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Meereisausdehnung der Arktis auch im Dezember 2016 auf Tiefststand

  • M. Hoffmann
Die Ausdehnung der arktischen Meereisfläche bleibt auf einem historischen Tiefstand. Nachdem bereits im November die Ausdehnung des arktischen Eisfeldes schon so gering wie noch nie war, so zeigte sich auch im Dezember 2016 eine deutlich geringere Meereisausdehnung (s. Grafik). Damit fehlt dem Eisschild der benötigte Puffer um den wärmeren Temperaturen im Sommer standhalten zu können, so dass ein weiterer Rückgang zu befürchten ist. Forscher gehen zudem davon aus, dass die Arktis zukünftig in den Sommermonaten auch komplett eisfrei sein könnte.

Aktuell liegt die Temperatur über der nordpolaren Region etwa um +10 Grad über dem sonst üblichen Wert. Wie kommt das Zustande? Ist der Polarwirbel intakt, so ist auch der Polarjet gut ausgebildet und hält dabei die eisigen Luftmassen über der Arktis zusammen. Das wiederum stärkt das Eisschild und das Wiederholungsmuster sorgt für ein stabiles System - zudem hat ein intaktes Eisfeld eine höhere Abstrahlung als eine Meeresfläche, das verstärkt wiederum die Kaltluftproduktion und trägt somit zu einem stabilen Polarwirbel bei. Die Winter über Mitteleuropa werden bei einem intakten Eisfeld häufiger durch den sog. Westdrift dominiert (gemäßigt kalt), während die Sommer nur gemäßigt warm sein können.

Ein instabiler Polarwirbel erlaubt es, dass Aufgrund der Wellenbewegungen entlang seiner Polarfront wärmere Luftmassen in die polare Region gelangen können. Wenn sich nun das arktische Eis weniger stark ausbildet, so kann die Luft nicht entsprechend auskühlen und es kommt zu einer Aneinanderreihung von Umständen, welche den Prozess eines instabilen Polarwirbels verstärken können (Polarwirbelsplit bis hin zum kompletten Zusammenbruch des Polarwirbels). Durch den instabilen Zustand kann sowohl der Warmlufttransport in Richtung Nordpol, als auch den Kaltlufttransport in Richtung Süden (Trog - Rossby Welle) aufrecht erhalten werden. Befürchtet wird nun ein weniger stabiles System, welches für extremere Temperaturschwankungen verantwortlich sein kann. Denn je nachdem wo der Trog niedergeht sind kältere, als auch wärmere Temperaturphasen zu erwarten, seltener "normale" Zustände.

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Das Wetter-Jahr 2019 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2019 +0,6 +1,1 +0,2 80 l/m² - zu nass
Februar 2019 +3,9 +3,5 +2,9 30 l/m² - zu trocken
März 2019 +6,6 +3,1 +2,3 75 l/m² - zu nass
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2018 +5,3 +1,3 +0,9 20 l/m² - zu trocken
Dezember 2018 +3,8 +3,0 +2,6 105 l/m² - zu nass
Gesamtjahr 2019 +11,44 +2,03 +1,3 615 l/m²


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