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Ein wechselhafter Start in den April wurde heute Nachmittag und auch in den Simulationen von heute Abend bestätigt. Die Frage ob kühl oder mild bleibt indes noch offen und hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Hochdrucksystem zwischen den Azoren, Mitteleuropa und Mittelmeerregion im Verhältnis zum Tiefdrucksystem zwischen Island, England und Skandinavien positionieren wird. Die Simulationen von heute Nachmittag waren relativ mild, die von heute Abend wieder etwas kälter.

Wie das Wetter Ostern wird, hängt auch von der Wetterentwicklung im ersten April-Drittel ab

Entscheidend wird also sein, wie sich das Hochdrucksystem verhalten wird. Die Kontrollläufe stützen einen durchaus Jahreszeit-typischen Temperaturtrend im Zeitraum vom 1./9. April mit einer ansteigenden Tendenz zum 7./9. April. In der Niederschlagsberechnung zeigt sich vom 1./4. April eine erhöhte Niederschlagserwartung, welche vom 4./9. nur noch leicht erhöht simuliert wird. Das bestätigt die Tendenz von einem erneuten Hochdruckaufbau im Bereich zwischen England, Skandinavien und Deutschland der Wettermodelle der vergangenen Tage, welche im Übrigen auch heute erneut berechnet wurde.

Langfristmodell stützt Tendenz zu hohem Luftdruck - auch vor und über Ostern?

Der April wird in der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad zu warm bis deutlich zu warm simuliert. In der Niederschlagsberechnung gab es gegenüber gestern noch eine negative Abweichung, was den April nun auch deutlich zu trocken ausfallen lassen könnte. Mit anderen Worten ist es nach den Berechnungen des Langfristmodells zum heutigen Stand gut möglich, dass zumindest der Zeitraum vor Ostern hochdruckdominiert ausfallen kann.
An Ostern 2017 Schnee? Wohl eher nicht.


Osterwetter der letzten 10 Jahre

Wir haben gestern ein Diagramm veröffentlicht mit den Temperaturen Ostern der letzten 10 Jahre. Da Ostern immer an unterschiedlichen Zeiträumen stattfindet, muss man im Diagramm unterscheiden. Betrachtet man die Osterfeiertage, welche im zweiten April-Drittel stattfanden, so zeigten sich durchaus frühlingshaft milde Werte, während im Bereich Ende März und Anfang April die Wahrscheinlichkeiten für zu kalte Wetterlagen hoch waren, teils auch mit Schneefall und der Ausbreitung einer Schneedecke (2013, 2008 - wie auf dem Bild zu sehen).

Diagramm Mittelwert der Temperatur an Ostern

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Aktuell ergeben sich nach den Berechnungen der Wettermodelle für Ende März / Anfang April drei mögliche Wetterentwicklungen, beider eine besonders hervor sticht und auch von den Kontrollläufen weitgehend gestützt wird.

Ein kräftiger Tiefdruckwirbel baut sich Ende März im Bereich zwischen Neufundland, den Azoren und Island aus und drängt das bis dahin frühlingshafte Hochdrucksystem über Mitteleuropa nach Osten ab. In Folge dessen können Vorderseitig sehr warme Luftmassen nach Deutschland geführt werden, welche am 31. März, bzw. am 1. April ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen könnten. Simuliert werden Tageshöchstwerte im Bereich zwischen +16/+21 Grad, örtlich wären auch bis +23 Grad möglich (s. Wetter April).

Wetterumschwung Anfang April wird zunehmend wahrscheinlicher

Das atlantische Tiefdrucksystem nähert sich nach dem Berechnungen der Wettermodelle in den ersten April-Tagen dem skandinavischen Raum und beeinflusst zunehmend das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben zurückgehenden Temperaturen ist dann auch wieder vermehrt mit Niederschlägen zu rechnen. Bereits zum 2. April kann sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien positionieren, was einen wechselhaften und unbeständigen Wettercharakter vom 1./7. April über Deutschland wahrscheinlicher macht.

Temperaturen auf Jahreszeit-typischen Niveau

Die Kontrollläufe berechnen einen klaren Temperaturtrend Anfang April: von warm zu normal. Deutlicher zeigt dieser sich in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (< +8), normal (+9/+14), zu warm (>+15), welche am 1. April bei 20/35/45 und am 7. April bei 25/50/25 liegen. Zudem stützen die Kontrollläufe weiterhin einen mit einer leichten bis mäßigen Niederschlagserwartung einen unbeständigen Wettercharakter im ersten April-Drittel (s. Wetter Frühling und Sommer 2017). Diagramm für Wahrscheinlichkeiten der Temperaturentwicklung Ostern 2017

Großwetterlage mit Wiederholungsneigung zu Ostern?

