Wetter September - ein Sturmtief nimmt Kurs auf Europa
Ein Tiefdrucksystem nähert sich von Westen, wird jedoch von einem Hochdruckkeil über Mitteleuropa zunächst noch blockiert. Dadurch strömen aus südlichen bis südwestlichen Richtungen warme, sommerliche Luftmassen nach Norden, bevor Ende August das Hoch nachlässt und eine Gewitterfront mit teils unwetterartige Regensummen Deutschland überqueren kann. Ob Anfang September die Wetterlage erneut kippt und frische Herbstluft den Frühherbst einleitet, hängt vom Verhalten des Hochdrucksystems ab.

Der Sommer zeigt sich heute mit zunehmender Schwüle und Temperaturen von +24 bis +28 Grad über Deutschland. Der Tag verläuft verbreitet sonnig und trocken, doch ab den Nachmittagsstunden können von Westen Quellwolken hochschießen und den Sonnenschein allmählich eintrüben (Wolkenradar). Westlich einer Linie von Hamburg bis Bodensee sind einzelne Gewitter möglich, nach Osten hin bleibt es meist sonnig. Der Wind weht aus südwestlichen Richtungen.
Gewitter ziehen auf
Am Mittwoch verstärkt sich die Schwüle von Südwesten und lässt die Temperaturen auf +24 bis +28 Grad ansteigen, lokal sind bis +30 Grad möglich. Die Bewölkung verdichtet sich im Tagesverlauf weiter und reduziert den Sonnenschein südlich einer Linie zwischen Köln und Dresden. Die Schauer- und Gewitteraktivität nimmt über Teilen von Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern sowie über Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu. Lokal können die Gewitter kräftiger ausfallen, ansonsten bleibt es trocken. Der Wind weht schwach aus südlichen Richtungen und frischt in Gewitternähe böig auf.
Unwetter kündigen einen Wetterwechsel an
Am Donnerstag intensivieren sich die Schauer und Gewitter weiter und können östlich einer Linie zwischen Schwarzwald und Hamburg, am Freitag südlich der Linie zwischen Schwarzwald und Berlin ein erhöhtes Unwetterpotential zur Folge haben. Diese Unwetter sind Teil eines Tiefs, das sich am Wochenende von England Deutschland nähert und einen Wetterwechsel einleitet. Am Freitag ziehen die Unwetter allmählich nach Osten ab, anschließend stellt sich klassisches Rückseitenwetter ein. Bei starker bis wechselnder Bewölkung kommt es am Samstag und Sonntag zu wiederholten Schauern und örtlichen Gewittern. Das Hoch stemmt sich gegen das Tief, wodurch es regional zu länger anhaltenden Schauern kommen kann. Zwischendurch sind sonnige Abschnitte möglich, die sich am Sonntag mehren. Der Wind weht zunehmend böig aus südwestlichen Richtungen, frischt zum Sonntag stark böig auf und erreicht über exponierten Lagen stürmisches Niveau. Die Temperaturen pendeln sich auf +20 bis +25 Grad ein und können in Schauernähe unter +20 Grad absinken.
So wird das Wetter im September
Die Wetterprognose vom 1. bis 3. September (Mo., Di. und Mi.) hängt stark davon ab, wie sich der Hochdruckkeil gegenüber dem Tief behaupten kann. Die Vorhersagemodelle zeigen noch unterschiedliche Varianten, wenngleich die Großwetterlage mit einem Tief über England und einem Hoch über Europa klar strukturiert bleibt.
Im Prinzip stehen Anfang September nur zwei mögliche Entwicklungen im Raum. In der ersten Variante ziehen die Tiefdrucksysteme nach Skandinavien und schaffen frühherbstliche Fakten. Die Temperaturen sinken auf +15 bis +20 Grad ab, während ein böiger bis stürmischer Westwind zahlreiche Wolken und Schauer über Deutschland führt.
In der zweiten Variante hält das Hoch dagegen, kann jedoch nicht verhindern, dass Ausläufer des Tiefdrucksystems Deutschland erreichen. Auch dann kommt es zu kräftigen Schauern und örtlichen Gewittern. Der Unterschied zur ersten Variante liegt in der südwestlichen Anströmung, was die Temperaturen mit +20 bis +25 Grad in einen spätsommerlichen Bereich einpendeln lässt. Abwarten ist angesagt.
| Zeitraum | Wetterlage | Temperatur (Grad) | Wind |
|---|---|---|---|
| Heute | Sonnig, zunehmend schwül, nachmittags Quellwolken; westlich einzelne Gewitter | 24 bis 28 | Südwestlich |
| Mittwoch | Verdichtende Bewölkung, regional kräftige Gewitter (Südwesten, Mitte, Norden) | 24 bis 30 | Schwach aus Süden, in Gewitternähe böig |
| Donnerstag | Vermehrte Schauer und Gewitter, erhöhtes Unwetterpotenzial östlich Schwarzwald–Hamburg | 20 bis 28 | Südwestlich, zunehmend böig |
| Freitag | Unwetter südlich Schwarzwald–Berlin, danach Wetterberuhigung | 20 bis 25 | Böig aus Südwest |
| Wochenende | Rückseitenwetter: Schauer, örtlich Gewitter, teils sonnige Abschnitte | 20 bis 25, in Schauernähe unter 20 | Zunehmend böig bis stürmisch (Südwest) |
| 1.–3. September (Variante 1) | Frühherbstlich: viele Wolken, Schauer, stürmischer Westwind | 15 bis 20 | Westlich, böig bis stürmisch |
| 1.–3. September (Variante 2) | Spätsommerlich: Schauer und Gewitter, aber wärmer | 20 bis 25 | Südwestlich, böig |

- 13:00 Uhr: Kann sich das Wetter im September stabilisieren?












