Der September im Überblick: Temperaturen, Statistik und erste Wettertrends
Der Sommer verabschiedet sich im September langsam, aber sicher und endet aus meteorologischer Sicht bereits am 31. August. Der kalendarische Herbstanfang hingegen fällt mit der Tag-und-Nacht-Gleiche erst auf den 22. oder 23. September. Ob der erste Herbstmonat noch mit sommerlich warmem Wetter beginnt, hängt maßgeblich davon ab, wie stabil sich das Wetter bereits im August entwickelt hat. In manchen Jahren konnten bereits Mitte September erste Graupelschauer beobachtet werden - ein deutliches Zeichen dafür, dass sich das Wetter zunehmend vom Sommer verabschiedet und sich dem Herbst zuwendet. Dies hängt unter anderem auch mit der Entstehung des winterlichen Polarwirbels und zusammen, der sich im September allmählich aufbaut.

Sommerliche Temperaturen sind durchaus noch bis weit in den ersten Herbstmonat hinein möglich - und das ist keineswegs ungewöhnlich. Häufig profitiert das Wetter von stabilen Hochdrucklagen, die sich bereits im August etabliert haben, sowie vom Temperaturausgleich zwischen Wasser und Land, wodurch größere Wetterturbulenzen seltener auftreten.
Eine stabile Großwetterlage Ende August kann entscheidend dafür sein, dass sich eine warme und weitgehend trockene erste Septemberhälfte einstellt. Stellt sich die Großwetterlage jedoch bereits im letzten Augustdrittel auf herbstlich um, zeigt sich ein spätsommerlicher Wettercharakter meist erst ab Mitte September. Insofern kommt die folgende Bauernregel nicht von ungefähr:
September schön in den ersten Tagen will den ganzen Herbst ansagen
September bringt zwar oft noch Sommerwärme, doch naht der Herbst
Die ersten beiden Herbstmonate September und Oktober verlaufen in der Regel recht ruhig. Die Temperaturen zwischen Wasser- und Landflächen gleichen sich zunehmend an, sodass größere Wetterturbulenzen seltener werden. Verbreitet zeigt sich das Wetter sogar hochdruckgeprägt - insbesondere um die Monatsmitte.
Statistisch setzt sich ab dem 3. September häufiger Hochdruckeinfluss durch, der noch einmal für spätsommerliche Temperaturen sorgen kann. Ab der Monatsmitte wird dann zunehmend auch der erste Nachtfrost zum Thema. Zwischen dem 22. und 29. September zeigt sich zudem oft noch der Altweibersommer (nein, hat nichts mit den alten Weibern
zu tun).
Von +30 Grad bis kühles Herbstwetter: So stark verändern sich im September die Temperaturen
Zu Monatsbeginn können die Temperaturen bei optimalen Bedingungen noch einmal an die hochsommerliche +30-Grad-Marke heranreichen, während zum Monatsende meist nur noch knapp über +15 Grad möglich sind. Hauptverantwortlich für diesen Temperaturrückgang ist der sinkende Sonnenstand, der die Natur allmählich auf den Winter vorbereitet. Im Vergleich zum August mit einem Durchschnittswert von +16,9 Grad liegt der Mittelwert im September bei +13,3 Grad - ein spürbarer Rückgang, der zeigt, wie rasch sich das Temperaturniveau vom Sommer zum Herbst hin verändern kann. Gleichzeitig beginnt sich die Natur bunt zu färben - der idealer Zeitpunkt für eindrucksvolle Fotos.
Der September wird immer wärmer - die wichtigsten Zahlen im Überblick
Mit durchschnittlich +13,3 Grad (91-20: +13,8 Grad) gehört der erste Herbstmonat im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1961 bis 1990 zu den durchschnittlich temperierten Monaten. Auch mit seinen 61 l/m² an Niederschlag zählt der September zu den durchschnittlichen Monaten im Jahresverlauf.
In den vergangenen 30 Jahren ist das Wetter im September im Schnitt um +0,5 Grad wärmer geworden. Betrachtet man nur die letzten 20 Jahre, fällt die Differenz sogar noch deutlicher aus und liegt bei +1,1 Grad.
Ein normaler
September war zuletzt im Jahr 2022 zu verzeichnen (+0,1 Grad). Zu kaltes Wetter zeigte sich hingegen beispielsweise 2017 mit -0,6 Grad. Der wärmste September wurde 2023 mit einem Durchschnittswert von +17,29 Grad (Abweichung: +4,0 Grad) gemessen. Das zeigt: Trotz - oder gerade wegen - der Klimaerhitzung kann der September sowohl deutlich zu warm als auch zu kühl ausfallen. Der kälteste Durchschnittswert stammt aus dem Jahr 1912 mit +9,08 Grad (Anomalie: -4,2 Grad).
