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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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Bis zum kommenden Wochenende steht nach den Simulationen der Wettermodelle der Fahrplan fest: es bleibt bei einem Mix aus Wolken, Nebel und Sonnenschein weitgehend trocken und es wird auch langsam milder. Bereits am Samstag könnten dann weite Teile von Deutschland vom Dauerfrost befreit sein. Der Winter schwächt sich ab.

Und damit enden auch schon wieder die Gemeinsamkeiten der Wettermodelle. Das amerikanische Wettermodell berechnet zum Sonntag den Durchbruch der atlantischen Frontalzone mit einem Tiefdruckzentrum zwischen England und Skandinavien bis über Deutschland. So kann der Wettercharakter unbeständiger, milder und auch windiger werden. Potential für Starkwindereignisse ist bis Ende Januar jedenfalls gegeben.

Anders sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Das Kontinentalhoch gibt sich nicht so leicht "geschlagen" und strebt nach kurzen Rückzug bereits zum Sonntag wieder nach Westen in Richtung Skandinavien, so dass Deutschland bis Ende Januar im gradientenschwachen Umfeld verbleiben könnte. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass die Frontalzone mit teils kräftigen Niederschlägen nicht bis nach Deutschland vorankommen und stattdessen bis Ende Januar über Deutschland zu einem ruhigem und zu Nebel und Hochnebel neigenden Hochdruckwetter führen kann. Die Temperaturen könnten am Freitag und Samstag kurzweilig in den positiven Bereich ansteigen, darüber hinaus bis Ende Januar aber über den Gebieten mit Schnee wieder in den Dauerfrostbereich absinken. Der Taupunkt sollte über den Gebieten mit Schnee weitgehend negativ sein, was das Abschmelzen der Schneedecke über weite Teile von Süddeutschland verzögern könnte.

Die simulierte Ausdehnung des Hochdrucksystems vom europäischen Wettermodell in Richtung Skandinavien kann gegenüber den letzten Tagen als Kehrtwende bezeichnet werden. Denn mit dieser Ausdehnung sorgt das Hochdrucksystem für einen Störimpuls gegenüber der atlantischen Frontalzone, was diese Anfang Februar südlicher verlaufen lassen könnte, letztlich aber - zumindest zum heutigen Stand - die Milderung nur in den Februar hinein verzögern könnte. Aber es zeigt eben auch, dass ein stringenter West-/Südwestdrift, so wie es das amerikanische Wettermodell simuliert, nicht unbedingt eintreten muss.

Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 1./3. Februar eine weitere Abfolge von Tiefdrucksystemen, welche auf Mitteleuropa zusteuern und Vorderseitig sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen können. Simuliert werden bspw. für den 3. Februar Werte, welche zwischen +4/+8 Grad, örtlich bis +10 Grad erreichen können.

Im Kern geht es heute aber gar nicht um die Frage ob mild oder nicht, sondern vielmehr darum, ob die Veränderung der Großwetterlage auf West-/Südwest gelingt, oder ob sich noch andere Varianten durchsetzen können. Die Kontrollläufe jedenfalls weisen bis zum 3. Februar kaum Varianten aus, welche für eine winterliche Großwetterlage sprechen. So liegt der Mittelwert der Temperaturen in knapp 1.500 Meter Höhe bis zum 3. Februar zwischen 0/+5 Grad und das Temperaturspektrum erstreckt sich in tieferen Lagen bspw. am 3. Februar zwischen -4/+12 Grad bei einem Mittelwert von +8 Grad über dem Westen, +5/+6 Grad über dem Norden und Süden und +1/+2 Grad über dem Osten. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), so liegen diese am 30. Januar bei 25/45/30 und am 3. Februar bei 10/40/50. Das sah zwar vor ein paar Tagen noch deutlich milder aus, bestätigt aber auch heute den Trend zu einer Milderung in den ersten Februar-Tagen. Nichtsdestotrotz darf die Milderung - auch Aufgrund der Berechnungen des europäischen Wettermodells noch in ihrem Ablauf in Frage gestellt werden. Was über dem 3. Februar hinaus für Wetterentwicklungen möglich sind, klären wir gegen 17:00 Uhr in einen neuen Wettertrend zum Wetter Winter, welche heute Abend gegen 21:00 Uhr nochmals aktualisiert wird.
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Die Woche wird bis einschließlich Freitag - vor allem über dem Süden und Osten - noch verbreitet vom Dauerfrost beeinflusst werden, während es über dem Norden und Westen allmählich milder werden kann. So sind bis zum kommenden Samstag über dem Westen +1/+6 Grad und über dem Osten -2/+2 Grad zu erwarten. Über dem Norden sind mit -1/+4 Grad bereits heute schon mildere Werte zu erwarten und verändern sich bis zum Samstag kaum. Besonders in den Nächten kann es mit -5/0 Grad über dem Norden und -12/-7 Grad über dem Süden - örtlich bis -18 Grad - eisig bleiben. Etwas Niederschlag ist heute über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge in Form von Sprühregen, gefr. Sprühregen oder Schneegriesel möglich, sonst bleibt es bei einem Mix aus Sonne, Wolken und teils zähen Nebelfeldern bis zum Samstag weitgehend trocken (Details s. Wetter Januar).

