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Wetteranalyse - Vom Winter in den Frühling - was bis März möglich ist

| M. Hoffmann

Der Zeitraum von Ende Februar bis zum 10. März ist der Zeitraum, bei dem sich der Winter immer weiter zurückzieht und der Frühling in manchen Jahren erste Akzente setzen kann. Und da der Winter mancherorts aktuell seine Präsenz zeigt und auch im Verlauf der kommenden Woche nicht ganz aus Deutschland weichen möchte, legen wir in unserer heutigen Wetteranalyse den Schwerpunkt auf die Frage nach der Relevanz des Spätwinters und unter welchen Bedingungen Frühlingswetter möglich sein kann.

Der Spätwinter im März oder der erste Hauch des Frühlings?
Der Spätwinter im März oder der erste Hauch des Frühlings?

Kalte Polarluft hat sich in den vergangenen Stunden über Deutschland ausdehnen können und mancherorts konnte sich über dem Norden und dem Süden eine Schneedecke ausbilden (Schneehöhen Deutschland). Nach einem trockenen, teils sonnigen und über dem Süden auch trüben Start in den Tag verdichtet sich zum Nachmittag von Westen die Bewölkung und noch am Abend setzt über dem Westen Niederschlag ein, der in der Nacht eine Linie südlich zwischen Hamburg und Dresden erreicht. Die Temperaturen steigen über dem Westen und Südwesten auf +0 bis +6 Grad an, sodass anfangs Schneefall bis in tiefere Lagen möglich ist, dieser jedoch zügig in Regen übergeht. Nördlich einer Linie zwischen Köln und Wetter München ist zunächst mit kräftigem Schneefall zu rechnen, der entlang der Linie - passend zum Berufsverkehr am Rosenmontag - auch als Schneeregen, Eisregen oder gefrierender Regen mit gefährlicher Glätte niedergehen kann (Warnlagenbericht).

Abwechslungsreiches Wetter - Winter lässt sich nicht verdrängen

Der Niederschlag gehört zu einem Ausläufer der Frontalzone, welcher auf seiner Vorderseite vergleichsweise warme Luftmassen nach Norden führt, die winterliche Frostluft über Teilen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern jedoch nicht ganz vertreiben kann. Über dem Rest von Deutschland stellt sich bei starker bis wechselnder Bewölkung und Temperaturen von +2 bis +6 Grad und über dem Westen mit bis +8 Grad eine nasskalte Witterung ein. Zur Wochenmitte beruhigt sich das Wetter und Deutschland gelangt in eine Rückseitenströmung. Die Nächte verlaufen frostig, während tagsüber der Sonnenschein die Temperaturen auf +0 bis +6 Grad ansteigen lassen kann. Nennenswerter Niederschlag ist am 19. Februar über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern sowie über den Alpen zu erwarten, sonst bleibt es weitgehend trocken.

Eine verbreitet nasskalte Wetterentwicklung mit winterlichen Optionen über dem Nordosten und Lagen oberhalb etwa 400 bis 800 Meter
Eine verbreitet nasskalte Wetterentwicklung mit winterlichen Optionen über dem Nordosten und Lagen oberhalb etwa 400 bis 800 Meter © www.meteociel.fr

Bis März - Der Durchbruch des Frühlings?

Was muss passieren, damit der Frühling bis März über Mitteleuropa durchbrechen kann? Die obenstehenden Wetterkarten zeigen einen Ansatz, wie das gelingen kann. Das Hoch muss sich im Hinblick auf frühlingshafte Temperaturen in Richtung Mitteleuropa verlagern. Anders wird es Ende Februar und Anfang März nicht gelingen, die Temperaturen in Richtung der +15 Grad-Marke zu treiben.