In den vergangenen 20 Jahren lag die Wahrscheinlichkeit im Vergleich zum Mittelwert von 1961 bis 1990 bei 20 Prozent für einen zu kalten, 20 Prozent für einen normalen und 60 Prozent für einen zu warmen September. In Zeiten der Klimaerhitzung ist ein grundsätzlich zu warmer September deutlich wahrscheinlicher geworden.
Vergleicht man dies mit dem wärmeren Mittelwert von 1991 bis 2020, ergeben sich etwas andere Wahrscheinlichkeiten: 30 Prozent für einen zu kalten, 15 Prozent für einen normalen und 55 Prozent für einen zu warmen September.
Nachtfrost, Sommertage und Regen: So zeigt sich der September in der Statistik
Die folgenden Angaben beziehen sich auf den vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 und in Klammern auf den Zeitraum 1991 bis 2020: Nachtfrost oder Bodenfrost tritt im Schnitt an 0,7 Tagen auf (0,6 Tage).
Die Anzahl der Sommertage (>+25 Grad) liegt bei 2,3 Tagen (3,2 Tage), während Hitzetage (>+30 Grad) mit 0,1 Tagen (0,3 Tage) deutlich seltener auftreten. Anders gesagt: Die Wahrscheinlichkeit für Nachtfrost ist im September höher als für Hitzetage mit mehr als +30 Grad!
| Monat September – Ereignisse | Häufigkeit 61/90 | Häufigkeit 91/20 |
|---|---|---|
| Bodenfrost | 0,7 Tage | 0,6 Tage |
| Sommertage | 2,3 Tage | 3,2 Tage |
| Hitzetage | 0,1 Tage | 0,3 Tage |
| Regen | 61 l/m² | 65 l/m² |
| Sonnenschein | 149 Stunden | 157 Stunden |
Die Sonne: Fast zwei Stunden weniger Tageslicht verändern das Septemberwetter spürbar
Am 1. September geht die Sonne um 6:16 Uhr auf und verabschiedet sich um 19:56 Uhr - das ergibt eine maximale Sonnenscheindauer von 13 Stunden und 40 Minuten. Zum Monatsende, am 30. September, beginnt der Tag später: Der Sonnenaufgang verschiebt sich auf 7:04 Uhr, der Sonnenuntergang erfolgt bereits um 18:47 Uhr. Damit verkürzt sich die Tageslänge auf 11 Stunden und 43 Minuten. Die Tage verkürzen sich also im Laufe des Monats um 1 Stunde und 57 Minuten - ein deutliches Zeichen dafür, dass der Herbst mit großen Schritten näher rückt.
Ein warmer September erhöht die Chancen auf einen warmen Herbst
Bestehen statistisch belegbare Zusammenhänge zwischen bestimmten Großwetterlagen im September und deren Einfluss auf den weiteren Verlauf des Herbstes? Diese Frage beschäftigt Meteorologen immer wieder, denn ein Blick in die Wetterstatistik könnte Hinweise darauf geben, ob sich aus dem Verlauf eines Monats Rückschlüsse auf die kommenden Wochen ziehen lassen.
| September | Herbst kalt | Herbst warm | Häufigkeit |
|---|---|---|---|
| Warm | 17 % | 41 % | 41 (58 %) |
| Kalt | 20 % | 22 % | 29 (42 %) |
War der September zu warm, zeigte sich häufig auch der gesamte Herbst zu warm. Genauer gesagt besteht ein statistischer Zusammenhang: Ist der September insgesamt zu warm, fällt der Herbst deutlich seltener zu kalt aus.
War das Wetter hingegen zu kalt, hat das kaum Aussagekraft. Anders formuliert: Ein zu kalter September lässt keinen Rückschluss auf einen ebenfalls kalten Herbst zu. Ein kühler Monatsstart oder -verlauf im September sagt also wenig darüber aus, wie sich der restliche Herbst entwickelt.
Woran das liegt? Überdurchschnittlich warmes Wetter geht oft mit einer Hochdruckdominanz einher, die sich bis in den Oktober und November hinein fortsetzen kann. Diese Wetterlagen besitzen eine Erhaltungsneigung, die den gesamten Herbst prägen kann.
