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Wettertrend Juni: Der Sommer und die Schafskälte stehen sich gegenüber

| M. Hoffmann

Ein Sommerhoch dehnt sich zu Pfingsten in Richtung Deutschland aus. Ob es aber auch sommerliche Temperaturen und beständiges Wetter bringt, bleibt noch abzuwarten. Die mögliche Temperaturspanne der Prognose-Modelle beträgt über Pfingsten +17 bis +32 Grad und auch in der Niederschlagsprognose sind sich die Vorhersage-Modelle alles andere als einig. Das Hoch, welches sich bis Pfingsten über Mitteleuropa aufbaut, ist jedoch ein starkes Signal für sommerliche Temperaturen und dieses Hoch kann unter bestimmten Voraussetzungen das Wetter bis weit in die erste Juni-Hälfte dominieren - wäre da nicht die Schafskälte.

Der Sommer Anfang Juni - oder doch die Schafskälte? © Martin Bloch
Der Sommer Anfang Juni - oder doch die Schafskälte? © Martin Bloch

Bis das Hoch jedoch das Wetter dominiert, liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz noch bis Donnerstag zwischen den Fronten, sodass aus westlichen Richtungen immer wieder Ausläufer eines Tiefdrucksystems auf dem Atlantik nach Deutschland übergreifen können. So beginnt die Woche mit einer leicht erhöhten Schaueraktivität über dem Westen, die sich bis Donnerstag weiter nach Osten ausdehnen und intensivieren kann. Mit stabilem Wetter ist im Verlauf der Pfingstwoche nicht zu rechnen, dafür mit ansteigenden Temperaturen, welche verbreitet +17 bis +23 Grad und örtlich bis +25 Grad erreichen können.

Der Sommer an Pfingsten?

Über die Pfingstfeiertage dehnt sich das Hoch weiter über Mitteleuropa aus und dominiert das Wetter - auch über Deutschland. Fraglich ist im Moment, ob doch noch Störimpulse den Aufbau einer nachhaltig stabilen Wetterlage unterbinden können. Die Europäer und das deutsche Vorhersage-Modell bringen eine solch leicht wechselhafte Variante mit gemäßigten Temperaturen ins Spiel. Die Amerikaner berechnen stattdessen das Hoch direkt über Deutschland, was mit Temperaturen von +24 bis +28 Grad sommerliche und örtlich mit bis +30 Grad auch hochsommerliche Temperaturen nicht ausschließen lässt. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Pfingsten 2026.

Der Sommer zu Pfingsten? Auf die Positionierung der Wettersysteme kommt es an
Der Sommer zu Pfingsten? Auf die Positionierung der Wettersysteme kommt es an © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wie wird das Wetter im Juni 2026?

Beginnen wir mit der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells, welches mit einer extremen Wetterentwicklung wohl wieder Schockprognosen in den Schlagzeilen auslösen wird. Denn - und das sieht man auf den obenstehenden Wetterkarten sehr gut - hält sich das Hoch noch bis Ende Mai über Deutschland und lässt die Temperaturen mit +22 bis +26 Grad und über dem Süden mit bis +30 Grad zunächst noch im sommerlichen Bereich verweilen.

Kehrtwende im Juni - Schafskälte hält Einzug

Pünktlich zum Start in den meteorologischen Sommer aber ändert sich die Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognosemodell grundlegend. Das Hoch entfleucht nach Westen und lässt an seinem nördlichen Gradienten ein Tiefdrucksystem passieren, welches zum 31. Mai Skandinavien erreicht und im Zusammenspiel mit dem nach Westen ausweichenden Hochdrucksystem nach Süden austrogt.

Wechselhaftes und kühles Juniwetter

Die Niederschlagstätigkeit nimmt zu und die Temperaturen gehen Anfang Juni mit einem stark böigen bis stürmischen Wind aus nordwestlichen Richtungen auf +10 bis +15 Grad zurück. Mit einer längeren Sonnenscheindauer sind bis +18 Grad und bei Dauerregen bis +7 Grad möglich. Statt Sommerwetter kommt die Schafskälte.

Nach sommerlichen bis hochsommerlichem Wetter bringt ein Wettersturz im Juni die Schafskälte
Nach sommerlichen bis hochsommerlichem Wetter bringt ein Wettersturz im Juni die Schafskälte © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Sommerwetter im Juni mit Einschränkungen

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bildet auch heute wieder ein Extrem ab, welches mit einem gesunden Maß an Skepsis bewertet werden sollte. Es geht im Moment auch gar nicht so sehr um die Details, sondern um das Muster der Großwetterlage, welches sich bis Juni einstellen kann. Und ja, die ist nach der Prognose der Amerikaner zunächst hochdruckdominiert, doch verlagert sich das Hoch Anfang Juni nach Westen und sorgt so für den Wettersturz Anfang Juni.

