Wetter Oktober 2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Oktober 2019 aktuelle Wetterprognose vom 19.09.2019 - Rückt der Herbst ein Stück näher?

  • M. Hoffmann

Zum Beginn der neuen Woche kündigt sich ein Wetterwechsel an und wird zu einer Entscheidung zwischen einem herbstlichen Start oder einem goldenen Oktober führen

Verbreitet scheint in den kommenden Tagen die Sonne für längere Zeit. Vor allem über dem Süden ist mit Sonnenschein von einem nahezu wolkenlosem Himmel zu rechnen. Entsprechend steigen die Temperaturen langsam an und können mit einer südlichen Grundströmung am Wochenende Werte von +20 bis +25 Grad und örtlich bis +28 Grad erreichen.

Doch so spätsommerlich warm bleibt der Wettercharakter nicht. Bereits am Sonntag machen sich mit zunehmender Bewölkung von Westen Tiefdrucksysteme bemerkbar, welche zum späten Nachmittag etwas Niederschlag mit sich führen können. In der Nacht auf Montag verstärkt sich die Niederschlagsaktivität und örtliche Gewitter sind nicht auszuschließen. Ein Wetterwechsel bahnt sich an. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2019.

Herbst-Wetter zum Start in den Oktober?
Herbst-Wetter zum Start in den Oktober?

Wie wird das Wetter im Oktober 2019?

Schaut man sich die unten stehende Wetterkarte genauer an, so erkennt man zwar das Vorrücken der atlantische Frontalzone in Richtung Mitteleuropa, doch strebt zur gleichen Zeit ein Hochdruckkeil nach Norden und blockiert dieses Vorhaben - zumindest im Ansatz. Wie sich das Wetter bis in den Oktober hinein entwickeln kann, hängt stark davon ab, wie sich das Hoch verhalten wird. Blockiert es die atlantischen Tiefdrucksysteme, oder macht es den Weg frei?

Die Tiefdrucksysteme rücken näher, doch baut das Hoch eine Blockade auf
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Die Tiefdrucksysteme rücken näher, doch baut das Hoch eine Blockade auf © www.meteociel.fr

Goldener Oktober? Das Hoch ist nicht zu unterschätzen!

Hoher Luftdruck über Skandinavien lässt immer aufhorchen, insbesondere dann, wenn sich die Temperaturen der Wasser- und Landmassen angeglichen haben. Sehr häufig kommt es dann zu stabilen Wetterlagen. Man sollte das Hoch und dessen Entwicklung in den kommenden Tagen ganz genau im Auge behalten.

Skandinavienhoch mit südlicher Unterwanderung

Aber so ein Skandinavienhoch - wenn es denn kommt - muss nicht zwangsläufig für einen trockenen und stabilen Wettercharakter sorgen. Ist die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik entsprechend hoch und gut strukturiert - und das ist sie im Moment - so wird eben ein anderer Weg gesucht, um nach Osten voranzukommen. Meist geschieht das am südlichen Hochdruckgradienten und das wiederum ist dann über der Mittelmeerregion, Deutschland, Österreich und der Schweiz der Fall.

Statt einer stabilen Wetterlage wäre mit reichlich Niederschlag und gemäßigt warmen Temperaturwerten zu rechnen. Auf jeden Fall nimmt ein Hoch an dieser Stelle eine Menge an Dynamik aus dem Spiel und das Zirkulationsmuster zeigt sich stark gestört.

Ein nahezu vollständig gestörtes Zirkulationsmuster
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein nahezu vollständig gestörtes Zirkulationsmuster © www.meteociel.fr

Warmstart in den Oktober

Doch auch diese Großwetterlage kann sich nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells nicht bis in den Oktober durchsetzen. Das Hoch zieht sich mit seinem Zentrum nach Westen über Grönland zurück, hält die Hochdruckbrücke zu den Azoren aufrecht und kippt zum 1. Oktober nach Osten - über Mitteleuropa - ab.

Was daraus entsteht ist eine sehr warme Süd- bis Südostanströmung der Luftmassen, was die Tageswerte bis zum 3. Oktober ohne weiteres auf +14 bis +18 Grad ansteigen lassen kann.

