Kippt die Wetterlage Anfang Oktober nachhaltig in Richtung kühles Herbstwetter um und ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen auch die ersten Schneeschauer?

Ein Hochdrucksystem bestimmt heute das Wetter über weite Teile von Deutschland und sorgt für einen sonnigen und trockenen Wettercharakter. Bis Ende September macht sich von Norden zeitweilig ein Tiefdrucksystem mit seinen Wolken bemerkbar, Niederschläge sind aber nur ganz vereinzelt über den Küstenregionen von Nord- und Ostsee und über dem Südosten von Bayern zu erwarten.

Meist scheint aber die Sonne von einem wechselnd bewölkten Himmel. Die Temperaturen steigen bis zum Donnerstag auf spätsommerliche +20 bis +25 Grad an, sinken aber bis zum Sonntag auf +13 bis +18 Grad in den frühherbstlichen Bereich ab. Der Wind kann am Mittwoch über den Küstenregionen von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen in Böen stürmisch auffrischen, sonst kommt der Wind meist schwach bis mäßig aus unterschiedlichen Richtungen.

Zwischen Spätsommer und Frühherbst

Manch einer würde auch sagen: weder Fisch noch Fleisch. Und so ist es auch. Weder das Hochdrucksystem, noch die atlantischen Tiefdruckgebiete können sich bis Anfang Oktober nachhaltig durchsetzen. Da sich das Hochdruckgebiet über England positionieren kann, ist zwar häufiger mit Sonnenschein zu rechnen, doch mit einer nördlichen Höhenströmung werden ab dem 27. September wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Darin sind sich die Vorhersagemodelle einig. Nicht einig sind sie sich aber in der Wetterentwicklung für die ersten Oktober-Tage.

Ein typischer Wettercharakter für den Oktober
Ein typischer Wettercharakter für den Oktober

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Nachtfrost und Schneefall im Oktober?

Keine Frage, das gibt es und hat auch keinen Seltenheitswert. Gelegentlich geschieht das ab der Monatsmitte (wie im Oktober 2015) und häufiger zum Ende des Monats, seltener aber zum Beginn des zweiten Herbstmonats.

Auf die Großwetterlage kommt es an

Ganz abwegig ist aber ein markanter Kaltlufteinbruch im Verlauf der ersten Oktober-Dekade nicht und wird in den Wetterprognosen der Wettermodelle hin und wieder berechnet. Schaut man sich die Konstellation etwas genauer an, so muss das Hoch nur etwas weiter nach Westen - raus auf den Atlantik - ausweichen. Somit fehlt den Tiefdrucksystemen die Stütze und rutschen über Mitteleuropa nach Süden ab. Heraus kommt eine Trogwetterlage, mit Hilfe der kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können.

Die Vorhersage der Prognosemodelle:

Der Wettertrend ist seit Tagen annähernd der Gleiche. Anfang Oktober wird über England der Hochdruckkern berechnet, während die atlantische Tiefdruckrinne sehr aktiv im Bereich zwischen Grönland und Skandinavien ist. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen am östlichen Rand des Hochdrucksystems, was aus nördlichen Richtungen gemäßigte Luftmassen heranführt und zu Oktober-typischen Werten zwischen +14 bis +18 Grad führen kann.

Berechnung Großwetterlage Oktober 2018

Berechnung Großwetterlage nach amerikanischen Vorhersagemodell: Ruhiger und gemäßigt warmer Start in den Oktober © www.meteociel.fr

Amerikanisches Prognosemodell: Trogwetterlage mit kühlen Temperaturen

Das eine für die Jahreszeit zu kalte Wetterentwicklung in der ersten Oktober-Dekade nicht grundsätzlich auszuschließen ist, zeigt die Vorhersage des amerikanischen Wettermodells, was im Zeitraum vom 6. bis 10. Oktober das Hochdrucksystem weit draußen auf dem Atlantik berechnet, was über Mitteleuropa zu der oben beschrieben Trogwetterlage führen kann. Schnee- oder Graupelschauer wären bei Tageswerten von +6 bis +12 Grad nicht gänzlich auszuschließen!

Berechnung Großwetterlage Oktober 2018

Berechnung Großwetterlage nach amerikanischen Wettermodell: Die herbstlich kalte Trogwetterlage zum Ende der ersten Oktober-Dekade © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Kalt oder warm?

Hinsichtlich des Vorhersagezeitraums könnte man das oder durch und ersetzen. Denn der Zeitraum vom 26. bis 28. September ist etwas zu warm, während vom 29. September bis 3. Oktober die Temperaturen um 1 bis 3 Grad unter und darüber hinaus eine normale Tendenz gegenüber dem langjährigen Mittelwert aufweisen. Der Wettertrend bleibt nach den Kontrollläufen gegenüber den letzten Tagen nahezu unverändert und die erste Oktober-Dekade hat eine hohe Wahrscheinlichkeit normal bis leicht zu kühl auszufallen. Die Vorhersage des amerikanischen Prognosemodells ist bis zum 6. Oktober ganz gut in die Kontrollläufe eingebettet, ist darüber hinaus aber die kälteste Variante und ist somit als Ausreißer oder früher Trendsetter zu bewerten. Veränderungen sind in den kommenden Stunden zu erwarten.

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Deutlicher zeigt sich das im Temperaturspektrum der Kontrollläufe, welches am 3. Oktober zwischen +8 bis +20 Grad (Mittelwert: +13 bis +14 Grad) und am 10. Oktober zwischen +8 bis +23 Grad (Mittelwert: +13 bis +14 Grad) liegen kann.

Hochdruckdominanz über dem Westen und Süden wahrscheinlich

Die Niederschlagsneigung ist über dem Westen und Süden nach dem Wettertrend der Kontrollläufe bis zum 6. Oktober schwach ausgeprägt. Erst darüber hinaus zeigt sich eine langsam ansteigende Niederschlagstendenz. Über dem Norden und Osten aber ist die Niederschlagswahrscheinlichkeit im ersten Oktober-Drittel als schwach bis mäßig hoch zu bewerten. Anders formuliert, ist eine Hochdruckposition westlich von Mitteleuropa zum Start in den zweiten Herbstmonat weiterhin die wahrscheinlichste Wetterentwicklung.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 25.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Langfristmodell: Keinesfalls deutlich zu warm

Geht es nach der Vorhersage des Langfristmodells, so wird der Oktober 2018 seit ein paar Wochen mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal und im Trend leicht zu warm berechnet. Da aber eine etwas zu kühle Wetterlage in der ersten Oktober-Dekade an Wahrscheinlichkeit hinzugewinnt, reagiert das Langfristmodell darauf und simuliert - zum aktuellen Stand - eine Abweichung von -1 bis +0,5 Grad im normalen und im Trend leicht zu kühlen Bereich.

In der Niederschlagsprognose hat sich nichts verändert. So werden die Gebiete nördlich der Linie von Köln und Dresden unauffällig und südlich davon als zu trocken bewertet.

Gegen 13:00 Uhr gehen wir der Frage nach, was ein Meereswirbel bei Alaska für Auswirkungen auf das Wetter Winter 2018/19 in Deutschland haben kann.

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