Warum? Normalerweise startet der März mit einer Temperaturspanne von +0 bis +5 Grad, selten bis +10 Grad. Die +15 Grad-Marke wird erst in der zweiten Dekade angestrebt. Und so braucht es eine besondere Wetterlage, um die Temperaturen in Richtung Frühling zu treiben. Ein Hoch über Mitteleuropa würde die Frontalzone nicht vollständig blockieren, jedoch auflaufen lassen. Da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn und Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn drehen, kippt die Grundströmung auf Südwest und führt - auch in der Höhe - vergleichsweise warme Luftmassen nach Deutschland.

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnet heute eine solche Wetterentwicklung im Ansatz. Das Hoch versucht sich zwischen dem 21. und 24. Februar noch nach Norden auszudehnen, doch ist die Frontalzone zu stark und zwingt das Hoch in die Defensive. Über Mitteleuropa stellt sich eine gradientenstarke Wetterlage ein, bei der sich mit einem kräftigen Westwind auch Starkwindereignisse ausbilden können. Der Westwind führt milde Atlantikluft nach Deutschland, was die Temperaturen bis zum 24. Februar auf +6 bis +12 Grad ansteigen lassen kann.

Frühlingshafte Temperaturen von bis +18 Grad

Bis zum 27. Februar kippt die Tiefdruckachse auf Südwest und führt mit +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad Frühlingsluft nach Deutschland. Im weiteren Verlauf zieht sich das Hoch immer weiter nach Süden zurück und lässt die Frontalzone bis an die Alpen vorrücken. Die Achse kippt von Südwest auf Nordwest und leitet den Zustrom maritimer Kaltluftmassen ein, was die Temperaturen bis Anfang März auf jahreszeittypische +2 bis +6 Grad und örtlich auf bis +8 Grad einpendeln lässt. Schneefall und Winterwetter werden ab den mittleren Lagen wieder optional.

Nein, die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnet bis März keinen nachhaltigen Durchbruch des Frühlings. Es zeigt aber, wie der Durchbruch strukturell gelingen kann und darauf sollten Freunde des Frühlingswetters in den kommenden Tagen achten.

Kurzzeitig sind mit bis +18 Grad frühlingshafte Temperaturen möglich, doch von Dauer ist das nicht
Kurzzeitig sind mit bis +18 Grad frühlingshafte Temperaturen möglich, doch von Dauer ist das nicht © www.meteociel.fr

Die Winterluft lauert

Der Winter hat sich in dieser Saison über dem Norden und Osten von Europa nicht nur durchsetzen, sondern auch festsetzen können. Der Winter lässt sich von dort auch nicht so schnell vertreiben und es bedarf nicht viel, dass die Winterluft wieder angezapft wird. Man spricht dann von spätwinterlichen Rückschlägen, welche sich auch im März und Anfang April noch bemerkbar machen können.

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells deutet heute so etwas an. Das Hoch kann sich zwischen dem 22. und 25. Februar nur kurz in Richtung Mitteleuropa entwickeln und die Temperaturen auf +8 bis +12 Grad und örtlich auf bis zu +15 Grad ansteigen lassen. Nachfolgend zieht sich das Hoch nach Süden zurück und dehnt sich auf dem Atlantik nach Norden aus. Die Grundströmung kippt auf Nordwest, was die Temperaturen am 25. Februar auf +4 bis +8 Grad und Anfang März auf -1 bis +6 Grad zurückgehen lassen kann.

Polarwirbel unter Druck

Auch nach dieser Wetterprognose ist es nur eine kurze Phase, bei der frühlingshafte Temperaturen möglich sein können. Über weite Strecken dominiert eine nasskalte Witterung, bei der Winterwetter ab den mittleren Lagen optional bleibt.

Schaut man sich die nachfolgenden Wetterkarten genauer an, erkennt man das auf dem Atlantik nach Norden strebende Azorenhoch, welches sich Anfang März als Blockadehoch etabliert und - ganz nebenbei - noch eine Querverbindung zum Kontinentalhoch über Sibirien aufbauen kann. Ein Polarwirbelsplit im Ansatz, welcher einen Cluster des Polarwirbels über Skandinavien weit nach Süden austrogen lassen kann. Im Extrem hätte das Anfang März Winterwetter bis auf tiefere Lagen herab zur Folge. Auf eine solche Entwicklung sollten Freunde des Winterwetters achten.