Die für tiefere Lagen über dem Süden und Osten von Deutschland winterliche Inversionswetterlage hält sich also noch etwas länger, bevor im Zeitraum vom 28./31. Januar die Milderung langsam aber stetig weiter nach Osten voranschreiten könnte. Die berechneten Werte liegen bspw. am 31. Januar zwischen +4/+8 Grad über dem Norden und +2/+6 Grad über dem Süden. Der Grund für die langsam sich auch in tieferen Lagen durchsetzende Milderung ist die bodennah zunehmende Anströmung der Luftmassen aus südlichen bis südwestlichen Richtungen, welche für eine Durchmischung sorgen können.

Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so kommt die Grundströmung aus südwestlichen Richtungen bei einem insgesamt zunehmenden Wind, welcher Ende Januar über dem Norden für die ersten stürmischen Windböen verantwortlich sein könnte. Das europäische Wettermodell berechnet ebenfalls eine südliche bis südwestliche Anströmung, jedoch ist der Hochdruckeinfluss über Deutschland noch größer zu bewerten, was die durchgreifende Milderung über den östlichen Landesteilen weiter verzögern könnte. Demnach bis zum 31. Januar nur schwachwindig bei einer geringen Niederschlagserwartung.

Der Ablauf ist bei beiden Wettermodellen weitgehend derselbe und stützt die seit Tagen berechnete Umstellung der Großwetterlage Ende Januar / Anfang Februar. Das amerikanische Wettermodell berechnet einen sehr kräftigen Kaltluftvorstoß beginnend zum 28. Januar über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ansteigen lässt. In raschen Abständen gelangen die Tiefdrucksysteme nach Mitteleuropa und können somit bereits zum Ende Januar für die durchgreifende Milderung sorgen. Diese kann sich vom 1./3. Februar mit teils kräftigen Niederschlägen sogar noch etwas intensivieren und gleichzeitig das Potential für Starkwindereignisse Anfang Februar erhöhen.

Es sei aber auch angemerkt, dass eine länger anhaltend winterliche Hochdruckphase einiges an Energie beanspruchen, um aus Mitteleuropa vertrieben werden zu können. Kaltluft ist "zäh" und erhält sich unter bestimmten Voraussetzungen auch selbst. Die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells haben durchaus das Potential, um den Wetterwechsel herbei zu führen. Es gab aber auch schon Fälle, wo genau so ein simulierter Wetterwechsel ins Leere lief - da waren die Grundvoraussetzungen aber auch anders. Insofern bleiben die Berechnungen der Milderung Anfang Februar der Wettermodelle eine durchaus plausible Entwicklung.

