Wetteranalyse: Zusammenbruch des Polarwirbels und die möglichen Folgen für das Wetter über Deutschland
Der Frühling festigt sich in den kommenden Tagen mit einer mächtigen Hochdruckblase über Mitteleuropa und somit auch über Deutschland. Doch während das Hoch über Europa seine Runden dreht, werden zwischen Kanada und Grönland unentwegt polare Luftmassen auf den Atlantik geschoben, was die Frontalzone weiter intensiviert. Fast zeitgleich kommt es zu einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung, welche zunächst die obere Struktur des Polarwirbels und nachfolgend die untere kollabieren lässt. Trotz ruhigem und trockenem Frühlingswetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich werden jetzt die Weichen für die kommende Großwetterlage gestellt. Welche Rolle dabei der Frühling und welche der Spätwinter spielt, klären wir in unserer Wetteranalyse.

Vom Spätwinter fehlt im Moment jede Spur und selbst in 1.300 Meter Höhe sind in den kommenden Tagen Temperaturen von +10 bis +15 Grad möglich. Verantwortlich hierfür ist ein Hoch, welches sich bis Mitte der Woche über Mitteleuropa immer weiter nach Norden ausdehnt und die Frontalzone auf dem Atlantik fast vollständig blockieren kann. Zwischen den beiden Wettersystemen stellt sich eine Südströmung ein, welche für die Jahreszeit ungewöhnlich warme Luftmassen nach Deutschland führt.
Frühling über Deutschland
Nein, es handelt sich hierbei (noch) nicht um einen nachhaltigen Durchbruch des Frühlings - denn nur solange die Konstellation zwischen auflaufender Frontalzone und dem Blockadehoch über Mitteleuropa bestehen bleibt, erhält sich der Frühling. Mit anderen Worten formuliert handelt es sich um eine frühlingshafte Wetterphase, welche noch bis zum 7. März anhalten kann. So ist der Zeitraum vom 2. bis 6. März als weitgehend trocken zu bewerten. Nebelfelder trüben den Sonnenschein mancherorts ein, doch kann ohne Nebel verbreitet die maximal mögliche Sonnenscheindauer erwartet werden. Die Temperaturen pendeln sich bei schwachen Winden auf +12 bis +16 Grad und örtlich auf bis +18 Grad ein. Mit einer entsprechenden Sonnenscheindauer können lokal bis +20 Grad möglich sein.

Wie lange hält sich der Frühling über Deutschland?
In unserer Wetteranalyse vom 15. Februar wurde die frühlingshafte Witterung für Anfang März bereits gut erfasst und war somit ein erwartbares Ereignis. Fraglich ist jedoch, wie lange sich dieses außergewöhnliche Konstrukt noch erhalten kann und welche Großwetterlage nach einem Zusammenbruch der Hochdruckblase folgt.
Der Blick auf die obenstehenden Wetterkarten zeigt bereits eindrucksvoll die volle Dynamik auf dem Atlantik, welche zum 6. März damit beginnt, den Hochdruckblock über Mitteleuropa nach Osten zu drücken. Somit intensiviert sich die Südwestanströmung.
Verschiebung der Hochdruckblase - Mehr Wind, mehr Regen und zurückgehende Temperaturen
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells simuliert im Zeitraum vom 7. bis 16. März im Prinzip eine Pattsituation zwischen der Frontalzone und dem Blockadehoch. Doch verschieben sich die Zentren der beiden Wettersysteme. Die Frontalzone dreht auf dem Atlantik voll auf und erreicht zum 16. März über Island einen Kerndruck von bis zu 950 hPa. Das Hoch zieht sich über das westliche Russland zurück und erreicht einen Kerndruck von 1030 hPa.