Zusammenfassung Wetterprognose der Vorhersagemodelle

  • Die Wetterdynamik bleibt auf einem hohen Niveau
  • Luftmassengrenze bleibt vorerst noch erhalten
  • Mildeinschübe lassen die Schneefallgrenze über dem Süden bis in die höheren mittleren Lagen ansteigen
  • Schnee, Schneeregen, Eisregen, gefrierender Regen sind entlang der Luftmassengrenze möglich
  • Temperatursprung zwischen dem 23. und 26. Februar wahrscheinlich
  • Nachfolgend nasskaltes Wetter mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen
Der Winter ist nah an Deutschland dran - spätwinterliche Rückschläge sind möglich
Der Winter ist nah an Deutschland dran - spätwinterliche Rückschläge sind möglich © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Betrachtung der Randfaktoren - Signale für den Spätwinter oder den Frühling?

Sollte der Polarwirbel kollabieren, so hätte das einen negativen AO-Index zur Folge. Aktuell wird der AO-Index seit Anfang Januar erstmalig wieder positiv berechnet, was sich günstig auf den aktuellen Durchbruch der Frontalzone auswirkt. Im Zeitraum vom 17. bis 23. Februar ist der AO-Index deutlich negativ und Anfang März neutral bewertet. Eine Rückkehr zu einem stabilen Polarwirbel, wie er gestern Abend noch simuliert wurde, lässt sich nach dem AO-Index nicht ableiten.

Der NAO-Index beschreibt das Verhältnis zwischen Azorenhoch und Islandtief und ist für die Wetterentwicklung über Deutschland maßgeblicher als der AO-Index. Aktuell ist der NAO-Index leicht positiv, neutralisiert sich zum 20. Februar und weist nachfolgend einen leicht positiven Trend auf.

Weder für den Winter noch für den Frühling - Keine optimalen Rahmenbedingungen

Die Zeit der optimalen Rahmenbedingungen für den Winter ist vorbei. Die Frontalzone meldet sich zurück und ob diese auch nachhaltige Akzente setzen kann, hängt letztlich vom Hoch auf dem Atlantik/Mitteleuropa ab. Mit anderen Worten formuliert kann sich auch mit einem positiven NAO-Index ein Blockadehoch ausbilden, doch wird das Hoch nah an Mitteleuropa liegen und dennoch für kuriose Wetterentwicklungen sorgen können. Wir haben nachfolgend ausgesuchte Kontrollläufe mit einem negativen AO- und einem positiven NAO-Index gegenübergestellt.

Zusammenfassung Analyse Randfaktoren

  • AO-Index aktuell leicht positiv, nachfolgend negativ mit neutralem Trend Anfang März
  • Der Polarwirbel bleibt in seiner Gesamtstruktur geschwächt
  • NAO-Index zum Wechsel in die letzte Februar-Dekade neutral, sonst positiv
  • Keine klaren Signale - weder für den Spätwinter noch für den Frühling
Die möglichen Wetterentwicklungen bei einem positiven NAO- und einem negativen AO-Index
Wetterprognose nach ausgesuchten Kontrollläufen: Die möglichen Wetterentwicklungen bei einem positiven NAO- und einem negativen AO-Index © www.meteociel.fr

Zwischenfazit: Nasskalt und der optionale Winter

Es hat sich seit 14 Tagen nichts an diesem Wettertrend geändert. Der Winter bleibt ab den mittleren Lagen (400 bis 800 Meter) optional, auch wenn es immer wieder einmal Einschübe wärmerer Luftmassen geben kann. Der Winter ist nicht weit von Deutschland entfernt und es bedarf nicht viel, dass er sich erneut bis an die Alpen ausdehnen kann.