Die Variationen reichen Anfang Februar von einer Patt-Situation zwischen dem Hochdrucksystem über Osteuropa und der atlantischen Frontalzone, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer milden südlichen Anströmung zu relativ ruhigen Wetter führen kann. Die andere Variante zeigt sich im Durchbruch der atlantischen Frontalzone über Mitteleuropa mit "Vollwetter" (Wind, Regen, mäßig mild mit Potential für Starkwindereignisse). Die Kontrollläufe stützen Anfang Februar die Milderung. So liegt das Temperaturspektrum am 3. Februar zwischen -6/+12 Grad bei einem Mittelwert von +1 Grad über dem Osten, +5 Grad über dem Süden und Norden und +7 Grad über dem Westen. Die Niederschlagsneigung wird im Zeitraum vom 29. Januar bis zum 3. Februar als schwach bis mäßig berechnet. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Wettertrend zum Wetter Winter, welcher heute Abend gegen 20:45 Uhr nochmals aktualisiert wird.
Hoher Luftdruck sorgt auch in der kommenden Woche noch für verbreitet ruhiges und ab den mittleren Lagen häufig auch für sonniges Wetter, während in tieferen Lagen häufig Nebel und über Norddeutschland zeitweilig auch stärkere Bewölkung vorzufinden ist. Geringfügiger Niederschlag ist am Montag und Dienstag etwa nördlich der Mittelgebirge zu erwarten, welcher sowohl als Sprühregen, gefr. Sprühregen oder auch als Schneegriesel niedergehen kann. Die Temperaturen steigen bis zum Mittwoch über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge meist auf +0/+4 Grad und erreichen südlich davon -5/0 Grad, entlang des Rheingrabens sind auch bis +2 Grad möglich. Bis zum Freitag sind mit +0/+4 dann fast in ganz Deutschland positive Werte zu erwarten. In den Nächten ist über dem Norden leichter bis mäßiger und über dem Süden weiterhin strenger Frost von bis unter -10 Grad zu erwarten.

Betrachtet man die Großwetterlage zum kommenden Freitag, so verlagert das bis dahin dominante Hochdrucksystem seinen Schwerpunkt über das südöstliche Europa. Über den Azoren liegt das Azorenhoch und mit Hilfe des Kaltluftzustromes beginnt die atlantische Frontalzone auf dem Atlantik aktiver zu werden. In Folge dessen gelangt Deutschland, Österreich und die Schweiz zunehmend in den Einflussbereich einer südwestlichen und damit milder werdenden Grundströmung. Nach den heutigen Berechnungen könnten zum 29. Januar die ersten Tiefdrucksysteme Deutschland erreichen und bis zum 31. Januar für einen unbeständigen Wettercharakter sorgen. Wie bei Südwestwetterlagen üblich, ist über dem Nordwesten eine höhere Niederschlagsneigung als über dem Südosten zu erwarten. Die Temperaturen können weiter ansteigen und bis zum 31. Januar Werte zwischen +3/+7 Grad über dem Süden und +5/+10 Grad über dem Norden erreichen und die Nächte wären nach den aktuellen Simulationen weitgehend frostfrei. Der Wind kann vom 29./31. Januar nördlich der Mittelgebirge an Intensität zunehmen und entlang der Küste in Böen auch stürmisch werden.

Mit anderen Worten verabschiedet sich der Hochwinter Ende Januar und die Frage bleibt - wie wird das Wetter im Februar? Nach beiden Wettermodellen strömen über dem östlichen Kanada auch Anfang Februar Kaltluftmassen in Richtung Neufundland und sorgen somit für Energienachschub um die Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, Island/England und Skandinavien aufrecht zu erhalten. Mögliche Strömungsmuster wären über Deutschland vom 1./3. Februar mild Südwest bis mäßig mild West. Mit hoher Wahrscheinlichkeit aber unbeständig, windig und in der Gesamtbewertung ist mit Tauwetter bis in höhere Lagen zu rechnen.

Die Kontrollläufe stützen die nachhaltige Milderung mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 30. Januar zwischen -6/+11 Grad (Mittelwert: +0 Grad über dem Osten, +3 Grad über dem Süden und +5/+6 Grad über dem Westen und Norden) und am 3. Februar zwischen -1/+11 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Osten, +5 Grad über dem Norden und Süden und +8 Grad über dem Westen). Die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe liegen zwischen +1/+4 Grad, was das Tauwetter Ende Januar und in den ersten drei Februar-Tagen auch bis in die höhere Lagen bringen kann. Wie es darüber hinaus mit dem Winter weitergehen kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Winter.
Bereits für Ende Januar zeigen die Wettermodelle erneut die Milderung der Temperaturwerte, welche sich in den Simulationen von heute Nachmittag erneut bestätigt haben. So können zum 28. Januar die Temperaturen mit +1/+6 Grad überwiegend und bis Ende Januar mit +7/+12 Grad verbreitet im positiven Bereich liegen.

