westlich orientiertes Zirkulationmuster ein, welches eher für einen unbeständigen, aber durchaus auch milden Wettercharakter bekannt ist.

Was ist wahrscheinlicher? Geht es nach der Simulation der sog. Kontrollläufe, so ist die nasskalte Temperaturphase bis zum 10. März weitgehend wahrscheinlich, wobei die Niederschlagsneigung zwischen dem 6./7. eine zurückgehende Tendenz aufweist. Im Zeitraum 10./17. März zeigt sich - wie bereits in den letzten Tagen - ein langsamer, aber dennoch stetiger Aufwärtstrend der Temperaturen. Deutlicher zeigt sich das anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+2) / normal (+3/+8) / zu warm (>+9), welche am 10. März bei 10/65/25 und am 17. März bei 10/35/55 liegen. Nichtsdestotrotz ist die Entwicklung der Großwetterlage im zweiten März-Drittel auch in der Tendenz nicht gefestigt, da der Polarwirbel selbst eine zunehmende Instabilität (negativer AO-Index) aufweist und somit noch für Veränderungen verantwortlich sein kann.

Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Wetterprognose für die Monate März, April und Mai eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen und damit Jahreszeit-typischen Bereich, wenngleich die Tendenz über dem Nordosten mit einer Abweichung von bis +0,5/+1 Grad auch etwas milder ausfallen kann. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich der März normal und der April und Mai leicht zu nass gegenüber den vieljährigen Sollwerten.

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