Die Randfaktoren verändern sich in der zweiten Februar-Dekade und bieten im Hinblick auf den Winter nicht mehr die besten Voraussetzungen, was jedoch nicht damit gleichzusetzen ist, dass der Winter gar keine Chance mehr hat. Es bedarf jedoch schon einer außergewöhnlichen Wetterentwicklung (s. obenstehende Wetterkarten), um den Winter nochmals bis auf das Flachland durchbrechen zu lassen.

Heute Abend steigen wir tiefer in die Wetteranalyse ein und schauen uns die Cluster-Analyse, den Stratosphärenwirbel sowie die aktuellen Prognosen der Vorhersage-Modelle an und analysieren die KI-Prognosen. Bis dahin wünschen wir Ihnen einen wunderbaren Sonntag.

Nächste Aktualisierung

  • 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetteranalyse an dieser Stelle

Update der Wetterprognose von 20:00 Uhr

Spätwinter oder Frühling - Die Clusteranalyse
Der positive NAO-Index und ein negativer AO-Index sagen für sich genommen wenig über eine konkrete Wetterentwicklung aus. Das lässt sich mit einer Clusteranalyse der unterschiedlichen Wetterlagen besser bestimmen. Passen die Cluster zudem noch gut in das Schema der Index-Werte, steigt die Eintreffwahrscheinlichkeit und lässt oftmals klare Rückschlüsse zu

Klare Signale für ein Blocking

Die Clusteranalyse liefert heute Abend 12 mögliche Cluster. Die Wahrscheinlichkeit für ein Blocking über den nördlichen Breiten (Skandinavien, Island, Grönland) beträgt 42 Prozent. Auf ein Blocking auf dem Atlantik entfallen 33 Prozent und 25 Prozent gehen auf das Konto eines positiven NAO-Index.

Fasst man die Cluster zusammen, so besteht eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent für eine Blockadewetterlage und 25 Prozent für eine zonal geführte Wetterlage (Westwetterlage). Mit anderen Worten formuliert hält die Schwäche des Polarwirbels an und meridional geführte Wetterlagen sind Ende Februar und Anfang März wahrscheinlich. Ob diese winterlich oder frühlingshaft warm ausfallen können, hängt von der Ausgestaltung und der Positionierung der Hochdruckblockaden ab.

Zusammenfassung der Cluster-Analyse

  • Eine 75 Prozent-Wahrscheinlichkeit für ein Blockadehoch auf dem Atlantik oder den nördlichen Breiten
  • Eine Westwetterlage hat eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent
  • Ob Winterwetter oder ein Hauch von Frühling hängt von der Ausgestaltung und Positionierung des Hochdrucksystems ab
Blockadewetterlagen in der Übersicht
Blockadewetterlagen in der Übersicht © www.meteociel.fr

Zustand des Stratosphärenwirbels

Im Hinblick auf den Spätwinter oder den frühen Durchbruch des Frühlings ist der Zustand des Stratosphärenwirbels ein wichtiger Randfaktor. Bricht der Stratosphärenwirbel frühzeitig zusammen, so wird der Polarwirbel der Troposphäre äußerst instabil und neigt entlang der Polarfront zu hohen Wellenbewegungen.

Eine hohe Wellenbewegung triggert jedoch meridional verlaufende Wetterlagen, welche entweder aus südlichen Richtungen ungewöhnlich warme Luftmassen nach Norden oder kalte Polarluft nach Süden rauschen lassen können. Also eine sowohl als auch Wetterentwicklung, wobei Kaltluftvorstöße dann auch noch bis Anfang April zustande kommen können.

Minor-Warming oder Major-Warming?

