Pfingsten bringt Sommerwetter, Anfang Juni steigt das Risiko für Schafskälte
Die Großwetterlage stellt sich bis Pfingsten um. Aus dem vergleichsweise kühlen Schauerwetter zum Beginn der Pfingstwoche dehnt sich bis Pfingstsonntag ein Hochdrucksystem nach Deutschland aus und sorgt mit viel Sonnenschein nicht nur für sommerliche, sondern mancherorts für hochsommerliche Temperaturen jenseits der +30 Grad-Marke. Ist das der Durchbruch des Sommers, der auch über die Pfingstferien bis in den Juni hinein anhält, oder lässt die Schafskälte das Wetter im Juni noch einmal in eine völlig andere Richtung kippen?

Bis einschließlich Donnerstag liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten eines sich über Mitteleuropa aufbauenden Hochdrucksystems und eines Tiefdruckgebietes auf dem Atlantik. So kommt es in der Pfingstwoche immer wieder zu Schauern unterschiedlichster Intensität, welche sich von West nach Ost über Deutschland ausbreiten und zur Wochenmitte über dem gesamten Land für unbeständiges Wetter sorgen. Da sich das Hoch jedoch im und das Tief gegen den Uhrzeigersinn dreht, kippt die Grundströmung von Nord auf Süd und lässt die Temperaturen mit +17 bis +23 Grad in den frühlingshaften bis frühsommerlichen Bereich ansteigen.
Pfingsten 2026: +30 Grad und mehr - Der Hochsommer kommt
Die Vorhersage-Modelle waren sich in den vergangenen Tagen noch unsicher, doch heute gibt es eine hohe Übereinstimmung, so dass sich zu Pfingsten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit das Hochdrucksystem vollumfassend über Deutschland, Österreich und die Schweiz ausdehnen kann. Die Niederschlagstätigkeit nimmt ab, die Sonnenscheindauer zu und die Temperaturen streben vor Pfingsten mit +24 bis +28 Grad in den sommerlichen und über die Pfingstfeiertage mit bis +33 Grad in den hochsommerlichen Bereich. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Pfingsten 2026.

Verifikation unserer Pfingstprognose
Wer bei uns schon eine Weile zu Gast ist, der kennt die Überprüfung unserer eigenen Prognosen. Vergleicht man die Prognose vom 3. Mai mit den obenstehenden Wetterkarten, so lässt sich eine hohe Übereinstimmung feststellen.
Dominierend bleibt das gestörte Zirkulationsmuster, welches mit einem Hochdruckrücken über Mitteleuropa entweder deutlich zu warmes und trockenes Wetter oder mit einem Trog vergleichsweise kühles und nasses Wetter bringen kann. Nach unserer Einschätzung wird sich das Blockadehoch über dem Atlantik und Grönland bis zum 20. Mai erhalten können. Bis Pfingsten wird sich das Blockadehoch weiter über Mitteleuropa entwickeln können (abkippen) und so dem Sommer eine Chance zum Durchbruch bieten.
Wie wird das Wetter in den Pfingstferien?
Viele Fragen erreichen uns derzeit, ob das Wetter bis Pfingsten kippt und ob sich das Wetter in den Pfingstferien stabilisieren kann. Die erste Frage ist mit den sommerlichen bis hochsommerlichen Wetteraussichten bereits beantwortet. Für die Pfingstferien sieht das noch anders aus, da diese in Baden-Württemberg und Bayern bis zum 7. Juni gehen - und somit im Zeitraum der Schafskälte - liegen.
Die Juniprognose des europäischen Wettermodells berechnet die Dominanz des Sommerhochs bis zum 30. Mai. Zudem dreht sich zwischen Portugal und Spanien ein Höhentief ein, welches mit seiner Drehbewegung im Uhrzeigersinn warme Luftmassen nach Deutschland führen kann. Hochsommerliche Temperaturen von bis zu +34 Grad sind möglich, doch destabilisieren sich die Luftmassen allmählich, was die Gefahr von lokalen Hitzegewittern nicht ausschließen lässt.