Während der Umbauphase gelingt es dem Hoch über Skandinavien zwischen dem 12. und 14. März, einen autarken Hochdruckkern zu etablieren, was die Grundströmung über Deutschland auf östliche Richtungen drehen lässt. Werden am 11. März noch Höchstwerte von +10 bis +15 Grad und örtlich von bis +17 Grad simuliert, sinken die Temperaturen bis zum 14. März über den östlichen Landesteilen auf -2 bis +3 Grad und über dem Westen auf +6 bis +12 Grad ab. Dieser Kaltlufteinschub ist jedoch nur von kurzer Dauer, bevor die Frontalzone aus südwestlichen Richtungen mit +7 bis +13 Grad wieder mildere Luftmassen nach Norden führt.

Die Erhaltungsneigung der Hochdruckblase
Die Formation, welche die Hochdruckblase in den kommenden Tagen annimmt, entspricht einer Omegawetterlage (Ω), welche mit zu den stabilsten Wetterlagen gehört. Das ist auch der Grund, warum es der starken Frontalzone auf dem Atlantik nicht so recht gelingen mag, das Hochdruckgebiet aufzulösen.
Geht es nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells, so kommt es zu einer Erhaltungsneigung. Der Frontalzone gelingt es bis zum 16. März nicht, das Hoch derart zu schwächen, sodass ein Durchbruch nach Skandinavien oder Mitteleuropa gelingen kann. Stattdessen stellt sich eine Pattsituation ein, bei der Deutschland, die Schweiz und Österreich im gradientenschwachen Einflussbereich der Hochdruckzone verbleiben.
Temperaturen wie Mitte April
Nach der Vorhersage des amerikanischen Wettermodells können am 12. März Temperaturen von +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad möglich sein. An diesem Temperaturspektrum ändert sich bis zum 16. März nur wenig, sodass der Frühling mit Temperaturen, die eigentlich erst Mitte April zu erwarten sind, die erste März-Hälfte dominieren kann.
Zusammenfassung Wetterprognose der Vorhersagemodelle
- Der Spätwinter kann nur unter sehr speziellen Bedingungen eine Rolle spielen
- Beide Vorhersage-Modelle berechnen ein Blockadehoch über, oder in unmittelbarer Nähe zu Mitteleuropa
- Infolge daraus bleiben die Temperaturen zunächst auf einem für die Jahreszeit auf einem zu hohen Niveau
- Die Niederschlagssignale sind nur schwacher Ausprägung und zeigen eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine zu trockene erste März-Hälfte
- Erste Anzeichen für eine Veränderung der Großwetterlage zeichnen sich Mitte März ab

Betrachtung der Randfaktoren - Signale für einen spätwinterlichen Rückschlag?
Die obenstehenden Wetterkarten haben einen zwangsläufig positiven NAO- und AO-Index zur Folge, welcher in den Berechnungen bis zum 14. März auch so bestätigt wird. Das stützt die trocken-warme Wetterentwicklung in der Grundlage und macht einen spätwinterlichen Rückschlag zunächst einmal weniger wahrscheinlich.
Plötzliche Stratosphärenerwärmung
Doch sind beim Wetter bis in die erste April-Dekade hinein spätwinterliche Rückschläge etwas völlig Normales, was Freunde des Frühlingswetters
stets im Hinterkopf behalten sollten. Schaut man sich die Gesamtstruktur des Polarwirbels genauer an, so erkennt man die Schwächen. Zwar scheitert ein Polarwirbelsplit und ein Displacement des Polarwirbels (Verschiebung) setzt sich durch, doch die markante Veränderung ergibt sich in der Stratosphäre mit einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung. Diese ist zwar typisch im ausklingenden Winter (Zusammenbruch des Polarwirbels bis Mitte April/Mai), doch ist der Zeitraum etwas früher.
Polarwirbel bricht von oben herab zusammen
Nach den aktuellen Berechnungen sind zum 6. März alle Definitionen einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung (SSW, Major-Warming) erfüllt. Die Winde erreichen aktuell noch +41 km/h, sinken zum 4. März auf +0 km/h ab und drehen mit -46,8 km/h bis zum 7. März von West-Ost auf Ost-West. Damit wird die Kopplungssperre zwischen der Strato- und Troposphäre aufgebrochen und rund 7 bis 14 Tage später werden die Auswirkungen auf den Polarwirbel in den unteren Schichten sichtbar (13. bis 20. März).
