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Oktober 2026 - Ein Monat zwischen Spätsommer, Frost und ersten Schneeflocken

| M. Hoffmann

Der Oktober ist ein Monat der Gegensätze. Zu Beginn des zweiten Herbstmonats erreichen die Temperaturen mitunter noch spätsommerliche Werte, während zum Monatsende - unter bestimmten Voraussetzungen - bereits die ersten Schneeflocken herabrieseln können. Darüber hinaus zählt der Oktober - neben dem September - zu den stabilsten Monaten des Jahres. Dies zeigt sich in Form des Spätsommers, des Altweibersommers oder auch des sogenannten goldenen Oktobers (Indian Summer).

Das Wetter im Oktober ist voller Gegensätze © Martin Bloch
Das Wetter im Oktober ist voller Gegensätze © Martin Bloch

Schönwetterphasen mit spätsommerlichen Temperaturen sind typisch für die Wettersingularität des sogenannten Altweibersommers. Stabile Hochdrucklagen lassen den goldenen Oktober (Indian Summer) erstrahlen, während der erste Nachtfrost in der zweiten Oktoberhälfte das Laub vieler Bäume zu Boden fallen lässt. In der letzten Monatsdekade steigt - bedingt durch die Temperaturunterschiede zwischen Land- und Wassermassen sowie die daraus resultierende Tiefdruckaktivität über dem Atlantik - die Wahrscheinlichkeit für Herbststürme deutlich an.

Oktober zwischen Spätsommer und Herbst: So verändert sich das Wetter

Das Oktoberwetter hat seinen Reiz. Bei entsprechenden Hochdrucklagen zeigt sich die Natur in goldgelben Farben - ein ideales Motiv für herbstliche Fotografien im warmen Licht. Zu Monatsbeginn werden noch häufiger Temperaturen um +25 Grad erreicht, während zum Monatsende oft kaum mehr die +10 Grad-Marke überschritten wird. Der Oktober ist der Übergangsmonat zwischen Spätsommer und Herbst.

Oktober-Temperaturen: Vom spätsommerlichen Start zum ersten Frost

Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im vieljährigen Mittel von 1961 bis 1990 bei +9,0 Grad. So wird nur etwa die Hälfte des Juli-Mittelwerts erreicht - ein deutliches Zeichen dafür, wie rasch sich die Temperaturen im Monatsverlauf auf den Herbst einstellen.

Daten und Fakten - Der Oktober wird wärmer, aber nicht jedes Jahr zu warm

Der Oktober verzeichnet ein durchschnittliches Niederschlagssoll von 56 l/m² und zählt somit zu den niederschlagsärmsten Monaten des Jahres.

In den vergangenen 30 Jahren ist die durchschnittliche Temperatur im Oktober um +0,6 Grad gestiegen. Betrachtet man nur die letzten 20 Jahre, liegt die Differenz bereits bei +1,1 Grad.

Ein normaler Oktober wurde zuletzt 2016 gemessen (-0,5 Grad). Zu kaltes Wetter zeigte sich 2015 mit einer Abweichung von -0,6 Grad. Der wärmste Oktober wurde im Jahr 2022 mit einer Durchschnittstemperatur von +12,53 Grad (Abweichung: +3,53 Grad) registriert. Es zeigt sich, dass der Oktober - trotz oder gerade wegen der Klimaerhitzung - sowohl zu warm als auch zu kalt ausfallen kann. Der kälteste Wert stammt aus dem Jahr 1805 mit durchschnittlich +4,3 Grad (Abweichung: -4,7 Grad).

Basierend auf den Durchschnittswerten der letzten 20 Jahre ergibt sich im Vergleich zum vieljährigen Mittel von 1961 bis 1990 folgendes Bild: In 60 Prozent der Fälle war der Oktober zu warm, in 20 Prozent normal und in weiteren 20 Prozent zu kalt (91/20: 50 Prozent zu warm, 20 Prozent normal, 30 Prozent zu kalt). Was lässt sich daraus ableiten? Der Oktober ist ein facettenreicher Monat, der statistisch keine eindeutige Tendenz zeigt, jedoch mit fortschreitender Klimaerhitzung zu warm verlaufen kann.

Frost, Sommertage und Niederschlag: Das ist typisch für den Oktober

Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 (in Klammer die Werte von 91/20): Bodenfrost trat an durchschnittlich 5,0 Tagen (5,5 Tage) auf, Nachtfrost an 2,6 Tagen (2,8 Tagen).

Die Anzahl der Sommertage (>+25 Grad) lag bei 0,1 Tagen (0,2 Tage). Hitzetage mit mehr als +30 Grad sind in der langjährigen Statistik nicht mehr von Relevanz.

Die Merkmale im November gegenüber dem Klimamittelwert von 1961 bis 1990 und 1990 bis 2020
Monat November – Ereignisse Häufigkeit 1961–1990 Häufigkeit 1991–2020
Bodenfrost 5,0 Tage 5,5 Tage
Nachtfrost 2,6 Tage 2,8 Tage
Sommertage 0,1 Tage 0,2 Tage
Hitzetage 0,0 Tage 0,0 Tage
Schneetage 0,1 Tage 0,1 Tage
Regen 55 l/m² 63 l/m²
Sonnenschein 109 Stunden 108 Stunden

Die Sonne im Oktober: Fast zwei Stunden weniger Tageslicht

Der Sonnenstand sinkt weiter ab - es wird später hell und früher dunkel. Am 1. Oktober geht die Sonne um 07:06 Uhr auf und um 18:45 Uhr unter, was einer Tageslänge von 11 Stunden und 39 Minuten entspricht. Übrigens: Die gleiche Sonnenscheindauer herrscht am 10. März.

