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Wetter Oktober 2025 - was vom Wetter zu erwarten ist

| M. Hoffmann

Der Oktober ist ein Monat der Gegensätze. Zu Beginn des zweiten Herbstmonats können die Temperaturen noch spätsommerliche Werte erreichen, während zum Monatsende – unter bestimmten Voraussetzungen – bereits die ersten Schneeflocken herabrieseln können. Zudem zählt der Oktober – neben dem September – zu den stabilsten Monaten des Jahres. Dies zeigt sich in Form des Spätsommer, Altweibersommer oder auch dem sogenannten goldenen Oktober.

Der Oktober  - der Übergang vom Spätsommer in den Herbst © Uli Brüderlin
Der Oktober - der Übergang vom Spätsommer in den Herbst © Uli Brüderlin

Schönwetterphasen mit spätsommerlichen Temperaturen sind typisch für die Wettersingularität des sogenannten Altweibersommers. Stabile Hochdrucklagen lassen den goldenen Oktober (Indian Summer) erstrahlen, während der erste Nachtfrost in der zweiten Oktoberhälfte das Laub vieler Bäume zu Boden fallen lässt. In der letzten Monatsdekade steigt – bedingt durch Temperaturunterschiede zwischen Land- und Wassermassen sowie daraus resultierende Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik – die Wahrscheinlichkeit für Herbststürme.

Typisches Oktoberwetter: vom Spätsommer in den Herbst

Das Oktoberwetter hat seinen Reiz. Bei entsprechenden Hochdrucklagen zeigt sich die Natur in goldgelben Farben – ein ideales Motiv für herbstliche Fotografien im warmen Licht. Zu Monatsbeginn werden noch häufiger Temperaturen um +25 Grad erreicht, während zum Monatsende oft kaum mehr die +10 Grad-Marke überschritten wird. Der Oktober ist der Übergangsmonat zwischen Spätsommer und Herbst.

Die Temperaturen

Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im vieljährigen Mittel von 1961 bis 1990 bei +9,0 Grad. Damit wird nur etwa die Hälfte des Juli-Mittelwerts erreicht, was deutlich macht, wie rasch sich die Temperaturen im Monatsverlauf auf den Herbst einstellen.

Daten und Fakten

Der Oktober verzeichnet ein durchschnittliches Niederschlagssoll von 56 l/m² und gehört damit zu den niederschlagsärmsten Monaten des Jahres.

In den vergangenen 30 Jahren ist die durchschnittliche Temperatur im Oktober um +0,6 Grad gestiegen. Betrachtet man nur die letzten 20 Jahre, liegt die Differenz bereits bei +1,1 Grad.

Ein normaler Oktober wurde zuletzt 2016 gemessen (-0,5 Grad). Zu kaltes Wetter zeigte sich 2015 mit einer Abweichung von -0,6 Grad. Der wärmste Oktober wurde im Jahr 2022 mit einer Durchschnittstemperatur von +12,53 Grad (Abweichung: +3,53 Grad) registriert. Es zeigt sich, dass der Oktober – trotz oder gerade wegen der Klimaerwärmung – sowohl zu warm als auch zu kalt ausfallen kann. Der kälteste Wert stammt aus dem Jahr 1805 mit durchschnittlich +4,3 Grad (Abweichung: -4,7 Grad).

Basierend auf den Durchschnittswerten der letzten 20 Jahre ergibt sich im Vergleich zum vieljährigen Mittel von 1961 bis 1990 folgendes Bild: In 60 Prozent der Fälle war der Oktober zu warm, in 20 Prozent normal und in weiteren 20 Prozent zu kalt (91/20: 55 Prozent zu warm, 15 Prozent normal, 30 Prozent zu kalt). Was lässt sich daraus ableiten? Der Oktober ist ein wettertechnisch facettenreicher Monat, der statistisch keine eindeutige Tendenz zeigt, jedoch mit fortschreitender Klimaerhitzung tendenziell zu warm verlaufen kann.

Die Merkmale

Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 (in Klammer die Werte von 91/20): Bodenfrost trat an durchschnittlich 5,0 Tagen (5,5 Tage) auf, Nachtfrost an 2,6 Tagen (2,8 Tagen).

Die Anzahl der Sommertage (>+25 Grad) lag bei 0,1 Tagen (0,2 Tage). Hitzetage mit mehr als +30 Grad sind in der langjährigen Statistik nicht mehr von Relevanz.

Die Merkmale im November gegenüber dem Klimamittelwert von 1961 bis 1990 und 1990 bis 2020
Monat November – Ereignisse Häufigkeit 1961–1990 Häufigkeit 1991–2020
Bodenfrost 5,0 Tage 5,5 Tage
Nachtfrost 2,6 Tage 2,8 Tage
Sommertage 0,1 Tage 0,2 Tage
Hitzetage 0,0 Tage 0,0 Tage
Schneetage 0,1 Tage 0,1 Tage
Regen 55 l/m² 63 l/m²
Sonnenschein 109 Stunden 108 Stunden

Die Sonne im Oktober 2025

Der Sonnenstand sinkt weiter ab – es wird später hell und früher dunkel. Am 1. Oktober geht die Sonne um 07:06 Uhr auf und um 18:45 Uhr unter, was einer Tageslänge von 11 Stunden und 39 Minuten entspricht. Übrigens: Die gleiche Sonnenscheindauer herrscht am 10. März.

Am 31. Oktober geht die Sonne um 06:59 Uhr auf und um 16:40 Uhr unter. Die Tageslänge beträgt dann nur noch 9 Stunden und 41 Minuten – vergleichbar mit dem 10. Februar. Im Verlauf des zweiten Herbstmonats bedeutet das also knapp zwei Stunden weniger Sonnenschein. In der Nacht auf den 26. Oktober 2025 ist zudem die Umstellung auf die Normalzeit (Uhren werden um 1 Stunde zurückgestellt).