Das Major-Warming kommt zu einem Zeitpunkt, in dem der Spätwinter noch eine Rolle spielen kann - die Betonung liegt auf kann. Denn neben einem Polarwirbelsplit mit der Zufuhr polarer Luftmassen nach Deutschland ist auch ein Displacement mit einem Erhalt des Frühlingswetters möglich. Aber ja, mit einem etwas verfrühten Zusammenbruch des Polarwirbels werden die Spielregeln verändert, welche sich bis in den Mai hinein auswirken können.
Zusammenfassung Analyse Randfaktoren
- AO- und NAO-Index bis Mitte März positiv, was einen spätwinterlichen Rückschlag wenig wahrscheinlich macht
- Der Polarwirbel bleibt in seiner Gesamtstruktur geschwächt und neigt zu einem Displacement (Verschiebung)
- Ein Major-Warming (plötzliche Stratosphärenerwarmung) tritt in der ersten März-Dekade ein und wird die Spielregeln im Setup der Großwetterlage verändern
- Das bestätigt die Prognose eines Major-Warmings vom 22. Februar
- Ein frühzeitiger Zusammenbruch des Polarwirbels ist nicht auszuschließen, was Auswirkungen auf das Wetter bis in den Mai hinein zur Folge haben kann.

Spätwinter oder Frühling - Die Clusteranalyse
Die Clusteranalyse weist 18 mögliche Varianten für die zweite März-Hälfte aus: 44,4 Prozent entfallen auf eine anhaltende Blockade über Mittel- und Nordeuropa. Ebenfalls 44,4 Prozent entfallen auf einen positiven NAO-Index. 5,5 Prozent entfallen auf einen negativen NAO-Index.
Das entspricht sehr gut dem Muster eines Blockadehochs über Mittel- oder Nordeuropa und der tobenden Frontalzone auf dem Atlantik. Mit anderen Worten formuliert favorisiert die Cluster-Analyse die Erhaltungsneigung. Der aktuelle Statusquo könnte sich demnach bis in die letzte März-Dekade hinein erhalten.
Zusammenfassung der Cluster-Analyse
- Positiver NAO-Index 44,4 Prozent
- Blocking-Regime über Europa 44,4 Prozent
- Ein klares Signal für eine Erhaltungsneigung mit tobender Frontalzone auf dem Atlantik und einer Hochdruckblockade über Europa
Fazit: Frühling oder ein spätwinterlicher Rückschlag
Die frühlingshafte Hochdruckblase wird die erste März-Dekade nahezu vollständig dominieren können. Nachfolgend bleibt abzuwarten, was mit dem Hoch passiert. Verlagert es sich nach Osten, nimmt die Wind- und Niederschlagsaktivität zu. Verlagert es sich nach Westen, werden spätwinterliche Wetterereignisse aus nördlichen Richtungen möglich.
Die dritte Variante aber wird in den Vorhersage-Modellen im Moment nicht berücksichtigt, sie ist jedoch - der Erfahrung nach - eine aus dem aktuellen Setup heraus durchaus typische Wetterentwicklung. Das Hoch bildet zwischen Island und Skandinavien einen autarken Hochdruckkern aus. Nach dieser These wird die Frontalzone auf dem Atlantik blockiert und es stellt sich bis zum 15. März eine vollständig gestörte Zirkulation ein. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen dabei in den Einflussbereich der südlichen Hochdruckgradienten, und da Hochdrucksysteme sich im Uhrzeigersinn drehen, kippt die Grundströmung auf Ost und kann kalte Festlandsluftmassen nach Deutschland führen.
Mit Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend wäre eine spätwinterliche Wetterentwicklung noch einmal möglich. Schaun mer mal.