Die Umstellung der Großwetterlage im Juni
Das Hoch zieht sich nach dem Wettertrend des europäischen Wettermodells Anfang Juni weiter nach Süden zurück und versucht auf dem Atlantik in Form des Azorenhochs nach Norden aufzustreben. Zum aktuellen Stand bleibt es bei einem Versuch - die gesamte Hochdruckzone flacht im Juni ab, was über Deutschland eine zunehmende Schauer- und Gewitteraktivität zur Folge hat. Die Temperaturen aber bleiben mit +24 bis +28 Grad und örtlich mit bis +30 Grad im sommerlichen Bereich.

Die Schafskälte droht nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells
Radikaler ist der Umbau der Großwetterlage nach der Vorhersage des amerikanischen Wettermodells. Das Sommerhoch erhält sich noch bis zum 27. Mai und lässt die Temperaturen mit bis zu +34 Grad ebenfalls in den hochsommerlichen Bereich ansteigen. Die Konstellation der Wettersysteme zueinander lässt sogar mit bis +35 Grad den ersten Wüstentag des Jahres nicht ausschließen.
Das wäre ein Extrem, denn Temperaturen von +35 Grad liegen mit einer Anomalie von +12 Grad über dem, was für Ende Mai typisch ist.
Auf +34 Grad folgt der Temperatursturz: +10 Grad und Dauerregen im Juni
Die Prognose des amerikanischen Wettermodells lässt das Hoch Anfang Juni weit nach Süden zurückziehen, sodass von einem Hochdrucksystem über Mitteleuropa nicht mehr die Rede sein kann. Stattdessen versammelt sich der hohe Luftdruck auf dem Atlantik. Den freiwerdenden Raum nutzt ein Tief über Skandinavien, um nach Süden auszutrogen.
Die Bewölkung nimmt Ende Mai und Anfang Juni über Deutschland zu, die Schauer- und Gewitteraktivität steigt an und die Temperaturen gehen auf +12 bis +17 Grad zurück und können bei länger andauerndem Niederschlag auf bis +10 Grad absinken. Ein Wettersturz bringt die Schafskälte Anfang Juni.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Sommer gesichert, Juni bleibt mit der Schafskälte ungewiss
Das Hoch zu Pfingsten ist mächtig und wird die Temperaturen ordentlich nach oben treiben. Alle Vorhersagemodelle stützen hochsommerliche Temperaturen bis zum 28. Mai und verlängern die sommerliche Großwetterlage im Vergleich zu den vergangenen Tagen sogar bis zum 29. Mai.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe stützen eine vom 22. bis 30. Mai anhaltende Temperaturanomalie von +4 bis +8 Grad. Kumuliert man diese Werte, so wird der Mai am Ende um +1,2 bis +1,6 Grad im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961 und 1990 zu warm ausfallen können (91/20: +0,2 bis +0,6 Grad). Nachfolgend geht die Temperaturanomalie Anfang Juni auf +1 bis +2 Grad zurück und bestätigt den Temperaturtrend der vergangenen Tage.
Korrektur der Regenprognose
Eine Korrektur hat es auch in der Niederschlagsprognose der Kontrollläufe gegeben. Der Zeitraum vom 22. bis 30. Mai kann verbreitet trocken ausfallen, wobei lokale Schauer und Gewitter in der für die Jahreszeit ungewöhnlich warmen Luftmasse immer möglich sein können. Anfang Juni steigt die Niederschlagsaktivität in den leicht erhöhten Bereich an und stützt somit leicht wechselhaftes Wetter. Von einer Schafskälte aber sind die Kontrollläufe noch weit entfernt und im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen bildet die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells die mit Abstand kälteste Variante ab. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| Pfingsten 2026 | +15 bis +34 Grad | +23 bis +25 Grad |
| 28. Mai | +13 bis +32 Grad | +23 bis +25 Grad |
| 2. Juni | +10 bis +26 Grad | +18 bis +20 Grad |

Wetterdaten Juni 2026
Top-10 Extremwerte Juni 2026