Der erste Höhepunkt eines Warmings in Stratosphärenhöhe wurde heute bereits erreicht und ein zweites deutet sich zum 23. Februar an. Der Stratosphärenwirbel ist in dieser Saison äußerst schwach, doch reichte es bislang nicht zu einem Major-Warming. Das ist per Definition erst dann erfüllt, wenn sich die Winde von West-Ost auf Ost-West drehen. Erst ab diesem Moment wird die Kopplungssperre zwischen der Stratos- und Troposphäre aufgebrochen, sodass auch der untere Wirbel in Mitleidenschaft gezogen wird.

Aktuell betragen die Windgeschwindigkeiten in Stratosphärenhöhe +80 km/h und sinken zum 26. Februar auf +15,6 km/h ab. Das ist niedrig, doch reicht es nicht für eine Windumkehr. Ob das Warming auch ohne Erfüllung der Definition eines Major-Warmings die Kopplungssperre aufbrechen kann, bleibt abzuwarten. Wie sich das bemerkbar machen wird? Mit einem desolaten Zustand des Polarwirbels Ende Februar und Anfang März.

Zusammenfassung Analyse

  • Die Schwäche des Polarwirbels wird im Februar anhalten
  • Ob die Kopplungssperre zwischen der Tropo- und Stratosphäre aufgebrochen werden kann, bleibt abzuwarten
  • Gelingt das, wird der Polarwirbel Ende Februar und Anfang März einen desolaten Zustand annehmen
Zustand des Stratosphärenwirbels - starke Schwächung, kräftiges Warming, doch keine plötzliche Stratosphärenerwärmung
Zustand des Stratosphärenwirbels - starke Schwächung, kräftiges Warming, doch keine plötzliche Stratosphärenerwärmung © www.meteociel.fr

Verifikation KI- zu numerischem Modell

Vor 14 Wochen haben wir die erste Verifikation der KI-Modelle im Vergleich zu den numerischen Vorhersage-Modellen durchgeführt und diese im 14-Tage-Abstand verifiziert. Die Europäer haben durchweg gute bis sehr gute Ergebnisse geliefert, während die Amerikaner ein durchwachsenes Ergebnis lieferten.

Beeindruckendes Ergebnis des europäischen Wettermodells

In der Gegenüberstellung von vor 14 Tagen wurden in den KI-Modellen unterschiedliche Prognosen berechnet, sodass nur ein Vorhersage-Modell ein korrektes Ergebnis erzielen konnte. Und ja, die Europäer haben erneut korrekt gerechnet. Das Ergebnis ist beeindruckend genau und das über einen Zeitraum von 14 Tagen hinweg.

Gegenüberstellung der aktuellen Wetterprognose mit den KI-Modellen 15. Februar - sehr gutes Ergebnis beim europäischen und eine Fehlinterpretation beim amerikanischen Wettermodell
Gegenüberstellung der aktuellen Wetterprognose mit den KI-Modellen 15. Februar - sehr gutes Ergebnis beim europäischen und eine Fehlinterpretation beim amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Frühling in Sicht? Die Wetterprognose der KI-Modelle bis zum 1. März 2026

Mit all den Unsicherheiten der kommenden Wetterentwicklung ist die Frage, welche Großwetterlage die KI-Modelle bis Mitte Februar berechnen, umso spannender.

Das Ergebnis aber ist eindeutig. Das weiter oben beschriebene Blocking wird von beiden KI-Modellen gestützt. Eine Westwetterlage hat keine Chance. Die Europäer berechnen eine Omegawetterlage, bei der Deutschland, die Schweiz und Österreich am östlichen Hochdruckgradienten liegen. Temperaturen von +3 bis +6 Grad und über dem Westen von bis zu +8 Grad wären möglich.

Die Prognose des amerikanischen Wettermodells berechnet das Blocking über den nördlichen Breiten. Mithilfe eines Hochdrucksystems über Skandinavien können Anfang März eisig kalte Luftmassen sibirischen Ursprungs nach Deutschland geführt werden. Bei Temperaturen von -6 bis +0 Grad wäre zum Start in den meteorologischen Frühling mit Winterwetter bis in die tieferen Lagen zu rechnen.

