Der Sommer macht sich im Verlauf der Woche noch einmal bemerkbar. Aber auch dieses Mal gelingt es dem Hochdrucksystem nicht, für eine länger andauernde und stabile Wetterlage zu sorgen. Zu stark ist der tiefe Luftdruck auf dem Atlantik. Im Gegenzug gelingt es aber den Tiefdrucksystemen auch nicht, sich dauerhaft durchzusetzen und so verbleiben Deutschland, Österreich und die Schweiz im Zustrom warmer, teils heißer Luftmassen bei einer ansteigenden Neigung zu Schauern und Gewittern, welche am Sonntag und Montag durchaus auch Unwetterpotential erreichen können (Mehr dazu in der Wettervorhersage August).

Bleibt das Wetter spätsommerlich oder wird es Anfang September herbstlich?

Der August ist mit - trotz des Temperaturgefälles von Südost nach Nordwest - rund +1,3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert bisweilen zu warm. In den kommenden Tagen wird es nun deutlich zu warm werden, was den August letztlich um +1,5 bis +1,7 Grad zu warm ausfallen lassen könnte. Rechnet man den Juni (+2,6 Grad), den Juli (+1,2 Grad) und den kumulierten August (+1,5 Grad) zusammen, so könnte der Sommer 2017 um +1,7 gegenüber dem vieljährigen Mittelwert zu warm ausfallen und der 21. zu warme Sommer in Folge sein.

Geprägt war der Sommer durch eine Erhaltungsneigung, bei der es weder die Tiefdrucksysteme, noch die Hochdruckgebiete es schafften, sich über Mitteleuropa durchzusetzen. So kam es bei einem steten Auf und Ab der Temperaturen zu einem durchwachsenen Wettercharakter. Auffällig aber war und ist die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, welche sich immer wieder von neuem über Island/England und Skandinavien versuchte, sich in einem Zentraltief zu organisieren.

Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so wiederholt sich dieses Muster auch Ende August und zum Septemberbeginn. Nach der heißen Temperaturphase konzentrieren sich zum 28. August zwei Tiefdrucksysteme über England und weiten sich bis über den skandinavischen Raum aus. Gleichzeitig hält das Hochdruckbrücke von den Azoren, der Mittelmeerregion bis über das östliche Europa dagegen und sorgt für eine Südwestwetterlage. Anfang September kann sich der Tiefdruckkern über England weiter nach Osten bis über die Nordsee verlagern und die Hochdruckbrücke unterbinden. In Folge dessen folgt der hochsommerlich heißen Temperaturphase ein markanter Wetterwechsel bei zurückgehenden Temperaturen nach.

Septembertrend: kühler

So setzt sich nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells der Wettercharakter des Sommers auch Anfang Herbst noch durch. Doch wie wahrscheinlich ist das? Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum vom 29. August bis 5 September eine Normalisierung des Temperaturspektrums auf ein Jahreszeit typisches Niveau, welches im Trend auch leicht zu kühl ausfallen kann. Was ist normal? Der Mittelwert schwankt über dem Norden zwischen +18 bis +20 Grad und über dem Süden zwischen +19 bis +21 Grad. Im gleichen Zeitraum aber steigt auch die Niederschlagsneigung zum Septemberbeginn an, was den Wettercharakter eher in Richtung Herbst als Sommer rückt. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse der Temperaturen von zu kalt / normal / zu warm.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 22.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

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