Wetterprognose und Wettervorhersage
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Der spätsommerlich warme Wettercharakter hält sich nicht lange und wird von einer kalten Nordströmung abgelöst. Wie aber sieht die Wetterentwicklung bis Oktober aus?
Erreichen die Temperaturen über dem Süden noch +24 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad, so führt ein strammer Nordwind bis zum Dienstag mit Werten von +14 bis +18 Grad spürbar kühlere Luftmassen nach Deutschland. Örtlich kann es mit Werten von +10 bis +15 Grad recht frisch werden. Auch der nächtliche Bodenfrost wird im Verlauf der Woche ein Thema werden. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2019.
Die Anfragen mehren sich, ob sich der Herbst oder der Altweibersommer bis in den Oktober durchsetzen wird. Damit diese Frage ansatzweise beantwortet werden kann, muss die Struktur der Großwetterlage eindeutig sein und nach der aktuellen Wetterprognose der Vorhersage-Modelle lässt sich die Frage noch nicht zu aller Zufriedenheit beantworten. So viel sei aber schon einmal verraten - die Großwetterlage befindet sich in einem strukturellen Wandel.
Zwar kippt das Hoch im Wochenverlauf über Deutschland hinweg und im Verbund mit den Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik werden feucht-warme Luftmassen nach Deutschland geführt. So ist die kühle Temperaturphase nur von kurzer Dauer und voraussichtlich am 21. September beendet.
Bis zum 23. September sind Werte von +22 bis +26 Grad zu erwarten. Doch steigt mit den feucht-warmen Luftmassen die Neigung zu Schauern und örtlichen Gewittern an. Kurzum: eine stabile Wetterentwicklung ist nicht zu erwarten.
Vom 23. bis 25. September entstehen auf dem Atlantik kräftige Tiefdruckgebiete und streben in Richtung Mitteleuropa. Bis zum 26. September gelingt es den Tiefdruckgebieten sich zu einem Zentraltief zwischen Island und England zu positionieren, was in der oben gezeigten Wetterkarte bereits angedeutet wird.
Im Grunde lässt sich die Wetterprognose bis zum Oktober auf zwei maßgebliche Entwicklungen reduzieren.
Das Hoch lässt sich bis Anfang Oktober nach Osten, bzw. nach Süden wegdrücken und der Weg für die Tiefdruckgebiete in Richtung Skandinavien wird frei. Gleichzeitig etabliert sich auf dem Atlantik eine gut strukturierte Tiefdruckrinne und sorgt für reichlich Nachschub an Tiefdrucksystemen.
Mit viel Wind und Regen würde sich vom 27. September bis in den Oktober hinein eine herbstliche Großwetterlage einstellen können. Die Tageswerte bewegen sich mit Werten von +12 bis +17 Grad in einem gemäßigten und für die Jahreszeit normalen Bereich.
Die These einer Zonalisierung Anfang Oktober ist durchaus gewagt, denn seit dem Februar 2019 trat das eigentlich über Mitteleuropa dominierende - und damit normale - Zirkulationsmuster kaum mehr in Erscheinung. Vielmehr waren es meridional ausgerichtete Grundströmungen, welche über Deutschland zu sehr warmen bis heißen Werten führte. Im Gegensatz aber zum letzten Jahr gab es auch länger andauernde kühle Phasen.
Meridional bedeutet - stark vereinfacht ausgedrückt - dass die Strömungslinie entlang der Polarfront nicht stringent von West nach Ost verläuft. Vielmehr wird die Polarfront durch aufstrebende Hochdrucksysteme in Schwingungen versetzt, was eine teils hohe Wellenbewegung entlang der Frontlinie zur Folge hat. Nach einigen Berechnungen der Vorhersage-Modelle positioniert sich das Hoch westlich auf dem Atlantik und strebt nach Norden in Richtung Grönland auf.
Im Grunde ist diese Wetterentwicklung mit der aktuellen ganz gut zu vergleichen. Das Tiefdruckzentrum über Skandinavien tropft nach Süden über Mitteleuropa ab und führt mit einer nördlichen Grundströmung sehr kalte Luftmassen nach Deutschland. Mit Werten von +8 bis +16 Grad wäre nicht mit spätsommerlich warmen Werten zu rechnen.
