Der Sommer dreht im September nochmals richtig auf und sorgt mit in manchen Regionen mit bis zu +30 Grad möglicherweise nochmals für hochsommerlich heiße Werte. Ob der sommerliche Wettercharakter aber bis Oktober anhält, ist in Frage zu stellen.

Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist als sehr hoch zu bewerten und mit der kräftigen Südwestströmung gelangen auf der Vorderseite des Tiefdruckkomplexes die sehr warmen Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Zum Ausklang der Woche rückt die Tiefdruckfront weiter nach Osten vor und sorgt über Deutschland für ein erhöhtes Potential für unwetterartige Wetterereignisse. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September.

Nachhaltige Veränderung der Großwetterlage oder nur ein vorübergehender Wetterumschwung?

Seit einigen Tagen berechnen die Wettermodelle ein Ende der stabilen und für die Jahreszeit viel zu warme Großwetterlage zum Beginn der letzten September-Dekade. Ob die Umstellung aber auch nachhaltiger in Richtung Herbst gehen kann, hängt von der Reaktion und der letztlichen Position eines Hochdrucksystems ab. Die aktuellen Wettervorhersagen der Prognosemodelle differenzieren sich noch. Doch der Wettertrend wird zunehmend einheitlicher.

Viele wünschen sich ein Ende des trockenen und zu warmen Wetters - kommt das typische Herbstwetter mit Wind, Sturm und Regen im Oktober?
Viele wünschen sich ein Ende des trockenen und zu warmen Wetters - kommt das typische Herbstwetter mit Wind, Sturm und Regen im Oktober?

Amerikanisches Prognosemodell: Der September im Umschwung

Die Tiefdrucksysteme rennen nach der aktuellen Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells regelrecht gegen das Hochdrucksystem über Mitteleuropa an und zum 20. September gelingt der Durchbruch bis über Skandinavien, was auch über Deutschland kräftige Windereignisse zur Folge haben kann. Der erste Herbststurm wäre - zumindest zum heutigen Stand - über dem Norden nicht auszuschließen.

Im weiteren Verlauf ziehen von Neufundland über Island und England weitere Tiefdrucksysteme nach, was die Großwetterlage wenig stabil erscheinen lässt. Im Detail wird es darauf ankommen, ob sich ein meridionales oder ein von West nach Ost stringent verlaufendes Strömungsmuster ergeben kann. Zum aktuellen Stand berechnet das amerikanische Wettermodell eine meridionale Grundströmung, bei der sich das Hochdrucksystem zum 23. September über England positionieren kann.

Die Tiefdrucksysteme werden auf eine nördlich verlaufende Bahn gelenkt und rutschen am östlichen Hochdruckgradienten nach Süden über Deutschland, Österreich und die Schweiz ab und führen mit +12 bis+18 Grad frühherbstliche Luftmassen ins Land.

Bis Anfang Oktober verlagert sich das Hochdrucksystem weiter in Richtung Skandinavien und positioniert sich letzten Endes über dem europäischen Nordmeer. In Folge wird der Weg über Mitteleuropa für die atlantischen Tiefdrucksysteme frei und sorgen für einen Oktober typisch herbstlichen Wettercharakter.

Die Unsicherheiten liegen aber in der Hochdruckposition begründet. Positioniert sich das Hoch etwas weiter östlich, so kann daraus eine ganz ähnliche Großwetterlage entstehen, wie es derzeit der Fall ist. Das Hoch strebt nicht nach Norden und die Tiefdrucksystemen laufen auf, was den sonnigen, trocken und für die Jahreszeit zu warmen Wettercharakter bis in den Oktober hinein verlängern kann.

Polarwirbelberechnung Oktober

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Spätsommerlich warmer Wettercharakter in der letzten September-Dekade © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Überwiegend Südwestwetter

Nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells ist die Störung zum kommenden Wochenende nur von vorübergehender Natur. Nachfolgend ist die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik entsprechend hoch, was immer wieder von neuem einen Keil vom Azorenhoch über Mitteleuropa bis über das östliche Europa ausbilden kann.

Das Strömungsmuster wäre bis zum 26. September überwiegend südwestlich ausgerichtet, was den warmen Wettercharakter weitgehend erhalten kann. Doch die Tiefdrucksysteme ziehen südlicher und die Hochdruckzone selbst verlagert sich zum 26. September weiter auf den Atlantik, was im weiteren Verlauf im Grunde für die Prognose des amerikanischen Wettermodells spricht: Aufkeilendes Hochdrucksystem mit abtropfen der Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa.

Polarwirbelberechnung Oktober

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Über dem Norden von Europa etabliert sich die atlantische Tiefdruckrinne © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Die nachhaltige Veränderung der Großwetterlage

Seit Tagen bestätigen die Kontrollläufe einen Wetterwechsel im Verlauf der letzten September-Dekade bis in den Oktober hinein. Das wird heute nochmals untermauert, was die Umstellung der Großwetterlage zunehmend wahrscheinlicher macht.

Die für die Jahreszeit viel zu warmen Temperaturen können sich nach diesem Wettertrend bis zum 22. September halten und um 7 bis 12 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert liegen. Ab dem 23 September folgt ein markanter Temperaturrückgang und pendelt sich bis in den Oktober auf ein Jahreszeit typisches Niveau ein.

So liegt das Temperaturspektrum am 21. September zwischen +11 bis +28 Grad (Mittelwert: +21 bis +22 Grad), am 28. September zwischen +10 bis +24 Grad (Mittelwert: +17 Grad) und am 1. Oktober zwischen +9 bis +25 Grad (Mittelwert: +16 bis +17 Grad). Die Niederschlagsneigung ist bis zum 21. September als schwach zu bewerten, steigt darüber hinaus bis in den Oktober auf ein leicht erhöhtes Niveau an.

Mit anderen Worten zusammengefasst, wird das Wetter bis zum Start in den Oktober mit höherer Wahrscheinlichkeit einen herbstlichen Wettercharakter annehmen können. Eine neuerliche Hitzewelle hat ab dem 22. September eine geringe Relevanz.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 16.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Langfristmodell: Oktober 2018 zu warm

Trotz der zunehmend frühherbstlichen Wetteraussichten berechnet das Langfristmodell den Oktober 2018 zum aktuellen Stand mit einer Abweichung der Temperaturen von +0,5 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm.

In der Niederschlagsprognose wird der Oktober gegenüber den vieljährigen Sollwert zu trocken berechnet.

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