Das Zirkulationsmuster bleibt bis in den Oktober hinein gestört
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Das Zirkulationsmuster bleibt bis in den Oktober hinein gestört © www.meteociel.fr

Der Durchbruch der atlantischen Frontalzone

Auch diese Variante ist und bleibt eine plausible. Zwar keilt das Hoch nach Norden auf, doch die Tiefdruckaktivität drückt es rasch nach Osten weg und so wird der Weg für die atlantische Frontalzone in Richtung Skandinavien frei.

Hoch gegen Tief

Schaut man sich die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells bis zum 29. September an, so zeigt sich eine kräftige Tiefdruckkette, welche sich von den Azoren bis nach Skandinavien erstreckt. Gleichzeitig aber hält die Hochdruckbrücke von den Azoren bis weit über das westliche Russland reichend dagegen. Deutschland, Österreich und die Schweiz befinden sich mittendrin, was zu einer feucht-milden und teils windigen (Südwest)Wetterlage führt.

Gelingt es dem Tief sich nun weiter nach Osten in Richtung Skandinavien zu verlagern, so kommt der Herbst im Oktober ein gutes Stück voran. Bleibt das Tiefdruckzentrum aber im Bereich von Island, so wird das Hoch - und damit der goldene Oktober - eine größere Rolle spielen können.

Zwischen den Wetterfronten
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Zwischen den Wetterfronten © www.meteociel.fr

Welche Wetterentwicklung ist für den Oktober die wahrscheinlichste?

Man kann es in den Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle schon erkennen, dass - egal wie - die Tiefdrucksysteme Ende September und Anfang Oktober mehr Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz nehmen. Das bestätigen auch die Kontrollläufe mit einer ab dem 24. September ansteigenden Niederschlagstendenz, deren Höhepunkt am 26. September erreicht sein kann und nachfolgend in einen leicht bis mäßig erhöhten Bereich absinkt. Altweibersommer sieht anders aus.

Zurückgehende Temperaturen

Die Kontrollläufe bestätigen aber noch etwas anderes. Das Temperaturspektrum erreicht am 22./23. September einen vorläufigen Höhepunkt und sinkt darüber hinaus - bis in den Oktober hinein - in einen für die Jahreszeit normalen Bereich ab.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
27. September +8 bis
+23 Grad
+15 bis
+16 Grad
1. Oktober +9 bis
+23 Grad
+14 bis
+15 Grad
3. Oktober +5 bis
+23 Grad
+13 bis
+15 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2019 vom 19.09.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Ein Wetterwechsel bahnt sich zum Start in die neue Woche an, ob dieser aber nachhaltig ist oder nicht, bleibt mit dem nach Norden aufstrebenden Hochdruckkeil noch abzuwarten. Der Wettertrend ist aber bis in den Oktober klar definiert. Die Niederschlagstätigkeit nimmt in der letzten September-Dekade zu und die Temperaturen sinken in einen für die Jahreszeit typischen Bereich ab. Anders formuliert rückt der Herbst ein Stückchen näher an Mitteleuropa heran.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +6,07 +3,38 +2,6 237 l/m² - normal

Wetterfakten Oktober

Spätsommer Anfang September, Altweibersommer Ende September und zum Oktoberstart, welcher nicht selten in den goldenen Oktober übergeht. So ist eine Wettersingularität schon ausgemacht. Nicht selten herrscht eine Hochdruckdominanz vor.

  • Zum Oktoberbeginn jedoch häufiger die ersten Kaltlufteinbrüche bei Skandinavien
  • Das fördert die Wetteraktivität auf dem Atlantik und die ersten Herbststürme sind möglich
  • Mit einer Wahrscheinlichkeit von 73 Prozent ist im Zeitraum vom 7. bis 19. Oktober mit verstärktem Hochdruckeinfluss zu rechnen, was dem goldenen Oktober zuzuschreiben ist
  • Längere Nebelphasen mit den ersten Nachtfrösten sind dann wahrscheinlich
  • Zum Oktoberende (25.-31. Oktober) sind erste Schneefälle nicht ungewöhnlich

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