Setzt sich das milde Wetter auch im Februar 2017 fort?

Die Großwetterlage zeigt sich nach den Berechnungen von heute Nachmittag in einer "schönen" langgezogenen Kaltluftkette vom europäischen Nordmeer über Grönland bis nach Kanada reichend und grenzt an seiner südlichen Seite jeweils direkt an den "warmen" Atlantik an. So können entlang der Temperaturgegensätze eine ganze Reihe an Tiefdrucksystemen entstehen, welche in raschen Abständen auf Mitteleuropa zusteuern. Die atlantische Frontalzone hat sich bis zum 1. Februar über Skandinavien positionieren können. In Folge dessen ist dreht das Strömungsmuster Anfang Februar auf West und kann später auf Südwest drehen. Somit ist die eingangs gestellte Frage mit hoher Wahrscheinlichkeit mit ja zu beantworten.

Welche Wetterlagen können sich daraus entwickeln?

Mit der Frontalzone über Skandinavien sind i.d.R. drei gängige Wetterlagen möglich: mild Südwest, mäßig mild und aktiv-dynamisch West, oder nasskalt Nordwest. Winterliche Varianten würden in diesem Fall nur dann zustande kommen, wenn sich auf dem Atlantik das Azorenhoch nach Norden aufwölbt und die Tiefdruckrinne unterbindet. Damit könnte ein meridionales Grundmuster in Erscheinung treten, was im weiteren Verlauf mit einer nördlichen Grundströmung für winterliche Verhältnisse sorgen könnte. Das ist aber nach den aktuellen Simulationen zwar nicht gänzlich auszuschließen, jedoch gibt den Takt der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland vor. Somit gibt sich kaum eine Möglichkeit für das Hochdrucksystem sich nach Norden aufzustellen.

Was für Wetter ist Anfang Februar 2017 zu erwarten?

Zum aktuellen Stand ist ein unbeständiger, teils windiger und für die Jahreszeit etwas zu milder Wettercharakter in den ersten Februar-Tagen am wahrscheinlichsten. Zuspruch kommt von den Kontrollläufen, deren Simulation der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe von +0/+3 Grad winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen fast ausschließen und eher noch für eine höhere Wahrscheinlichkeit für Tauwetter bis in höhere Lagen spricht. Deutlicher zeigt sich das am Temperaturspektrum, welches am 1. Februar zwischen -4/+13 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Süden und Norden, +8 Grad über dem Westen und +4 Grad über dem Osten) und am 5. Februar zwischen -3/+13 Grad (Mittelwert: +8 Grad über dem Westen, +5/+6 Grad über dem Norden und Süden und +4 Grad über dem Osten) liegen kann.

Kann das Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe etwas verändern?

Ausgeschlossen ist das nicht. Die "Miesere" für die Freunde des Winterwetters liegt aber zunächst einmal in einem Hochdrucksystem über den Aleuten begründet, welches den Kaltlufttransport des Polarwirbels in Richtung Grönland und Kanada in Gang setzt. Berechnet wird das Aleutenhoch zum Ende Januar und baut dabei über die Laptew See eine Verbindung zum sibirischen Hochdrucksystem auf. Da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, kommt es am Ende zu einem Strömungsmuster wie es die Grafik zeigt. Fast der gesamte aktive Teil des Polarwirbels liegt dort, wo er für winterliche Verhältnisse über Mitteleuropa am ungünstigsten liegt. Aber zurück zum Minor-/Major-Warming. Das wird weiterhin sehr kräftig berechnet und erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt am 29. Januar. Anschließend stellt sich die Frage, ob es für ein sog. Major-Warming reicht, welches mit einer Umkehr der zonalen Winde von West-Ost auf Ost-West auch die unteren Luftschichten und damit den Polarwirbel beeinflussen kann. War in den letzten Tagen die Berechnung der zonalen Winde in der 10 hPa Fläche (Stratosphärenhöhe) entlang des 65. Breitengrades noch leicht negativ (Umkehr), so bleiben diese heute überwiegend positiv (keine Umkehr). Die Maximalgeschwindigkeit von +210 km/h wird Anfang Februar auf +36 km/h reduziert.

