Der meteorologische Sommer neigt sich langsam seinem Ende entgegen und mit dem 1. September beginnt der Herbst. Die Tage werden nun spürbar kürzer und der morgendliche Tau in den Gräsern kündigt die Übergangsjahreszeit in den Winter an. Nichtsdestotrotz kann der September vor allem in seiner zweiten Dekade noch spätsommerlich sein, bevor dann die ersten Nachtfröste eintreten und in der letzten Septemberdekade sich häufiger auch schon der Herbst zeigen kann.

Stabile Wetterlage im September?

Schaut man auf die aktuelle Wetterentwicklung im August, so deutet derzeit vieles darauf hin, als ob auch in den letzten Tage des Sommers keine stabile Wetterlage mehr zustande kommen kann. Zu stark zeigt sich der Tiefdruckeinfluss vom Atlantik in diesem Jahr.

In der theoretischen Betrachtung erhöht das die Chancen auf ein sog. Ausgleichsverhalten in den Herbstmonaten. Was ist das Ausgleichsverhalten? Kurz und knapp: ein Strömungsmuster, welches sich stets wiederholt wird Erhaltungsneigung genannt und hält sich durchaus für mehrere Wochen. Der Erhaltungsneigung folgt in einem oftmals nicht erkennbaren Muster das Ausgleichsverhalten mit einem gegenteiligen Zirkulationsmuster. Aus unbeständig wird beständig, aus kühl wird warm aus nass wird trocken und umgekehrt. Dabei können die einzelnen Wetteraspekte auch unabhängig voneinander auftreten.

Was bedeutet das für das Wetter im September?

War der Sommer durchwachsen bei einem Auf und Ab der Temperaturen, so ist für den September eine beständigere Wetterlage zu erwarten - soweit die Theorie. Die Kontrollläufe der Wettermodelle bestätigen einen vorsichtig positiven Temperaturtrend gegenüber dem langjährigen Mittelwert in den ersten Septembertagen, allerdings zeigt sich auch eine erhöhte Niederschlagsaktivität, was - zumindest in der ersten Septemberwoche - noch gegen die Theorie spricht.

Langfristmodell: normales Septemberwetter

Das Langfristmodell berechnet in seiner aktuellen Wetterprognose mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +0,5 Grad eine für den September 2017 typische Temperaturentwicklung welche mit einer Differenz von bis +1 Grad im Trend auch leicht zu warm ausfallen kann. In der Niederschlagsberechnung zeigt sich eine weitgehend unauffällige Abweichung gegenüber dem Sollwert und fällt im Wettertrend leicht positiv aus (etwas zu nass).

Blickt man auf Europa, so wird der gesamte mitteleuropäische Raum von England über Frankreich, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien und auch das südliche Skandinavien leicht zu nass berechnet. Einzig der östliche Mittelmeerraum bis über das westliche Russland wird leicht zu trocken berechnet.
Bei den Temperaturen zeigt sich Europa gegenüber seinem Mittelwerten unauffällig, während das nördliche Skandinavien und westliche Russland zu warm simuliert wird.

Möchte man das interpretieren, so geht das wechselhafte und zu einem Auf und Ab der Temperaturen neigende Wetter nach diesen Berechnungen im September wohl gerade so weiter.
Was berechnen andere Langfristmodelle? Das Langfristmodell der NASA berechnet den September 2017 über Norddeutschland mit einer Abweichung von -0,25 bis +0,5 Grad normal und über den Gebieten südlich der Mittelgebirge wird eine Abweichung von +0,5 bis +2 Grad im zu warmen Bereich in Aussicht gestellt.

Zusammenfassung:

  • Wechselhaftes Wetter vom August könnte sich nach den aktuellen Berechnungen Anfang September fortsetzen
  • Langfristmodelle berechnen eine normale Temperaturentwicklung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit dem Trend leicht zu warm auszufallen
  • Langfristmodelle berechnen eine leicht positive Niederschlagsentwicklung (etwas zu nass)
  • Theoretisches Ausgleichsverhalten könnte im September für eine stabile Wetterlage sorgen (meist ab der zweiten Septemberdekade)

Was ist ein normales Septemberwetter?

Laut der Statistik ist zum Septemberbeginn (1. bis 10. September) noch häufig spätsommerlich warm (Wahrscheinlichkeit liegt bei 74 Prozent) und im Zeitraum vom 22. bis 29. September ist oftmals mit schönem Altweibersommerwetter zu rechnen. Ab Mitte September können die ersten Nachtfröste auftreten. Insgesamt ist im September mit 61 l/m² nicht mit allzu viel Niederschlag zu rechnen. Die nächsten Aktualisierungen zum Septemberetter erfolgen nun in regelmäßig - täglichen - Abständen.

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