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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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Die Entwicklung einer Südwestwetterlage Ende Juli / Anfang August scheint zum heutigen Stand die wahrscheinlichste Wettervariante zu sein, bei der es - je nach Position zwischen tiefem und hohem Luftdruck mäßig warm oder sommerlich warm werden kann. Grundsätzlich ist der Wettercharakter bei Südwestwetterlagen über den Norden und Westen unbeständiger und kühler als über dem Südosten von Deutschland (s. Wetterprognose).

Im Zeitraum vom 3./6. August berechnet das amerikanische Wettermodell den "zaghaften" Aufbau einer Hochdruckbrücke im Bereich zwischen den Azoren, Mitteleuropa und dem östlichen Europa, so dass der Wettercharakter über Deutschland, Österreich und der Schweiz relativ freundlich und warm ausfallen kann. Die Luftmassen sind jedoch insgesamt als feucht-warm zu bezeichnen, so dass eine regionale Schauer- und Gewitterneigung sich hieraus entwickeln kann. Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik bleibt jedoch hoch und entsendet ein Tiefdrucksystem nach dem anderen in Richtung Mitteleuropa.

Maßgeblich wird also entscheidend sein, wie sich Hoch- und Tiefdrucksysteme Anfang August positionieren werden, bzw. können. Schwächt die atlantische Frontalzone die Hochdruckbrücke und kommt dabei weiter nach Osten voran, so ist mit mäßig warmen Temperaturen bei einem unbeständigen Wettercharakter im ersten August-Drittel zu rechnen. Behauptet sich hingegen die Hochdruckbrücke und verstärkt sich noch etwas, so wäre das erste August-Drittel als sommerlich warm mit einer leicht erhöhten Neigung zu Schauern und Gewittern zu bezeichnen.

Die Kontrollläufe stützen - zum heutigen Stand - eher die zweite Variante. So hat das Temperaturniveau im Zeitraum vom 3./8. August eine gegenüber dem langjährigen Mittelwert positive Entwicklungstendenz bei einer gleichermaßen ansteigenden Niederschlagsaktivität. So liegt das Temperaturspektrum am 4. August zwischen +20/+34 Grad (Mittelwert: +24 Grad über dem Norden, sonst +25/+26 Grad) und am 8. August zwischen +18/+29 Grad (Mittelwert: +23/+25 Grad). Insbesondere der Mittelwert bewegt sich durchaus in dem für die Jahreszeit normalen Bereich.

Den Trend zu einem normalen Temperaturverlauf im August 2016 stützt seit einiger Zeit auch das Langfristmodell. So liegt auch in der heutigen Wetterprognose für den restlichen Verlauf des Sommers die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich und könnte über dem Süden mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad auch leicht zu warm ausfallen.
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Gemäß Statistik gibt es im Zeitraum 23. Juli bis Anfang August häufig die sog. Hundstage (hat nichts mit Hunde zu tun), welche vor allem durch warme Temperaturen definiert werden, bevor Anfang August der Wettercharakter wieder etwas wechselhafter werden kann. Betrachtet man die aktuelle Wetterprognose bis Ende Juli / Anfang August, so hält sich das Wetter in 2016 nur bedingt an die Statistik. Von den Temperaturen her mag das noch zutreffen, jedoch bleibt der Wettercharakter zu unbeständig um als "Hundstage" durchgehen zu können. Unter Umständen kann es auch Anfang August etwas kühler werden, wobei das Temperaturniveau sich noch im weitgehend normalen Bereich bewegen kann.

Das passt auch ganz gut ins Bild des bislang durchwachsenen und bis heute zu warmen Sommer 2016. Der Juni war zu warm und der aktuelle Durchschnittswert für die bereits zurückliegenden Juli-Tage zeigen ein Temperaturüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1,1 Grad im zu warmen Bereich. Daran wird sich wohl bis Ende Juli auch nicht mehr allzu viel verändern. Es wird also auf den August darauf ankommen, ob der Sommer 2016 tatsächlich zu warm ausfallen wird, oder ob sich ein Normalisierungstrend durchsetzt.

Eine theoretische angenommene Normalisierung hätte jedoch zur Folge, dass der August deutlich zu kühl ausfallen müsste und das ist nach den aktuellen Berechnungen des Langfristmodells nicht zu erkennen. So liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5/+0,5 Grad im absoluten "Normalbereich", welcher im Süden mit +0,5/+1 Grad auch leicht zu warm ausfallen könnte. Im Niederschlagsverhalten berechnet das Langfristmodell für die Gebiete etwa südlich der Mittelgebirge ein Defizit, während nördlich davon keine sonderlichen Abweichungen gegenüber dem Sollwert zu erkennen sind.

Die aktuellen Simulationen des amerikanischen Wettermodells reichen bis zum 8. August und zeigen eine lebhafte Tiefdruckdynamik zwischen Neufundland, Island und dem skandinavischen Raum. Somit ist Potential für warmes, aber auch für zu kühles Wetter vorhanden. Entscheidend für das Temperaturgefüge wird sein, wie weit die atlantische Frontalzone nach Osten vorankommt. Mit anderen Worten: die Variationen reichen von einer wechselhaften und mäßig warmen Westwetterlage, bis hin zu einer ebenfalls wechselhaften aber warmen bis mäßig heißen Südwestwetterlage. Typischer für August sind Südwestwetterlagen, welche über dem Norden unbeständigeres und etwas kühlere Temperaturwerte als über dem Südosten zur Folge haben können.

Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25), so liegen diese am 2. August bei 35/35/30 und am 7. August bei 40/25/35 und zeigen ein Wahrscheinlichkeitsverhältnis, welches im ersten August-Drittel 2016 noch in alle Richtungen gehen kann. Betrachtet man die Luftdruckverhältnisse der Kontrollläufe vom 1.-8. August, so ist der Mittelwert wie mit dem Lineal entlang der 1018 hPa Linie gezogen. Das spricht nicht gerade für ein stabiles Hochdrucksystem und bestätigt den zum heutigen Stand mit höherer Wahrscheinlichkeit durchwachsenen Wettercharakter Anfang August.
Die Hochdruckbrücke, welche in Deutschland in den letzten Tagen für die sehr warmen Temperaturen verantwortlich war, schwächt sich in den kommenden Tagen mehr und mehr ab, so dass feucht-warme Luftmassen mit zahlreichen Schauern und Gewittern - welche örtlich auch Unwetterpotential erreichen können - zu erwarten sind. Der Schwerpunkt der Schauer- und Gewitteraktivität liegt voraussichtlich über den südlichen und westlichen Regionen, während die Neigung zu Schauern und Gewittern über dem Norden und Nordosten nachlässt. Die Temperaturen gehen etwas zurück, bleiben aber - je nach Sonnenscheindauer, bzw. Niederschlagssituation - mit +21/+27 Grad, bzw. +25/+30 Grad im warmen, teils auch heißen Bereich. Daran wird sich bis zum Dienstag der kommenden Woche kaum etwas verändern (siehe Wetter Juli 2016).

Die Hochdruckbrücke hält sich also relativ gut und schwächt sich nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodells zum 27./28. Juli kurzweilig ab, so dass erneut mit Schauern und Gewittern bei zurückgehenden Temperaturen zu rechnen ist. Wie kühl könnte es werden? Berechnet werden Werte, welche bspw. am 28. Juli zwischen +20/+25 Grad in einem durchaus für die Jahreszeit-typischen Bereich liegen können.

Im Zeitraum vom 28./31. Juli zeigt sich nach dem amerikanischen Wettermodell eine Verstärkung des Hochdruckkeils, so dass daraus mit einem Tiefdrucksystem zwischen Island und England eine warme, aber weiterhin unbeständige Südwestwetterlage mit Schauern und Gewittern entstehen kann.

Das europäische Wettermodell berechnet den Hochdruckkeil des Azorenhochs nur bis über Deutschland reichend, so dass auch demnach der Wettercharakter als unbeständig einzustufen ist, jedoch die Temperaturen mit +20/+25 Grad, örtlich bis +27 Grad kühler ausfallen können.

Die Kontrollläufe stützen weitgehend den Normalisierungstrend der letzten Tage bis Ende Juli bei einer über dem Süden und Westen schwach bis mäßigen und über dem Norden und Osten mäßigen bis erhöhten Niederschlagsneigung. Das Temperaturspektrum liegt am 27. Juli zwischen +18/+31 Grad (Mittelwert: +22/+24 Grad über dem Westen und Norden und +25/+26 Grad über dem Süden und Osten) und am 31. Juli zwischen +16/+30 Grad (Mittelwert: +21/+22 Grad über dem Norden und Westen und +23/+24 Grad über dem Süden und Osten). Man sieht alleine schon an der großen Bandreite des Temperaturspektrums, wie unsicher die Temperaturverteilung Ende Juli sein kann und wird maßgeblich davon abhängen, wie sich der Hochdruckkeil positionieren kann. Was daraus sich für Wetterlagen Anfang August entwickeln können, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter August 2016.
Die kommenden Tage zeigen sich wechselhaft und unbeständig. So ist vor allem über den westlichen und südlichen Landesteilen mit einer erhöhten Schauer- und Gewitterneigung zu rechnen, welche bis zum kommenden Dienstag anhalten kann. Die Temperaturen bleiben jedoch - je nach Niederschlagssituation, bzw. Sonnenscheindauer - mit +20/+25 Grad, bzw. +25/+30 Grad im sommerlich warmen Bereich.