Man kann sich die Wellen entlang der Polarfront auch wie Amplituden vorstellen und je nachdem, ob Mitteleuropa in einem Wellental, oder der Spitze liegt, wird es über Deutschland, der Schweiz oder Österreich warm oder kalt.
In der warmen Variante verlagert sich das Hoch über Mitteleuropa, bzw. dem östlichen Europa. Der Wettercharakter Anfang Oktober ist als ruhig und verbreitet sonnig zu bewerten. Niederschläge sind kaum zu erwarten und die Temperaturen können mit +22 bis +27 Grad außergewöhnlich warm ausfallen.
Etabliert sich westlich und östlich des Hochdrucksystems noch jeweils ein Tiefdruckgebiet, entsteht daraus eine Omegastruktur, welche im Herbst häufiger in Erscheinung treten und für einen äußerst stabilen Wettercharakter sorgen kann. Sollte das gelingen, so wären weite Teile vom Oktober hochdruckdominiert und die Trockenheit würde weiter anhalten können.
Vom 22. bis 25. September zeichnet sich nach der Wetterprognose des Kontrollläufen eine für die Jahreszeit deutlich zu warme Temperaturphase ab, die sich darüber hinaus über dem Norden und Westen normalisiert und über dem Süden und Osten im leicht zu warmen Bereich verweilt.
Die Niederschlagsentwicklung ist bis zum 23. September als schwach zu bewerten, wobei in Richtung Süden auch gar kein Regen niedergehen kann. Im weiteren Verlauf steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit über ganz Deutschland in den leicht erhöhten Bereich an. Eine stabile Wetterentwicklung ist nach den Kontrollläufen bis Anfang Oktober nicht zu erwarten.
Die Details werden in den kommenden Tagen zu klären sein, doch zeichnet sich bereits jetzt schon ein Wettertrend ab. Die Zonalisierung versucht sich durchzusetzen. Das lässt sich auch ganz gut in der erhöhten Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik erkennen, doch das meridionale Strömungsmuster hat - zum aktuellen Stand - die besseren Karten. Ob daraus eine für Anfang Oktober kalte oder warme Temperaturentwicklung entsteht, hängt von der Hochdruckposition ab.
Die Wettervorhersage des Langfristmodells hat sich in den letzten Wochen für den zweiten Herbst-Monat kaum verändert. Die Differenz zum langjährigen Mittelwert beträgt +0,5 bis +1,5 Grad und kann punktuell bis +2 Grad betragen. Anders formuliert ist ein zu leicht bi deutlich zu warmes Oktoberwetter nach dem Langfristmodell zu erwarten.
Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert als unauffällig zu bewerten und kann über dem Norden leicht zu nass und über dem Süden etwas zu trocken ausfallen. Führt man das Strukturschema aus dem Jahr 2019 fort, so hat der Oktober gute Chancen normal bis leicht zu warm auszufallen.
Monat | Temperatur | Abweichung 1961-1990 in Grad | Abweichung 1991-2020 in Grad | Niederschlag |
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Januar 2023 | +3,6 | +4,1 | +2,7 | 69,2 l/m² - etwas zu nass |
Februar 2023 | +3,2 | +2,8 | +1,7 | 42,7 l/m² - etwas zu trocken |
März 2023 | +5,7 | +2,2 | +1,1 | 80,6 l/m² - deutlich zu nass |
April 2023 | +7,54 | +0,2 | -1,4 | 64,5 l/m² - leicht zu nass |
Mai 2023 | +13,1 | +1,0 | +0,0 | 44 l/m² - extrem zu trocken |
Juni 2022 | +18,3 | +2,96 | +1,96 | 58 l/m² - extrem trocken |
Juli 2022 | +19,1 | +2,2 | +0,8 | 37,1 l/m² - extrem trocken |
August 2022 | +20,22 | +3,7 | +2,3 | 48,5 l/m² - extrem trocken |
September 2022 | +13,4 | +0,1 | -0,4 | 98,9 l/m² - zu nass |
Oktober 2022 | +12,53 | +3,53 | +3,13 | 49,5 l/m² - zu trocken |
November 2022 | +6,4 | +2,4 | +1,6 | 49,6 l/m² - zu trocken |
Dezember 2022 | +1,8 | +0,98 | -0,02 | 64,8 l/m² - etwas zu trocken |
Gesamtjahr 2023 | +6,6 | +2,1 | +1,0 | 310 l/m² - zu trocken |
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