Gegenüberstellung der aktuellen KI-Prognosen der Vorhersage-Modelle bis 1. März
Gegenüberstellung der aktuellen KI-Prognosen der Vorhersage-Modelle bis 1. März © www.meteociel.fr

Die aktuelle Wetterprognose der Vorhersage-Modelle

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnet heute Abend den Durchbruch der Frontalzone und entscheidet sich für die Variante mit einer 25-prozentigen Wahrscheinlichkeit. In raschen Abständen überqueren bis Anfang März Tiefdrucksysteme Deutschland von West nach Ost.

Die Niederschlags- und Windaktivität ist hoch und die Temperaturen pendeln sich im Zeitraum vom 23. Februar bis 3. März auf +6 bis +12 Grad ein und können vom 24. bis 27. Februar mit +10 bis +14 Grad und örtlich bis +17 Grad in den frühlingshaften Bereich ansteigen.

Die frühlingshaften Temperaturen werden zwischen dem 23. und 25. Februar auch in der Wetterprognose des europäischen Wettermodells berücksichtigt. Darüber hinaus bricht die Frontalzone zwar nicht komplett durch, doch verweilen Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten eines nach Norden aufstrebenden Hochdruckkeils und der reaktiven Frontalzone.

Das Interessante heute Abend ist, dass beide Vorhersage-Modelle von der Clusteranalyse und auch von den Berechnungen der KI-Modelle wenig halten. Man darf gespannt sein, welches der Berechnungsmethoden zuerst kippt.

Geht es nach den Wahrscheinlichkeiten, so hat es in den Kontrollläufen in den vergangenen 24 Stunden eine deutliche Korrektur gegeben und womöglich steht eine wegweisende Entwicklung bevor. Der Zeitraum vom 16. bis 21. Februar wird nasskalt berechnet, wobei Winterwetter ab den mittleren Lagen optional bleibt. Darüber hinaus steigt die Temperatur in 1.500 Meter Höhe auf bis zu +3 Grad an. Damit folgen die Kontrollläufe einem Trend hin zu milderen Temperaturen, was Ende Februar und Anfang März ein Temperaturspektrum von +7 bis +12 Grad zur Folge haben kann. Weit weg vom Spätwinter - näher dran am Frühling. In diesem Sinne Ihnen einen wunderbaren Sonntagabend.

Kein Spätwinter
Kein Spätwinter © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterdaten Juli 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im Juli 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 20,0 °C +3,1 °C +1,7 °C
Sonne (Ø) 146,3 h 69 % 65 %
Niederschlag (Ø) 22,24 mm 28 % 25 %
Wind (Ø) 12,9 km/h
Max. Temp. 36,6 °C Rheinfelden
Min. Temp. -1,5 °C Zugspitze
Max. Böe 130,3 km/h Nürnberg
Max. 24h Niederschlag 80,7 mm Blumberg-Randen
Sommertage 9.69 108 % 76 %
Hitzetage 2.64 135 % 74 %
Tropennächte 0.09
Wüstentage 0.02