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Wert Datum Station Bundesland 29,5 08.06.2026 Kitzingen Bayern 29,5 08.06.2026 Regensburg Bayern 29,4 08.06.2026 Möhrendorf-Kleinseebach Bayern 28,7 08.06.2026 Simbach - Inn Bayern 28,6 08.06.2026 München-Stadt Bayern 28,5 02.06.2026 Langenlipsdorf Brandenburg 28,5 08.06.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 28,4 08.06.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern 28,3 08.06.2026 Müllheim Baden-Württemberg 5,2 11.06.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -7,0 11.06.2026 Zugspitze Bayern 1,9 11.06.2026 Großer Arber Bayern 2,0 11.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 2,5 11.06.2026 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 2,9 06.06.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 3,1 10.06.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 3,1 11.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 3,7 11.06.2026 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg 4,0 06.06.2026 Carlsfeld Sachsen 4,0 11.06.2026 Fichtelberg Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 59,9 04.06.2026 Redefin Mecklenburg-Vorpommern 46,1 10.06.2026 Deggenhausertal-Azenweiler Baden-Württemberg 43,1 02.06.2026 Hötensleben-Barneberg Sachsen-Anhalt 42,7 02.06.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 39,9 02.06.2026 Balderschwang Bayern 39,6 04.06.2026 Lübtheen Mecklenburg-Vorpommern 37,8 02.06.2026 Colmberg-Binzwangen Bayern 36,8 09.06.2026 Vilsbiburg Bayern 36,0 02.06.2026 Gelbelsee Bayern 36,0 10.06.2026 Herzogenaurach-Burgstall Bayern -
Wert Station Bundesland 133,1 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern 124,9 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 116,9 Oberstdorf-Birgsau Bayern 110,4 Aschau-Stein Bayern 109,8 Balderschwang Bayern 109,2 Marktschellenberg Bayern 108,7 Kreuth-Glashütte Bayern 101,6 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 100,4 Oberstdorf-Rohrmoos Bayern 100,3 Garmisch-Partenkirchen (Kanker) Bayern -
Wert Station Bundesland 0,7 Heilbronn-Klingenberg Baden-Württemberg 1,0 Geratal-Gräfenroda Thüringen 1,4 Dörnick Schleswig-Holstein 1,4 Friedrichswalde Brandenburg 1,7 Leonberg-Höfingen Baden-Württemberg 1,8 Schönbeck Mecklenburg-Vorpommern 2,9 Schiffmühle-Neutornow Brandenburg 2,9 Waigolshausen Bayern 3,4 Lengefeld-Neunzehnhain Sachsen 3,7 Arzberg-Köllitsch Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 102,2 02.06.2026 Lindau (SWN) Bayern 99,4 04.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 97,2 04.06.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 88,2 04.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 85,3 02.06.2026 Gailingen Baden-Württemberg 84,6 08.06.2026 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 83,2 09.06.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein 81,4 09.06.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 80,6 08.06.2026 Weißenburg-Emetzheim Bayern 80,3 04.06.2026 Gülzow-Prüzen Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Station Bundesland 98,6 UFS TW Ems Hamburg 95,7 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 94,0 Wittenberg Sachsen-Anhalt 93,5 Jeßnitz Sachsen-Anhalt 93,2 Magdeburg Sachsen-Anhalt 93,0 Fehmarn Schleswig-Holstein 92,8 Leipzig - Halle Sachsen 92,6 Hiddensee-Vitte Mecklenburg-Vorpommern 92,0 UFS Deutsche Bucht Hamburg 91,7 Querfurt-Mühle Lodersleben Sachsen-Anhalt -
Wert Station Bundesland 36,0 Oberstdorf Bayern 36,0 Schneefernerhaus Bayern 36,8 Mittenwald - Obb. Bayern 37,5 Zugspitze Bayern 42,7 Wuppertal-Buchenhofen Nordrhein-Westfalen 43,9 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern 44,4 Garmisch-Partenkirchen Bayern 44,4 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 45,4 Halblech-Bayerniederhofen Bayern 45,6 Kleve Nordrhein-Westfalen
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juni 2026 beträgt 15,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 0,0 °C (91/20 -1,1 °C). Am 08.06.2026 konnte mit 29,5 °C über Kitzingen (Bayern) die höchste und am 11.06.2026 mit -7,0 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 17,5 °C Berlin. Frischer ist der Juni 2026 mit einem Durchschnittswert von 14,7 °C bisweilen über Rheinland-Pfalz.
Im Juni 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 31,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 36 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 5 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 68,4 Stunden ihren Sollwert von 201,2 Stunden zu 34 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 98,6 Stunden über der UFS TW Ems (Hamburg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 36,0 Stunden über der Oberstdorf (Bayern).