Eine tiefdruckdominierte Großwetterlage hingegen schließt Hochdruckphasen in Oktober und November grundsätzlich nicht aus, sodass auf einen zu kalten September durchaus noch wärmere Abschnitte folgen können. Zudem werden die Sommer wärmer, und das nicht nur in Deutschland, der Schweiz und Österreich, was einen zunehmend wärmeren Atlantik und Mittelmeer zur Folge hat. Das hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf das Septemberwetter, da diese Wassermassen als Wärmespeicher wirken und die Temperaturen in den Folgemonaten mitbestimmen.
Die Erwärmung des Septembers zeigt sich inzwischen deutlich in den Klimadaten
| Septembermonate | Temperatur | Abweichung |
|---|---|---|
| 2021–2025 | 15,2 Grad | +2,0 Grad |
| 2011–2020 | 14,4 Grad | +1,1 Grad |
| 2001–2010 | 13,7 Grad | +0,4 Grad |
| 1991–2000 | 13,5 Grad | +0,2 Grad |
| 1981–1990 | 13,4 Grad | +0,1 Grad |
| 1971–1980 | 12,9 Grad | -0,4 Grad |
| 1961–1970 | 13,6 Grad | +0,3 Grad |
Es wird wärmer. Die Septembermonate bewegen sich meist im Bereich des langjährigen Mittelwerts, größere Abweichungen sind eher selten. Erst die Dekade von 2011 bis 2020 zeigt eine deutliche Abweichung nach oben und lässt einen spürbaren Erwärmungstrend erkennen.
Diese Wettermuster treten im September besonders häufig auf
- Zu Monatsbeginn treten häufiger Schlechtwetterperioden mit kühleren Temperaturen auf
- Kurz darauf setzt sich meist ein Hochdrucksystem durch, das weite Teile des Septemberwetters prägt und für ruhigeres, freundlicheres Wetter sorgt
- Anfangs sind Tageshöchstwerte von bis zu +30 Grad möglich, teils noch mit spätsommerlichem Charakter
- Am Monatsende wird die +15-Grad-Marke kaum noch erreicht, die Temperaturen sinken merklich ab
- Das Wetter ähnelt in etwa dem typischen Maiwetter, mit einer ähnlichen Mischung aus warmen und kühleren Phasen
- Die Tage verkürzen sich im Verlauf um 1 Stunde und 57 Minuten, der Herbst kündigt sich auch durch die abnehmende Tageslänge an
- Die durchschnittliche Temperatur liegt bei +13,3 Grad
- Im Schnitt fallen 61 l/m² Niederschlag
- Der September ist der erste meteorologische Herbstmonat
Erste Langfristmodelle zeigen den Trend für den September
Detailgenaue Vorhersagen zu Temperatur, Niederschlag und Großwetterlagen sind aktuell noch nicht möglich. Langfristmodelle liefern jedoch erste Hinweise zur Temperaturambivalenz (zu warm oder zu kalt) und zum Niederschlag (zu nass oder zu trocken), auf deren Basis sich ein grober Trend abzeichnen lässt.
CFSv2 erwartet einen deutlich zu warmen September
Die aktuelle Temperaturabweichung liegt mit +1,5 bis +2,5 Grad (91/20: +1,0 bis +2,0 Grad) weit über dem langjährigen Mittelwert und deutet auf einen zu warmen Septembertrend hin. Die Niederschlagsprognose fällt im Vergleich zum langjährigen Sollwert über dem Süden und Westen erheblich zu trocken aus, während über dem Norden und Osten nur leicht zu trockenes Wetter zu erwarten ist.
Auch die NASA sieht einen überdurchschnittlich warmen September
Die Septemberprognose wird nach diesem Modell mit einer Abweichung von +1,0 bis +2,0 Grad zu warm eingeschätzt (91/20: +0,5 bis +1,5 Grad). Der Niederschlagstrend zeigt eine tendenziell leicht zu nasse Entwicklung.
Das europäische Modell bestätigt den warmen Septembertrend
Nach dem europäischen Modell fällt das Septemberwetter mit einer Abweichung von +1,0 bis +2,0 Grad zu warm aus (91/20: +0,5 bis +1,5 Grad). Die Niederschlagsprognose wird gegenüber dem vieljährigen Mittelwert als normal bewertet und kann über Norddeutschland auch zu trocken ausfallen.
Ob sich diese Prognosen bestätigen, bleibt abzuwarten. Ab Mitte August präsentieren wir an dieser Stelle regelmäßig Wettertrends, Prognosen und Vorhersagen für das Wetter im September 2026.









