Das Skandinavienhoch erreicht im Verlauf der Woche mit einem Kerndruck von bis 1045 hPa seinen vorläufigen Höhepunkt und schwächt sich bis Ende September auf 1030 hPa ab. Ihm geht also im wahrsten Sinne des Wortes die Puste aus. Gleichzeitig aber bleibt die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik hoch und etabliert eine Tiefdruckrinne von Neufundland bis Island reichend. Kaltluftmassen strömen über Grönland in Richtung Atlantik und sorgen für einem Erhalt der Tiefdruckaktivität. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Tiefdrucksysteme auch Mitteleuropa erreichen und nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle wird das wohl Ende September 2017 schon der Fall sein können.

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Wetter Oktober 2017: Rauscht der Herbst über Deutschland hinweg?

Nein, ganz so einfach ist es nicht. Denn um so ein Skandinavienhoch abzubauen braucht es schon mehrere Anläufe und da gibt es ja auch noch das Azorenhoch, zu dem eine Hochdruckbrücke aufgebaut werden kann. Die Frage ist vielmehr: stellt sich die Großwetterlage im ersten Oktober Drittel auf Herbst um, oder hat der goldene Oktober seine Chancen?

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 1. bis 4. Oktober (und damit auch um den Feiertag der Deutschen Einheit am 3. Oktober) einen weitgehenden Erhalt des Skandinavienhochs, welches über England eine schwache Hochdruckbrücke zum Azorenhoch aufbauen kann. Das hält die atlantische Frontalzone auf dem Atlantik zurück, kann aber nicht verhindern, dass zum 1. Oktober ein Tiefdrucksystem aus der Reihe "tanzt" und nach Süden in Richtung Spanien, Portugal und Frankreich abtropft. Ab dem Punkt wird es spannend und die Wetterentwicklung komplex.
Liegt das Tief weiter östlich, so ist über Deutschland mit starker Bewölkung und nach Süddeutschland auch mit länger andauerndem Regen zu rechnen - die Temperaturen bleiben aber in einem für die Jahreszeit zu warmen Bereich.
Liegt das Tief hingegen weiter westlicher, so scheint über weite Teile von Deutschland die Sonne und da das Tiefdrucksystem auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen heranführen kann, steigen die Temperaturen auf +20 bis +25 Grad - und das Anfang Oktober!

Das europäische Wettermodell berechnet die Tiefdruckaktivität vom 1. bis 3. Oktober deutlich kräftiger, wenngleich das Skandinavienhoch auch nach dieser Simulation seine Position halten kann. Nichtsdestotrotz erreicht der Tiefdruckkomplex über England einen Kerndruck von 970 hPa und ist entsprechend stark strukturiert, um über Deutschland für einen wechselhaften und windigen Wettercharakter zu sorgen. Die Temperaturen können in den Bereich von +13 bis +18 Grad zurückgehen.

Goldener Oktober oder Herbstwetter

Die Kontrollläufe bleiben klar strukturiert und berechnen den Wetterwechsel Anfang Oktober seit einigen Tagen. So sinkt das Temperaturniveau zum 1. Oktober auf ein Jahreszeit typisches Niveau ab und kann in manchen Regionen auch leicht zu kalt ausfallen. Gleichzeitig erhöht sich die Niederschlagswahrscheinlichkeit. Das spricht für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Wetterwechsel - "passend" für den für viele sicherlich verlängerten Wochenende um den Tag der Deutschen Einheit.

Wie sich das Wetter darüber hinaus entwickeln mag, klären wir gegen 17:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose Herbst und Winter, dieses Mal mit einem detaillierten Blick auf die Langfristmodelle.

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