Top-10 Extremwerte Juli 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    36,6 11.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg
    36,1 14.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg
    35,9 13.07.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg
    35,8 13.07.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg
    35,5 11.07.2026 Müllheim Baden-Württemberg
    35,4 10.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg
    35,4 13.07.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg
    35,4 13.07.2026 Wolfach Baden-Württemberg
    35,3 13.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg
    14,6 16.07.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -1,5 02.07.2026 Zugspitze Bayern
    4,5 04.07.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    5,5 04.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    6,1 04.07.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen
    6,4 04.07.2026 Carlsfeld Sachsen
    6,6 04.07.2026 Lobenstein, Bad Thüringen
    6,6 04.07.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt
    6,6 11.07.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen
    6,7 04.07.2026 Königshofen, Bad Bayern
    6,8 04.07.2026 Elster, Bad-Sohl Sachsen
  • Wert Datum Station Bundesland
    80,7 15.07.2026 Blumberg-Randen Baden-Württemberg
    69,4 13.07.2026 Wittendörp-Dodow Mecklenburg-Vorpommern
    66,3 14.07.2026 Untrasried-Maneberg Bayern
    59,0 14.07.2026 Schwarzatal-Lichtenhain - Bergbahn Thüringen
    56,2 14.07.2026 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern
    54,8 01.07.2026 Attenkam Bayern
    54,3 01.07.2026 Ostritz Sachsen
    53,4 14.07.2026 Ettal-Linderhof Bayern
    52,6 14.07.2026 Oberstaufen-Thalkirchdorf Bayern
    51,8 01.07.2026 Bockhorn - Oberbayern -Grünbach Bayern
  • Wert Station Bundesland
    130,6 Marienberg Sachsen
    116,5 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern
    116,5 Untrasried-Maneberg Bayern
    113,3 Ettal-Linderhof Bayern
    110,9 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern
    108,8 Oy-Mittelberg - Grüntensee Bayern
    107,4 Unterjoch Bayern
    105,6 Ettal-Graswang Bayern
    105,3 Flintsbach - Inn-Asten Bayern
    102,8 Sehmatal-Neudorf Sachsen
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen
    0,0 Aßlar Klein-Altenstädten Hessen
    0,0 Bergtheim Bayern
    0,0 Biblis Hessen
    0,0 Bischbrunn-Oberndorf Bayern
    0,0 Blankenheim-Ahrhütte Nordrhein-Westfalen
    0,0 Braunfels Hessen
    0,0 Greifenstein Hessen
    0,0 Groß-Gerau-Wallerstädten Hessen
    0,0 Mehlingen - Pfalz Rheinland-Pfalz
  • Wert Datum Station Bundesland
    130,3 14.07.2026 Nürnberg Bayern
    126,7 16.07.2026 Mühlacker Baden-Württemberg
    125,3 15.07.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg
    105,1 13.07.2026 Hannover Niedersachsen
    104,4 16.07.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg
    101,9 07.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    95,8 03.07.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern
    95,4 16.07.2026 Lindau (SWN) Bayern
    95,0 16.07.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    91,8 03.07.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein
  • Wert Station Bundesland
    198,2 Tholey Saarland
    196,5 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland
    194,1 Weiskirchen - Saar Saarland
    192,3 Perl-Nennig Saarland
    190,1 Saarbrücken-Burbach Saarland
    189,4 Neunkirchen-Wellesweiler Saarland
    189,2 Kandern-Gupf Baden-Württemberg
    188,7 Pirmasens Rheinland-Pfalz
    188,6 Aachen-Orsbach Nordrhein-Westfalen
    187,7 Berus Saarland
  • Wert Station Bundesland
    72,5 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen
    98,9 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    100,7 Helgoland Schleswig-Holstein
    102,9 Wangerland-Hooksiel Niedersachsen
    103,1 Zugspitze Bayern
    104,3 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen
    107,0 UFS TW Ems Hamburg
    108,0 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg
    108,3 Emden Niedersachsen
    108,4 Norderney Niedersachsen

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juli 2026 beträgt 20,0 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,1 °C (91/20 1,7 °C). Am 11.07.2026 konnte mit 36,6 °C über Rheinfelden (Baden-Württemberg) die höchste und am 02.07.2026 mit -1,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 23,1 °C Saarland. Frischer ist der Juli 2026 mit einem Durchschnittswert von 17,9 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.

Im Juli 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 22,2 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 28 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 3 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 146,3 Stunden ihren Sollwert von 211,9 Stunden zu 69 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 198,2 Stunden über der Tholey (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 72,5 Stunden über der Friesoythe-Altenoythe (Niedersachsen).

Stand inkl.: 16.07.2026 || Aktualisiert: 17.07.2026 08:55 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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