Ein unbeständiger und wechselhafter Wettercharakter hält nicht ewig an und sollten die Tiefdrucksysteme tatsächlich wie berechnet das erste April-Drittel beeinflussen können, so steigen die Chancen auf eine Wiederholungsneigung vom Hochdruckaufbau im Bereich zwischen England, Skandinavien und Deutschland im zweiten April-Drittel und damit zu den Osterferien, bzw. zu Ostern an. Unterstützung dieser These kommt vom Langfristmodell, welcher den April mit einer Abweichung der Temperaturen von +1/+2 Grad zwischenzeitlich deutlich zu warm berechnet. Der eigentliche Hinweis zeigt sich aber in der Niederschlagsberechnung: der April soll deutlich zu trocken ausfallen. Im Umkehrschluss: wenn das erste April-Drittel normal ausfällt und die Berechnungen des Langfristmodells eintreten sollen, dann ist ein zu warmes und auch zu trockenes zweites April-Drittel zu erwarten. Anders formuliert stehen die Chancen zum heutigen Stand nicht schlecht, als dass der Zeitraum um Ostern 2017 durchaus etwas mit dem Frühling gemeinsam haben könnte.
Die Simulationen der Wettermodelle für das Wetter bis Ende März betätigen nochmals die Hochdruckdominanz zwischen Island, England und Skandinavien, wobei in den Simulationen von heute Abend das Hochdruckkonstrukt nicht sonderlich weit nach Westen ausweicht und eher über dem skandinavischen Raum verbleibt, somit sind die Wahrscheinlichkeiten für einen kalten Ausklang im März herabzustufen. Zum Vergleich gab es heute Morgen und auch heute Nachmittag immer wieder Varianten der Wettermodelle, welche mit einer westlichen Verlagerung des Hochdrucksystems den Kaltluftzustrom in Richtung Mitteleuropa hätte ermöglichen können.

Vom 1./6. April berechnet das amerikanische Wettermodell die Verlagerung des Hochdrucksystems von den Azoren/England über Deutschland bis über das östliche Europa, was gerade in den ersten April-Tagen für etwas Niederschlag sorgen kann. Je weiter sich das Hoch über Osteuropa positioniert, desto mehr dreht die Grundströmung über Deutschland, Österreich und die Schweiz auf südliche, bzw. südwestliche Richtungen, was im Zeitraum vom 4./6. April die Temperaturen auf frühlingshaft milde Werte ansteigen lassen kann.

Drei Wetterentwicklungen sind vor, bzw. an Ostern denkbar

Mitte April ist die Natur schon weit fortgeschritten


Wie das Bild schön zeigt, ist die Natur Mitte April schon weit fortgeschritten und die Vegetation steht in voller Blüte. Kaltlufteinbrüche sind aber gerade im Zeitraum vom 6./13. April - zumindest der Statistik nach - noch möglich. Das bringt uns zu der ersten Variante: der Polarwirbel beeinflusst in den kommenden Tagen die Wetterentwicklung maßgeblich mit der Verfrachtung des aktiven Kältepols in Richtung Karasee und Barentssee, während sich zur gleichen Zeit von Kanada her ein Hochdrucksystem in Richtung Polregion vorschiebt. Das trägt nicht gerade zu einem stabilen Verhalten des Polarwirbels bei, was die Schwankungen entlang der Polarfront zunehmen lassen kann. Entsprechend hoch bleibt das Risiko für Trogwetterlagen, welche im Verlauf des ersten und auch zweiten April-Drittel für einen apriltypischen und abwechslungsreichen Wettercharakter sorgen kann.

In der zweiten Variante zeigt sich ein Wiederholungsmuster, bei der sich über dem skandinavischen Raum ein Hochdrucksystem positionieren kann. Das kommt gerade im April durchaus häufiger vor und beeinflusst das Wetter über Deutschland mit einer relativ trockenen Ostströmung, bei der die Temperaturen durchaus im frühlingshaften Bereich liegen können.

In der dritten Variante wird das Hochdrucksystem durch die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik weit nach Süden gedrückt, was den Spielraum für eine West, bzw. Nordwestwetterlage erhöht. Auch in dieser Variante wäre ein apriltypischer Wettercharakter an Ostern durchaus möglich.

Hochdruckdominanz im April?

Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Das Langfristmodell berechnet auch heute wieder eine Korrektur der Temperaturen im April. So liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert nun im Bereich zwischen +0,5/+2 Grad, wobei die Tendenz mehr in Richtung der +2 Grad geht. Viel interessanter ist aber die Niederschlagsentwicklung, welche den April deutlich zu trocken berechnet, was im Zusammenspiel mit zu warmen Temperaturen und zu wenig Niederschlag auf eine Hochdruckdominanz im April schließen lässt. Zusammenfassend ist bis zum 16./17. April für das Osterwetter noch einiges an Wetterentwicklungen möglich mit einer vorsichtigen Tendenz zu hohem Luftdruck.