Am 31. Oktober geht die Sonne um 06:59 Uhr auf und um 16:40 Uhr unter. Die Tageslänge beträgt dann nur noch 9 Stunden und 41 Minuten - vergleichbar mit dem 10. Februar. Im Verlauf des zweiten Herbstmonats bedeutet das also knapp zwei Stunden weniger Sonnenschein. In der Nacht auf den 25. Oktober 2026 findet außerdem die Umstellung auf die Normalzeit statt (Uhren werden um 1 Stunde zurückgestellt).

Warmer Oktober, kalter Winter: Was die Statistik zeigt

Zahlreiche Bauernregeln teilen einen gemeinsamen Kern, der sich etwa so zusammenfassen lässt:

Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein. Ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.

Bauernregel Oktober

Ist an dieser Bauernregel etwas dran? Die statistischen Auffälligkeiten im Zeitraum von 1971 bis 2019 sind zwar gering, lassen jedoch auf eine gewisse Korrelation schließen: Fiel der Oktober überdurchschnittlich warm aus, folgten häufiger kühlere Winter.

Hat das Wetter im Oktober Auswirkungen auf den Winter?
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Oktober warm 35 % 65 % 22 (49 %)
Oktober kalt 28 % 72 % 23 (51 %)

Erkennbar ist, dass der Winter - unabhängig vom Wetter im Oktober - mit hoher Wahrscheinlichkeit zu warm ausgefallen ist. Weitere Daten und Fakten zum Wetter Winter.

Oktober wird deutlich wärmer: Die Entwicklung über Jahrzehnte

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961 und 1990
Oktobermonate Temperatur Abweichung
Oktober 2021–2025 11,0 Grad +2,0 Grad
Oktober 2011–2020 10,4 Grad +1,4 Grad
Oktober 2001–2010 9,4 Grad +0,4 Grad
Oktober 1991–2000 8,7 Grad -0,3 Grad
Oktober 1981–1990 9,5 Grad +0,5 Grad
Oktober 1971–1980 8,1 Grad -0,9 Grad
Oktober 1961–1970 9,4 Grad +0,4 Grad

Die letzten zwei Dekaden zeigen deutlich eine zunehmende Erwärmung. Die vergangene Dekade war die wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und auch die aktuelle setzt diesen Trend fort. Daraus lässt sich schließen, dass der Oktober infolge der Klimaerhitzung generell wärmer wird - was die Wahrscheinlichkeit für zu warmes Wetter im Oktober 2026 zusätzlich erhöht. Dennoch zeigt sich, dass sich das Wetter weiterhin häufiger am langjährigen Durchschnitt orientiert. Der Oktober fällt daher - neben dem September - im Vergleich zu anderen Monaten deutlich aus dem Rahmen.

Diese Wetterphänomene sind im Oktober besonders auffällig

  • Oft wechselhafter und kühler Monatsbeginn
  • Goldener Oktober meist zwischen dem 7. und 19.
  • Temperaturen von bis zu +25 Grad sind zu Monatsbeginn keine Seltenheit
  • Zunehmende Neigung zu zähen Nebel- und Hochnebelfeldern
  • In der letzten Oktober-Dekade erster Schneefall möglich
  • Zeitumstellung auf Normalzeit (Winterzeit) am 25. Oktober
  • Nachtfrostwahrscheinlichkeit steigt ab der Monatsmitte
  • Durchschnittlich fallen 56 l/m² Niederschlag
  • Der Oktober spiegelt den repräsentativen Monatsmittelwert des Jahres wider
  • Empfehlung: ab Mitte Oktober Winterreifen montieren

Wetterprognose der Langfristmodelle

Wettervorhersagen zu Temperatur, Niederschlag und Großwetterlagen sind derzeit im Detail noch nicht möglich. Langfristmodelle liefern jedoch erste Indikatoren zur Temperaturambivalenz (zu warm, zu kalt) und zum Niederschlag (zu nass oder zu trocken).

Der vergangene Winter war deutlich zu warm. Im Frühjahr und Sommer 2026 wechselten sorgten meridional verlaufender Wetterlagen mal für einen frischen Nordwind, mal für ungewöhnliche Hitze aus südlichen Richtungen, wobei die Hitze überwog und neben einer historischen Hitzewelle auch zu einer historischen Dürre führte.

Für die Wetterentwicklung im Oktober wird maßgeblich sein, wie sich das Spätsommerhoch im September 2026 verhält. Bricht das Hoch zusammen, kann sich der Herbst durchsetzen. Bleibt es stabil und positioniert sich über Skandinavien oder Mitteleuropa, ist mit einem klassischen Indian Summer zu rechnen.

CFSv2 berechnet einen zu warmen und trockenen Oktober

Das Wetter im Oktober 2026 wird laut CFSv2-Modell im Vergleich zum vieljährigen Mittel um +1,0 bis +2,0 Grad zu warm berechnet (91/20: +0,6 bis +2,1 Grad). Die Niederschlagsprognose fällt hingegen deutlich bis erheblich zu trocken aus, was die Dürre aus dem Sommer weiter in den Herbst hinein verlängern kann.

Europäisches Modell erwartet ebenfalls einen zu warmen Oktober

Nach dem europäischen Prognosemodell wird der Oktober mit einer Abweichung von +1,5 bis +2,5 Grad gegenüber dem Mittelwert von 1961–1990 ebenfalls als zu warm prognostiziert (91/20: +1,1 bis +2,1 Grad). Die Regenprognose weist eine leicht positive Abweichung auf.

Zusammenfassend lässt sich ein Oktober erwarten, der zwar stellenweise durchwachsen, insgesamt jedoch zu warm und zu trocken ausfallen dürfte.

Regelmäßige Updates zum Wetter im Oktober 2026 erscheinen ab Mitte September in den Rubriken Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen an dieser Stelle.

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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