Auswirkungen auf den Winter?

Zahlreiche Bauernregeln teilen einen gemeinsamen Kern, der sich etwa so zusammenfassen lässt:

Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein. Ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.

Bauernregel Oktober

Ist an dieser Bauernregel etwas dran?
Die statistischen Auffälligkeiten im Zeitraum von 1971 bis 2019 sind zwar gering, deuten jedoch auf eine gewisse Korrelation hin: Fiel der Oktober überdurchschnittlich warm aus, folgten häufiger kühlere Winter.

Hat das Wetter im Oktober Auswirkungen auf den Winter?
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Oktober warm 35 % 65 % 22 (49 %)
Oktober kalt 28 % 72 % 23 (51 %)

Erkennbar ist, dass der Winter – unabhängig vom Wetter im Oktober – mit hoher Wahrscheinlichkeit zu warm ausgefallen ist. Weitere Daten und Fakten zum Wetter Winter.

Die Abweichung der Temperaturen in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961 und 1990
Oktobermonate Temperatur Abweichung
Oktober 2021–2024 11,3 Grad +2,3 Grad
Oktober 2011–2020 10,4 Grad +1,4 Grad
Oktober 2001–2010 9,4 Grad +0,4 Grad
Oktober 1991–2000 8,7 Grad -0,3 Grad
Oktober 1981–1990 9,5 Grad +0,5 Grad
Oktober 1971–1980 8,1 Grad -0,9 Grad
Oktober 1961–1970 9,4 Grad +0,4 Grad

Die letzten zwei Dekaden zeigen deutlich eine zunehmende Erwärmung. Die vergangene Dekade war die wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, und auch die aktuelle setzt diesen Trend fort. Daraus lässt sich schließen, dass der Oktober infolge der Klimaerhitzung generell wärmer wird – was die Wahrscheinlichkeit für zu warmes Wetter im Oktober 2025 zusätzlich erhöht. Dennoch zeigt sich, dass sich das Wetter weiterhin häufiger am langjährigen Durchschnitt orientiert. Damit fällt der Oktober – neben dem September – im Vergleich zu anderen Monaten deutlich aus dem Rahmen.

Statistische Auffälligkeiten

  • Oft wechselhafter und kühler Monatsbeginn
  • Goldener Oktober meist zwischen dem 7. und 19.
  • Temperaturen von bis zu +25 Grad sind zu Monatsbeginn keine Seltenheit
  • Zunehmende Neigung zu zähen Nebel- und Hochnebelfeldern
  • In der letzten Oktober-Dekade erster Schneefall möglich
  • Zeitumstellung auf Normalzeit (Winterzeit) am 26. Oktober
  • Nachtfrostwahrscheinlichkeit steigt ab der Monatsmitte
  • Durchschnittlich fallen 56 l/m² Niederschlag
  • Der Oktober spiegelt den repräsentativen Monatsmittelwert des Jahres wider
  • Empfehlung: ab Mitte Oktober Winterreifen montieren

Wetterprognose der Langfristmodelle

Wettervorhersagen zu Temperatur, Niederschlag und Großwetterlagen sind derzeit im Detail noch nicht möglich. Langfristmodelle liefern jedoch erste Indikatoren zur Temperaturambivalenz (zu warm, zu kalt) und zum Niederschlag (zu nass oder zu trocken).

Der vergangene Winter war deutlich zu warm. Im Frühjahr und Sommer 2025 dominierten gestörte oder meridionale Zirkulationsmuster. Eine klassische, dominierende Westwetterlage blieb über längere Zeit aus.

Für die Wetterentwicklung im Oktober wird maßgeblich sein, wie sich das Spätsommerhoch im September 2025 verhält. Bricht das Hoch zusammen, kann sich der Herbst durchsetzen. Bleibt es stabil, ist mit einem klassischen Indian Summer zu rechnen.

Wettertrend nach dem CFSv2-Modell

Das Wetter im Oktober 2025 wird laut CFSv2-Modell im Vergleich zum vieljährigen Mittel um +1,0 bis +2,0 Grad, im Trend sogar um bis zu +2,5 Grad zu warm berechnet (91/20: +0,6 bis +2,1 Grad). Die Niederschlagsprognose für Ostdeutschland entspricht weitgehend dem langjährigen Mittelwert. Über dem Rest von Deutschland zeichnet sich jedoch ein deutlich zu trockener Oktober ab. An diesem Trend hat sich in den vergangenen Wochen kaum etwas geändert.

Wetterprognose der NASA

Die Oktoberprognose der NASA ergibt ein anderes Bild. Die Temperaturen werden mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad im Vergleich zum Mittelwert 1961–1990 als normal bis leicht zu warm simuliert (91/20: –0,1 bis +1,1 Grad). Beim Niederschlag zeigen sich im Vergleich zum vieljährigen Mittel keine signifikanten Abweichungen.

Wettervorhersage nach dem europäischen Langfristmodell

Nach dem europäischen Prognosemodell wird der Oktober mit einer Abweichung von +1,5 bis +2,5 Grad gegenüber dem Mittelwert von 1961–1990 ebenfalls als zu warm prognostiziert (91/20: +1,1 bis +2,1 Grad). Die Regenprognose weist eine leicht positive Abweichung auf.

Zusammenfassend lässt sich ein Oktober erwarten, der zwar stellenweise durchwachsen, insgesamt jedoch zu warm und zu trocken ausfallen dürfte.

Regelmäßige Updates zum Wetter im Oktober 2025 erscheinen ab Mitte September in den Rubriken Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen an dieser Stelle.

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)