Wetterdaten Juli 2026
Top-10 Extremwerte Juli 2026
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Wert Datum Station Bundesland 36,6 11.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 36,1 14.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,9 13.07.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 35,8 13.07.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 35,5 11.07.2026 Müllheim Baden-Württemberg 35,4 10.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Wolfach Baden-Württemberg 35,3 13.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 13,2 17.07.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -1,5 02.07.2026 Zugspitze Bayern 4,5 04.07.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 5,5 04.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 6,1 04.07.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 6,4 04.07.2026 Carlsfeld Sachsen 6,6 04.07.2026 Lobenstein, Bad Thüringen 6,6 04.07.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 6,6 11.07.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 04.07.2026 Königshofen, Bad Bayern 6,8 04.07.2026 Elster, Bad-Sohl Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 80,7 15.07.2026 Blumberg-Randen Baden-Württemberg 69,7 17.07.2026 Bleckede-Walmsburg Niedersachsen 69,4 13.07.2026 Wittendörp-Dodow Mecklenburg-Vorpommern 66,3 14.07.2026 Untrasried-Maneberg Bayern 65,6 17.07.2026 Aschersleben-Mehringen Sachsen-Anhalt 59,0 14.07.2026 Schwarzatal-Lichtenhain - Bergbahn Thüringen 58,8 17.07.2026 Weisendorf-Oberlindach Bayern 56,9 17.07.2026 Kalchreuth Bayern 56,2 14.07.2026 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 54,8 01.07.2026 Attenkam Bayern -
Wert Station Bundesland 130,6 Marienberg Sachsen 124,8 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 122,2 Ettal-Linderhof Bayern 119,8 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 119,7 Untrasried-Maneberg Bayern 118,2 Unterjoch Bayern 115,2 Oberstaufen-Thalkirchdorf Bayern 112,9 Oy-Mittelberg - Grüntensee Bayern 112,2 Immenstadt-Reute Bayern 112,1 Weisendorf-Oberlindach Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen 0,0 Bischbrunn-Oberndorf Bayern 0,0 Blankenheim-Ahrhütte Nordrhein-Westfalen 0,0 Braunfels Hessen 0,0 Hellenthal-Udenbreth Nordrhein-Westfalen 0,0 Idstein Hessen 0,0 Kreuztal-Eichen Nordrhein-Westfalen 0,0 Lich Hessen 0,0 Marktheidenfeld Bayern 0,0 Ranstadt-Ober-Mockstadt Hessen -
Wert Datum Station Bundesland 130,3 14.07.2026 Nürnberg Bayern 126,7 16.07.2026 Mühlacker Baden-Württemberg 125,3 15.07.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg 105,1 13.07.2026 Hannover Niedersachsen 104,4 16.07.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 101,9 07.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 99,7 17.07.2026 Altmühlsee Bayern 95,8 03.07.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 95,4 16.07.2026 Lindau (SWN) Bayern 95,0 16.07.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 202,0 Tholey Saarland 201,0 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 200,4 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 199,2 Aachen-Orsbach Nordrhein-Westfalen 197,8 Weiskirchen - Saar Saarland 196,5 Perl-Nennig Saarland 196,1 Mönchengladbach-Hilderath Nordrhein-Westfalen 195,6 Müllheim Baden-Württemberg 195,2 Heinsberg-Schleiden Nordrhein-Westfalen 194,1 Geilenkirchen-Neutevern Nordrhein-Westfalen -
Wert Station Bundesland 72,5 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen 110,9 Zugspitze Bayern 113,5 Helgoland Schleswig-Holstein 113,7 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 115,4 Wangerland-Hooksiel Niedersachsen 116,0 Gardelegen Sachsen-Anhalt 117,4 UFS TW Ems Hamburg 118,6 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg 119,2 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 120,0 Schwarzburg Thüringen
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juli 2026 beträgt 20,1 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,2 °C (91/20 1,7 °C). Am 11.07.2026 konnte mit 36,6 °C über Rheinfelden (Baden-Württemberg) die höchste und am 02.07.2026 mit -1,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 22,9 °C Saarland. Frischer ist der Juli 2026 mit einem Durchschnittswert von 18,0 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im Juli 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 26,3 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 33 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 153,6 Stunden ihren Sollwert von 211,9 Stunden zu 72 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 202,0 Stunden über der Tholey (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 72,5 Stunden über der Friesoythe-Altenoythe (Niedersachsen).










