Das Wetter zeigt sich turbulent, phasenweise zu kühl, dann wieder zu warm. Der Wechsel zwischen den Jahreszeiten ist im vollen Gang, doch was bedeutet das für den Oktober?

Die Tiefdruckaktivität nimmt nach Wochen der Abstinenz in den kommenden Tagen über Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder zu. So ist im Schwerpunkt am Sonntag mit teils unwetterartigen Niederschlägen über Teile von Deutschland zu rechnen, bevor zur Wochenmitte sich ein windiger aber warmer Altweibersommer durchsetzen kann. Die Großwetterlage im Wandel. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2018.

Ein Wechselspiel der Wettersysteme

Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist im Zeitraum vom 23. bis 30. September als hoch zu bewerten. Mal gelangt Deutschland auf die kühle Rückseite der nach Osten abziehenden Tiefdruckgebiete, mal aber wölbt sich das Azorenhoch in Richtung Mitteleuropa auf und sorgt für einen warmen aber nicht ganz beständigen Wettercharakter. Ein Auf und Ab und jeder, der sich mit der Meteorologie etwas mehr beschäftigt, weiß, dass dies die Zeichnen eines sich verändernden Zirkulationsmusters sind. Was am Ende dabei für den Oktober heraus kommt, wird von den Wetterprognosen der Modelle noch unterschiedlich bewertet.

Goldener Oktober, oder doch regnerisches Herbstwetter?
Goldener Oktober, oder doch regnerisches Herbstwetter?

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Amerikanisches Prognosemodell: Zunehmend herbstlich

Das, was das amerikanische Prognosemodell in seiner aktuellen Wettervorhersage für den Oktober berechnet, kann gleich zwei unterschiedliche Großwetterlagen hervorbringen.

Beide Wettersysteme stehen sich verhärtet gegenüber und keiner möchte weichen. Da ist zum einen das Hochdruckzentrum zwischen den Azoren, England und Mitteleuropa und zum anderen die atlantische Tiefdruckrinne von Neufundland bis nach Skandinavien reichend. Das Hoch bleibt bis zum 7. Oktober stur auf Position und leitet die Tiefdrucksysteme mehr oder minder an Deutschland, Österreich und die Schweiz vorbei.

Der Oktober 2018 zwischen Herbst und Altweibersommer

Verlagert sich das Hoch nun weiter nach Westen, so gibt es für die Tiefdrucksysteme kein Halten mehr, tropfen nach Süden ab und sorgen über Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Zufuhr subpolarer Luftmassen, was unter ganz bestimmten Voraussetzungen auch Schneeschauer zur Folge haben kann. Das kommt im Oktober schon manchmal vor.

Lässt sich das Hoch aber weiter nach Osten wegdrücken, so liegt der Hochdruckkern direkt über Deutschland. Bei einem sonnigen und trocken Wettercharakter und schwachen Windverhältnissen könnten sich die Temperaturen mit +17 bis +23 Grad im Bereich des Altweibersommers bewegen.

Berechnung Großwetterlage Oktober 2018

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Auf die Hochdruckposition kommt es an © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Das Hoch bleibt in der Nähe

Ganz ähnlich sind die Wetterprognosen des europäischen Wettermodells. Das Hochdrucksystem bezieht zwischen Island, Skandinavien und Deutschland mit einem Kern über England seine Position. Die Tiefdruckaktivität über dem Norden bleibt kräftig und am östlichen Hochdruckgradienten tropfen die Tiefdrucksysteme nach Süden ab.

Die Vorhersage ist zum aktuellen Stand nicht ganz einfach, wird aber nach dieser Berechnung eher hochdruckdominiert zu bewerten sein. Nichtsdestotrotz ist eine Hitzewelle weniger Wahrscheinlich als ein zu kalter Start in den Oktober 2018. Es kommt auch hier auf die Hochdruckposition an.

Berechnung Großwetterlage Oktober 2018

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Zwischen den Jahreszeiten - über dem Westen ein spätsommerliches Hoch, über dem Osten ein herbstlicher Trog © www.meteociel.fr

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Kontrollläufe: Herbstlich geprägter Wettertrend

Die Kontrollläufe weisen in ihrer Vorhersage einen klaren Trend auf, welcher sich seit ein paar Tagen zunehmend festigt. Das Temperaturspektrum liegt Ende September nochmals knapp über dem langjährigen Mittelwert, fällt aber zum Oktober in den zu kühlen Bereich ab.

So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums im Zeitraum vom 1. bis 7. Oktober mit +13 bis +14 Grad etwa um 2 bis 4 Grad unter dem Jahreszeit-typisches Wert. Mit anderen Worten ausgedrückt, könnte das Oktoberwetter mit einer hohen Wahrscheinlichkeit herbstlich kühl starten.

Erhöhte Niederschlagsbewertung

Aber nicht nur herbstliche Temperaturen werden in der Vorhersage der Kontrollläufe favorisiert, es ist auch eine ansteigende Niederschlagsneigung, welche den Wettertrend komplettiert. In der Zusammenfassung kann man zum aktuellen Stand davon ausgehen, dass sich das Hochdruckzentrum Anfang Oktober westlich von Mitteleuropa befindet und über Deutschland, Österreich und der Schweiz kühlere Luftmassen aus nordwestlichen Richtungen zuführt - Schauer inklusive. Der nachhaltige Wetterwechsel wäre somit vollzogen.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 22.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Langfristmodell: Ein normales Oktoberwetter erscheint möglich

Einfach mal normales Wetter - das ist das, was sich viele unserer Leser in ihren zahlreichen Anfragen für das Oktoberwetter wünschen. Und tatsächlich könnte dieser Wunsch auch in Erfüllung gehen. Zumindest nach dem Wettertrend des Langfristmodells, welches den Oktober 2018 mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +0,5 Grad normal im Trend mit einer Abweichung von bis +1 Grad etwas zu warm simuliert. Der mögliche Kaltstart in den zweiten Herbst-Monat könnte diesen Trend stützen.

Dass das Wetter hochdruckdominiert ausfallen kann, zeigt sich in der leicht zu trockenen Niederschlags Vorhersage. In Summe aber ist der Oktober nach diesem Trend als wechselhaft und typischer Herbst-Monat zu bewerten - normal eben.

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