Meereisausdehnung der Arktis auf Tiefstand

  • M. Hoffmann
Ein Randfaktor für den möglichen Verlauf des Winters ist die Meereisausdehnung der arktischen See. Betrachtet man die aktuelle Ausdehnung im Jahr 2016, so liegt diese gegenüber dem Mittelwert von 1981-2010 deutlich unter dem Durchschnittswert. Sie liegt sogar unterhalb des Spektrums entlang des Durchschnittswert und auch unterhalb der schwachen Ausdehnungsjahre von 2007, 2012 und 2015. Mit andren Worten ist die Meereisausdehnung so gering/schwach wie seit langem nicht mehr und erreicht sogar einen historischen Tiefstand. Normalerweise beträgt Mitte November die Meereisausdehnung etwa 11 Millionen Quadratkilometern - aktuell liegt diese bei 8,74 Mio. Quadratkilometer.

Woran liegt das? Der Polarwirbel gilt seit Wochen als "gestört". Verläuft also in seinem Drift nicht von West nach Ost, sondern weist entlang seiner Polarfront Wellenbewegungen auf, was einen stabilen Polarwirbel derzeit nicht möglich macht.

Was hat das für Folgen? Ein intaktes Eisfeld hat - vereinfacht ausgedrückt - einen stärkeren, bzw. stabileren Polarwirbel zur Folge. Daraus lässt sich aber nicht gleichbedeutend ein zu kalter Winter über Deutschland ableiten, denn ein intakter Polarwirbel bedeutet, dass der Jetstream entlang der Polarfront entsprechend stark ausgeprägt ist und über Mitteleuropa von West nach Ost verläuft und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für Westwetterlagen bedeutet (starke nordatlantische Oszillation). Nun sorgt die geringere Ausdehnung des Meereises aber möglicherweise noch für eine Verstärkung des Effektes des gestörten Polarwirbels, was wiederum Trogwetterlagen oder zumindest meridionale Großwetterlagen (Nord-Süd, Süd-Nord) wahrscheinlicher macht und somit als unterstützender Faktor für einen normalen bis zu kalten Verlauf des Winters in Deutschland, Österreich und der Schweiz gewertet werden kann.
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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,83 +0,85 -0,25 743 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

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