Der Herbst wird im Oktober ausgebremst: Mächtiges Hoch bringt bis +32 Grad
Auf dem Atlantik dreht die Frontalzone erst auf, dann durch. Ende September entsteht ein kräftiges Tief nach dem anderen über dem Atlantik und drückt über Mitteleuropa einen mächtigen Hochdruckkeil weit nach Norden. Die Folge: Statt frühherbstlicher Kühle - wie sie für Oktober eigentlich typisch ist - setzt sich über Deutschland eine ungewöhnlich warme Wetterlage durch, die bis Anfang Oktober anhalten kann. Neben sommerlichen sind sogar hochsommerliche Temperaturen von bis über +30 Grad möglich. Die spannende Frage ist, ob der Hochdruckkeil dem Druck aus dem Westen standhält, oder ob die Sturmfronten einen Weg nach Deutschland finden.

Heute dreht sich ein Sturmtief über Island ein. Mit seiner Rückseitenströmung löst es den Abfluss kalter Luftmassen polaren Ursprungs vom östlichen Kanada weit nach Süden über den Atlantik aus. Bis zum 29. September lässt dieser Kaltluftvorstoß ein weiteres Sturmtief bis zu den Azoren nach Süden ausgreifen, dessen Kerndruck bis Ende September bemerkenswerte 945 hPa erreichen kann.
Mächtiger Hochdruckkeil blockiert die Frontalzone: Wo eine Aktion ist, ist auch eine Reaktion
Die Reaktion zeigt sich in einem mächtigen Hochdruckgebiet über Mitteleuropa. Es wölbt sich Ende September von der Mittelmeerregion bis weit nach Skandinavien nach Norden auf und stellt sich als Gegenspieler zum Orkantief über dem Atlantik auf.
Hochdrucksysteme drehen sich im Uhrzeigersinn, Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn. Deutschland, Österreich und die Schweiz geraten deshalb bis Anfang Oktober in den Einflussbereich einer südlichen Anströmung der Luftmassen.
Sonne setzt sich durch - nur über dem Osten verweilen Wolken
Am heutigen Freitag trüben die letzten Wolkenfelder etwa östlich einer Linie von Rostock und München den Sonnenschein bis zu den Nachmittagsstunden ein, Niederschlag ist nicht mehr zu erwarten. Weiter nach Westen lockert die Bewölkung zügig auf und verbreitet ist mit einer maximal möglichen Sonnenscheindauer zu rechnen. Der Wind weht schwach aus unterschiedlichen Richtungen. Die Temperaturen erreichen über den östlichen Landesteilen +16 bis +20 Grad, weiter nach Westen sind +20 bis +24 Grad möglich.
Der Sommer über dem Süden mit bis +31 Grad
Ein schwacher Ausläufer des atlantischen Sturmtiefs streift am Wochenende Deutschland und sorgt etwa nördlich einer Linie zwischen Köln und Dresden für starke bis wechselnde Bewölkung. Über Teilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern lässt sich in der Nacht auf Samstag und am Samstagvormittag der eine oder andere Regentropfen nicht ausschließen, nennenswerter Niederschlag ist nicht zu erwarten.
Weiter nach Süden lockert die Bewölkung auf und verbreitet ist ein sonniges Wochenende zu erwarten. Der Wind weht schwach aus südlichen Richtungen und lässt die Temperaturen am Samstag über Teilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf +15 bis +20 Grad ansteigen. Weiter nach Süden sind +20 bis +25 Grad und entlang des Rheingrabens örtlich bis +29 Grad möglich. Am Sonntag steigen die Temperaturen verbreitet auf +20 bis +25 Grad und können über dem Süden mit +25 bis +30 Grad sommerliche Werte erreichen, während über dem Südwesten mit bis +31 Grad sogar hochsommerliche Temperaturen möglich sind.
Bis +32 Grad: Der Hochsommer Ende September
Von Montag bis einschließlich Mittwoch intensiviert sich über Deutschland die Südanströmung der Luftmassen. Bei meist wolkenfreiem Himmel steigen die Temperaturen verbreitet auf +24 bis +28 Grad und über dem Süden auf bis +30 Grad. Über dem äußersten Südwesten auf können Temperaturen von bis +32 Grad möglich sein. Neben weiteren Sommer- sind auch Hitzetage zu erwarten, was für Ende September äußerst ungewöhnlich ist.
Anfang Oktober bleibt es ungewöhnlich warm
Anfang Oktober drängen die Tiefdrucksysteme vom Atlantik mächtig gegen das Hochdrucksystem über Mitteleuropa und lassen die Temperaturen am 1. Oktober nochmals auf +24 bis +28 Grad, örtlich auf bis +32 Grad ansteigen.
Mit der Südströmung gelangen zunehmend feuchtwarme und instabil geschichtete Luftmassen nach Deutschland, was ab den Nachmittagsstunden über den westlichen Landesteilen die ersten Schauer und Gewitter bringen kann. Im weiteren Verlauf schwächt sich die Hochdruckzone bis zum 3. Oktober allmählich etwas ab und wird anfälliger für Störungen.
Die Grundströmung aus südlichen Richtungen bleibt jedoch erhalten und hält die Temperaturen mit +20 bis +25 Grad und über dem Südwesten örtlich mit bis +28 Grad, weiterhin auf einem für die Jahreszeit viel zu hohen Niveau.
Oktober startet sommerlich - oder mit kräftigen Gewittern
Fraglich ist im Moment noch, wie weit die Gewitterzellen über Deutschland nach Osten vorankommen. Der Grund: Das Blockadehoch bleibt wirksam. Liegen die Gewitterzellen direkt über Deutschland, werden diese blockiert und können sich mit einem quasistationärem Verhalten für teils unwetterartige Wetterereignisse sorgen. Verweilt das Hoch aber nur ein paar wenige hundert Kilometer weiter westlich, startet der Oktober verbreitet trocken und sommerlich warm.

- 13:00 Uhr: Wetterprognose - Setzt sich die ungewöhnliche Wetterentwicklung mit Hitze im Oktober fort?