Wechselhaftes Sommerwetter

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnet über Pfingsten eine Unterwanderung des Hochdrucksystems an seinem südlichen Gradienten durch Störimpulse. Da sich Hochdrucksysteme im und Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn drehen, wabern die Störungen bis zum 27. Mai von Ost nach West über Deutschland hinweg und sorgen nicht nur für wechselhafte, sondern bei Temperaturen von +22 bis +26 Grad auch für gemäßigtere Verhältnisse.

Wegweisend für das Juniwetter

Das Hochdrucksystem verlagert seinen Kern bis zum 28. Mai von Skandinavien über Osteuropa, während sich auf dem Atlantik das Azorenhoch nach Norden aufwölbt. Entscheidend ist das Hoch auf dem Atlantik, denn wie bereits in der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells triggert das Blockadehoch einen meridionalen Verlauf der Grundströmung, was eine Störung nach Skandinavien führt und mit nördlichen Winden die Temperaturen im Juni über Deutschland auf +14 bis +18 Grad absinken lassen kann.

Ein Wettersturz und das Potential der Schafskälte sind auch nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells Anfang Juni nicht auszuschließen - wenn auch unter anderen Rahmenbedingungen.

Ein Sommerhoch mit Einschränkungen - Die Möglichkeit der Schafskälte bleibt erhalten
Ein Sommerhoch mit Einschränkungen - Die Möglichkeit der Schafskälte bleibt erhalten © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Sommer zu Pfingsten, Schafskälte im Juni?

Es sieht auf den ersten Blick ganz danach aus, dass sich Anfang Juni die Hochdruckzone auf den Atlantik zurückzieht und sich als Blockadehoch gegenüber der Frontalzone aufstellt. Das hätte eine hohe Wahrscheinlichkeit einer meridional verlaufenden Grundströmung, was dem sommerlichen Wettertrend über und nach Pfingsten mit der verfrühten Schafskälte im Juni einen ordentlichen Dämpfer verpassen kann.

Kontrollläufe: Der Sommer kann sich nicht behaupten

Zwar sind Ende Mai und Anfang Juni sommerliche Temperaturen möglich, doch für gewöhnlich ist mit einem langsamen Übergang vom Frühling in den Vollfrühling zu rechnen, welcher in der zweiten Juni-Dekade allmählich in den Sommer überführt. Die Kontrollläufe stützen nach Pfingsten weder den Sommer noch die Schafskälte im Juni. Der Mittelwert der Temperaturen sinkt bis zum 28. Mai auf eine Anomalie von +1 bis +2 Grad ab, während die Niederschlagssignale ab dem 26. Mai wieder leicht erhöht sind.

Nein, die Entwicklung eines nachhaltig stabilen Sommerhochs - wie man unschwer auf dem untenstehenden Mittelwert aller Kontrollläufe erkennen kann - sieht anders aus. Schaun mer mal.

Keine stabilen Wetterverhältnisse im Juni
Keine stabilen Wetterverhältnisse im Juni © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Wettertrend: Temperaturprognose für Deutschland
Datum Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
Pfingsten 2026 +15 bis +33 Grad +22 bis +24 Grad
27. Mai +12 bis +29 Grad +19 bis +21 Grad
1. Juni +10 bis +29 Grad +17 bis +19 Grad
Diagramm Temperaturen Juni 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wetterdaten Juni 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im Juni 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 15,3 °C +0,0 °C -1,1 °C
Sonne (Ø) 68,4 h 34 % 32 %
Niederschlag (Ø) 31,45 mm 36 % 41 %
Wind (Ø) 12,1 km/h
Max. Temp. 29,5 °C Kitzingen
Min. Temp. -7,0 °C Zugspitze
Max. Böe 102,2 km/h Lindau (SWN)
Max. 24h Niederschlag 59,9 mm Redefin
Eistage 0.01 100 %
Frosttage 0.02 33 % 100 %
Sommertage 1.1 19 % 14 %