Zusammenfassung

Seit ein paar Tagen berichten wir darüber, dass vieles gegen winterliche Wetterverhältnisse Anfang Februar spricht. Das bestätigt sich nun von Tag zu Tag. Sicherlich ist es noch eine ganze Weile bis zum Februar hin und gerade beim Wetter kann sich da noch einiges ändern. Aber bleibt die Konstellation der Wettersysteme so wie sie aktuell berechnet werden, ist ein milder Start in den Februar wahrscheinlicher als Winterwetter bis in tiefere Lagen.

Welcher Einfluss müsste sich verändern?

Das Warming in Stratosphärenhöhe hat auch heute das Potential sich zu einem Major-Warming weiterzuentwickeln und somit für Veränderungen hinsichtlich der Polarwirbelstruktur beizutragen. Viel wichtiger ist allerdings das Hochdrucksystem über den Aleuten. Wenn das den aktiven Teils des Polarwirbels über Kanada/Grönland verfrachtet, dann hilft auch der "schönste" Polarwirbelsplit mit dem kräftigsten Major-Warming nichts.

Wie könnte sich das Wetter im Februar weiterentwickeln?

Das Langfristmodell berechnet für Februar in seiner heutigen Wettervorhersage eine Abweichung von +1/+2 Grad im deutlich zu warmen Bereich und eine deutlich zu trockene Niederschlagserwartung. Die Wetterlage ist ähnlich der aus dem Dezember 2016, welcher bekanntlich mit +2,1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm und zu trocken ausfiel. Aber auch das ist noch mit einer gewissen Skepsis zu bewerten, denn andere Langfristmodelle berechnen den Februar auch zu kalt. Um es auf den Punkt zu bringen: setzt sich die kalte Luft über Kanada/Grönland fest, so wird es der Winter zunehmend schwerer haben sich mit dem steigenden Sonnenstand im Februar noch einmal durchzusetzen. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter.
Die Wettermodelle berechnen kaum einen Unterschied zu gestern. So liegt Anfang Februar ein Hochdrucksystem östlich von Deutschland, während westlich davon die Tiefdrucksysteme heran rauschen. Das hat bis Ende Januar mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine von West nach Ost voranschreitende Milderung zur Folge, so dass am 31. Januar die simulierten Tageswerte über dem Westen zwischen +5/+10 Grad und über dem Osten zwischen +0/+5 Grad liegen könnten.

Was ist für Anfang Februar für ein Wetter möglich?

Es wird ganz darauf ankommen, welches der beiden Systeme sich durchsetzen kann. Zum aktuellen Stand sind die folgenden drei Entwicklungsvarianten die Wahrscheinlichsten Varianten. In der ersten Variante bleibt das Hochdrucksystem über dem östlichen Europa präsent, während sich vom Azorenhoch über die Mittelmeerregion ein Hochdruckkeil nach Osteuropa aufbauen kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz könnten dadurch in eine relativ milde Südwestwetterlage gelangen, bei der es über dem Nordwesten unbeständiger als über dem Südosten sein kann. In der zweiten Variante dehnt sich das Hochdrucksystem über Osteuropa weiter nach Westen aus und liegt quer über Mitteleuropa. In diesen Fall würde es zu einer gradientenschwachen und zu Nebel und Hochnebel neigenden Wetterlage kommen. In der dritten Variante zieht sich das Hochdrucksystem zurück und ermöglicht der atlantischen Frontalzone mehr Entwicklungsspielraum. Dann wären auch aktiv-dynamische Wetterentwicklungen bei einem insgesamt unbeständigen Wettercharakter möglich (Westdrift).

Gibt es Winterwetter Anfang Februar?