Der Grund für die anhaltend hohe Schauer- und Gewitterneigung ist die Großwetterlage, welche über Deutschland, Österreich und der Schweiz aus einem Hochdruckkeil und einem Tief über Island/England besteht. So können in einem insgesamt gradientenschwachen Umfeld feucht-warme Luftmassen aus südlichen Richtungen herangeführt werden, was zu den teils unwetterartigen Schauern und Gewittern führen kann (Details: Wettervorhersage Juli 2016).

Im Zeitraum zwischen dem 26./31. Juli simuliert das amerikanische Wettermodell einen langsamen, aber dennoch steten Abbau des hohen Luftdrucks über Deutschland, so dass nachfolgend die atlantische Frontalzone mit ihren Tiefdruckausläufern bis auf Deutschland übergreifen kann. Der Hochdruckkeil kippt dabei nach Südost weg, so dass die Grundströmung bis Ende Juli noch überwiegend aus südwestlichen Richtungen kommen kann. So wäre in diesem Zeitraum mit einem insgesamt unbeständigen Wettercharakter zu rechnen, bei dem es über dem Nordwesten kühler als über dem Südosten werden kann. Wie kühl? Simuliert werden Temperaturen, welche über dem Norden im Bereich zwischen +18/+23 Grad und über dem Süden zwischen +20/+25 Grad liegen können.

Das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Variante, jedoch liegt hier der Hochdruckkeil etwas nördlicher, so dass der Tiefdruckeinfluss schwächer ausfällt und die Temperaturen etwas höher liegen können. Aber auch nach dieser Simulation ist im Zeitraum 26./31. Juli mit Niederschlägen zu rechnen.

Zusammenfassend: es hat sich in den letzten Tagen bereits gezeigt, dass sich der Hochdruckkeil mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht bis Ende Juli behaupten kann und die Großwetterlage zunächst einmal auf südwestliche Richtungen kippt, was grundsätzlich über dem Nordwesten zu einer höheren Niederschlagserwartung und kühlere Temperaturwerte als über dem Südosten führen kann. Darüber hinaus gibt es zwei wesentliche Wettervarianten, welche aus dieser Konstellation herausbilden können. Ob das sommerliche oder unbeständige und kühle Wettervarianten sein können, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Wettertrend zum Wetter August.
Ein Tiefdruckausläufer sorgt von Donnerstag bis einschließlich Sonntag für eine erhöhte Schauer- und Gewitterneigung, welche insbesondere am Donnerstag, Freitag und Samstag örtlich auch zu Unwettern führen können. Die Temperaturen bleiben bis einschließlich Montag im warmen und können vielfach auch im sommerlichen Bereich liegen (mehr wie +25 Grad). Der Tiefdruckausläufer ist dabei nicht sonderlich stark, jedoch reicht dieser aus um die Labilität der Luftschichten zu erhöhen, was im Zusammenspiel mit feucht-warmen Luftmassen zu Schauern und Gewittern führen kann (Details s. Wettervorhersage Juli 2016).

Spannend blieb in den letzten Tagen die Frage, ob sich die aktuelle Hochdruckbrücke von der Mittelmeerregion bis über Skandinavien reichend weiter stabilisieren kann, oder ob es den Tiefdrucksystemen der atlantischen Frontalzone gelingen mag, das Hochdruckkonstrukt weiter nach Osten zu verlagern und somit vermehrt das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz dominieren kann.

Das amerikanische Wettermodell simuliert am 26. Juli ein Tiefdrucksystem im Bereich zwischen Island und England, während ein zweites Tiefdrucksystem über dem westlichen Russland / östliches Europa sich weiter abschwächt. Somit fehlt der Hochdruckbrücke der "Halt" auf der östlichen Seite, so dass das Tiefdrucksystem von Westen her das Hochdrucksystem nach Südosten wegdrücken kann. In Folge daraus kann sich im Zeitraum vom 27./31. Juli eine Südwestwetterlage einstellen, bei der der Hochdruckeinfluss über dem Süden noch erhalten bleiben kann, während über dem Norden die Tiefdruckdynamik das Wettergeschehen dominieren könnte. Sollte sich dieses Szenario durchsetzen, so wäre über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge mit einer erhöhten Niederschlagsneigung bei etwas kühleren Temperaturen als über den Gebieten südlich davon zu erwarten.

Das europäische Wettermodell stützt diese Wetterentwicklung mehrheitlich, wenngleich der Hochdruckkeil des Azorenhochs weiter nördlicher - über Deutschland, Österreich und der Schweiz - verlaufen kann, was insgesamt die Niederschlagswahrscheinlichkeit verringern mag.

Mit anderen Worten zusammengefasst kann sich nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle bis Ende Juli die aktuelle Hochdruckbrücke nicht stabilisieren und wird aller Voraussicht nach im Zeitraum zwischen dem 26./27. Juli abgebaut, so dass sich in Folge daraus mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Südwestwetterlage entwickeln kann. Was für Wetterentwicklungen Anfang August möglich sind, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend August 2016.