Top-10 Extremwerte Juni 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    29,5 08.06.2026 Kitzingen Bayern
    29,5 08.06.2026 Regensburg Bayern
    29,4 08.06.2026 Möhrendorf-Kleinseebach Bayern
    28,7 08.06.2026 Simbach - Inn Bayern
    28,6 08.06.2026 München-Stadt Bayern
    28,5 02.06.2026 Langenlipsdorf Brandenburg
    28,5 08.06.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    28,4 08.06.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern
    28,3 08.06.2026 Müllheim Baden-Württemberg
    5,2 11.06.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -7,0 11.06.2026 Zugspitze Bayern
    1,9 11.06.2026 Großer Arber Bayern
    2,0 11.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    2,5 11.06.2026 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    2,9 06.06.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen
    3,1 10.06.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    3,1 11.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    3,7 11.06.2026 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg
    4,0 06.06.2026 Carlsfeld Sachsen
    4,0 11.06.2026 Fichtelberg Sachsen
  • Wert Datum Station Bundesland
    59,9 04.06.2026 Redefin Mecklenburg-Vorpommern
    46,1 10.06.2026 Deggenhausertal-Azenweiler Baden-Württemberg
    43,1 02.06.2026 Hötensleben-Barneberg Sachsen-Anhalt
    42,7 02.06.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    39,9 02.06.2026 Balderschwang Bayern
    39,6 04.06.2026 Lübtheen Mecklenburg-Vorpommern
    37,8 02.06.2026 Colmberg-Binzwangen Bayern
    36,8 09.06.2026 Vilsbiburg Bayern
    36,0 02.06.2026 Gelbelsee Bayern
    36,0 10.06.2026 Herzogenaurach-Burgstall Bayern
  • Wert Station Bundesland
    133,1 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern
    124,9 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    116,9 Oberstdorf-Birgsau Bayern
    110,4 Aschau-Stein Bayern
    109,8 Balderschwang Bayern
    109,2 Marktschellenberg Bayern
    108,7 Kreuth-Glashütte Bayern
    101,6 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    100,4 Oberstdorf-Rohrmoos Bayern
    100,3 Garmisch-Partenkirchen (Kanker) Bayern
  • Wert Station Bundesland
    0,7 Heilbronn-Klingenberg Baden-Württemberg
    1,0 Geratal-Gräfenroda Thüringen
    1,4 Dörnick Schleswig-Holstein
    1,4 Friedrichswalde Brandenburg
    1,7 Leonberg-Höfingen Baden-Württemberg
    1,8 Schönbeck Mecklenburg-Vorpommern
    2,9 Schiffmühle-Neutornow Brandenburg
    2,9 Waigolshausen Bayern
    3,4 Lengefeld-Neunzehnhain Sachsen
    3,7 Arzberg-Köllitsch Sachsen
  • Wert Datum Station Bundesland
    102,2 02.06.2026 Lindau (SWN) Bayern
    99,4 04.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    97,2 04.06.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz
    88,2 04.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    85,3 02.06.2026 Gailingen Baden-Württemberg
    84,6 08.06.2026 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg
    83,2 09.06.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein
    81,4 09.06.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    80,6 08.06.2026 Weißenburg-Emetzheim Bayern
    80,3 04.06.2026 Gülzow-Prüzen Mecklenburg-Vorpommern
  • Wert Station Bundesland
    98,6 UFS TW Ems Hamburg
    95,7 Arkona Mecklenburg-Vorpommern
    94,0 Wittenberg Sachsen-Anhalt
    93,5 Jeßnitz Sachsen-Anhalt
    93,2 Magdeburg Sachsen-Anhalt
    93,0 Fehmarn Schleswig-Holstein
    92,8 Leipzig - Halle Sachsen
    92,6 Hiddensee-Vitte Mecklenburg-Vorpommern
    92,0 UFS Deutsche Bucht Hamburg
    91,7 Querfurt-Mühle Lodersleben Sachsen-Anhalt
  • Wert Station Bundesland
    36,0 Oberstdorf Bayern
    36,0 Schneefernerhaus Bayern
    36,8 Mittenwald - Obb. Bayern
    37,5 Zugspitze Bayern
    42,7 Wuppertal-Buchenhofen Nordrhein-Westfalen
    43,9 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern
    44,4 Garmisch-Partenkirchen Bayern
    44,4 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    45,4 Halblech-Bayerniederhofen Bayern
    45,6 Kleve Nordrhein-Westfalen

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juni 2026 beträgt 15,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 0,0 °C (91/20 -1,1 °C). Am 08.06.2026 konnte mit 29,5 °C über Kitzingen (Bayern) die höchste und am 11.06.2026 mit -7,0 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 17,5 °C Berlin. Frischer ist der Juni 2026 mit einem Durchschnittswert von 14,7 °C bisweilen über Rheinland-Pfalz.

Im Juni 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 31,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 36 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 5 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 68,4 Stunden ihren Sollwert von 201,2 Stunden zu 34 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 98,6 Stunden über der UFS TW Ems (Hamburg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 36,0 Stunden über der Oberstdorf (Bayern).

Stand inkl.: 11.06.2026 || Aktualisiert: 12.06.2026 08:55 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

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Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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