Betrachtet man die Simulationen von gestern und heute, so zeigt sich nicht einmal im Ansatz die Möglichkeit für winterliche Varianten. Die Temperaturen der Kontrollläufe in ca. 1.500 Meter Höhe bleiben mit ihrem Mittelwert jeweils über der 0 Grad Marke - für Dauerfrost bis in tiefere Lagen wäre Anfang Februar schon Höhentemperaturen von -5/-7 Grad notwendig. Der Blick nach Kanada zeigt unverändert den Kaltluftzustrom in Richtung Atlantik, was dort die Tiefdruckproduktion antreibt. Da ist so ein blockierendes Hoch über Mitteleuropa nicht unüblich und durchaus plausibel. Damit würde die Wetterlage sehr der aus dem Dezember 2016 ähneln, was letzten Endes zu einem deutlich zu trockenen und auch zu warmen Abschluss führte. Schaut man sich die aktuelle Wettervorhersage Februar 2017 des Langfristmodells an, so wird dieser mit einer Abweichung von +1/+2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm berechnet - und um den Vergleich mit dem Dezember 2016 zu vollenden: auch in der Niederschlagsprognose zeigt sich für den Februar ein deutlich negativer Trend ab (zu trocken). Die seit Dezember anhaltende Trockenheit könnte - im Falle eines Eintreten - zu einem ernsten Problem für die Vegetation und dem Grundwasser werden (19.01.2017 - Baden-Württemberg: Grundwasser sinkt auf Rekordtief | Video dazu).

Was macht das Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe?

Es entwickelt sich "prächtig" - Höhepunkt wird weiterhin für den 28./29. Januar mit einer Temperatur von ca. +10 Grad, wo normalerweise Werte von -60/-80 Grad herrschen. Und auch die Berechnungen der zonalen Winde entlang des 65. Breitengrades in der 10 hPa Fläche weisen weiterhin eine deutliche Schwächung bis hin zu einer Umkehr auf. So liegt der Maximalwert Ende Januar bei ca. +210 km/h und sinkt binnen weniger Stunden auf +0 km/h ab und wird im weiteren Verlauf Anfang Februar mit -36 km/h auch negativ berechnet (Umkehr West-Ost auf Ost-West). Potential für eine grundsätzliche Veränderung beim Wetter Anfang Februar ist also vorhanden - ob das in eine winterliche Richtung gehen kann, lässt sich zum heutigen Stand nicht sagen - ausgeschlossen werden kann das aber auch nicht.

Was wäre bei einem Major-Warming für Strömungen möglich?

Wie immer wird es auf die Hochdrucksysteme ankommen. Aktuell zeigt sich eine Variante, bei der sich von den Aleuten her ein Hochdrucksystem in Richtung Nordpolregion vorschiebt. Das wäre für Freunde des Winterwetters eine denkbar ungünstige Ausgangslage - selbst bei einem möglichen Polarwirbelsplit. Warum? Ganz einfach: Hochdrucksysteme drehen sich im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn. Das Hoch über den Aleuten würden den Zustrom kalter Luftmassen nach Kanada begünstigen und über kurz oder lang zu einem Ausbruch der Kaltluftmassen bis weit in den Süden führen. Gleichzeitig könnte sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa nach Norden ausdehnen und über dem Nordpol eine Hochdruckverbindung zum Hochdrucksystem über den Aleuten aufbauen. Sollte das eintreten, so könnte man zwar von einem Polarwirbelsplit sprechen, allerdings wäre die Konstellation als Stabil und selbst erhaltend zu bezeichnen und für längere Zeit über Mitteleuropa für eine milde und trockene Dauerhochperiode führen. Man sieht, dass selbst bei einem Polarwirbelsplit nicht zwangsweise winterliche Wetterbedingungen über Mitteleuropa vorherrschen müssen.

Zusammenfassung: Winter zu Ende?

Nein, der Winter geht meteorologisch noch bis zum 28. Februar und kalendarisch bis zum 20. März 11:28 MEZ. So bleibt das Warming sicherlich abzuwarten und kann die bislang sicher geglaubte Milderung bis in den Februar hinein noch auf den Kopf stellen - da ist aber viel Theorie dahinter und worauf es ankommt, ist die Praxis. Man darf also gespannt sein, wie sich das weiterentwickelt. Insbesondere der Trend zur Umkehr der zonalen Winde sind ein vielversprechendes Signal, auch wenn der möglicherweise folgende Polarwirbelsplit zum heutigen Stand für Freunde des Winters in einer ungünstigen Position verlaufen kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter.