Die Unsicherheiten in der Wetterentwicklung nehmen bereits in der mittelfristigen Wetterprognose bis Ende September zu. Im Wesentlichen wird es um die Frage gehen, ob das Hochdrucksystem die Erhaltungsneigung fortsetzen kann, oder wird die atlantische Frontalzone mit Wind, Regen und herbstlichen Temperaturen das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz dominieren können (s. Wetter September 2016 | Wetter Herbst - Winter 2016/17).

Nach den jüngsten Berechnungen der Wettermodelle ergeben sich erneut drei wahrscheinliche Entwicklungsvarianten beim Wetter in den ersten Oktober-Tagen. Der Grund für die Unsicherheiten ist jedoch immer der Gleiche: über Grönland strömen Ende September kalte Luftmassen, welche die "Tiefdruckproduktion"- Aufgrund der unterschiedlich warmen Luftmassen - auf dem Atlantik anregt.

In der ersten Variante passiert nicht viel. Das Hochdruckkonstrukt bliebt mit einer von Südwest nach Nordost verlaufenden Hochdruckachse für das Wetter über Mitteleuropa dominierend, während die Tiefdrucksysteme bereits bei Island/England nach Norden abgedrängt werden können. Ein klassischer "goldener Oktober" wäre in diesem Falle über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu erwarten.

In der zweiten Variante kommt das mögliche Ausgleichsverhalten ins Spiel. Was ist das Ausgleichsverhalten? Kurz zur Erklärung und stark vereinfacht: hält eine Wetterperiode längere Zeit an, so folgt im Anschluss daran eine gegenteilige Wetterperiode (auf warm und trocken folgt kühl und nass). Bei dieser Variante verlagert sich der hohe Luftdruck von Mitteleuropa auf den Atlantik zwischen den Azoren und Grönland und blockiert die atlantische Frontalzone weit vor Europa. Auf der Rückseite des Hochdrucksystems (östliche Gradienten) tropfen die Tiefdrucksysteme nach Süden über Deutschland bis in die Mittelmeerregion ab, was die Zufuhr kühlerer Luftmassen aus nördlichen Richtungen ermöglichen könnte (man spricht von einer Meridionalisierung mit möglicher Trogausbildung). Das Wetter wäre nach dieser Variante mit einem unbeständigen und auch kühlen Wettercharakter als typisch herbstlich zu bezeichnen.

In der dritten Variante kommt es zu einer Wetterentwicklung, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz "zwischen den Fronten" liegen können. Das kann sowohl mit einer südlich warmen Anströmung der Luftmassen (Vorderseitenwetter), als auch mit einem westlich orientieren Zirkulationsmuster einhergehen (über dem Norden unbeständiger und kühler als über dem Süden).

Vom warmen und sonnigen "goldenen Oktober" bis hin zu regnerischem und kühlen Herbstwetter erstreckt sich das Entwicklungsspektrum beim Wetter für die ersten Oktober-Tage. Was ist wahrscheinlicher? Geht es nach den Kontrollläufen, so ist eine leicht erhöhte Niederschlagserwartung vom 1./5. Oktober zu erwarten, bei einem Temperaturniveau, welches durchaus dem Jahreszeit-typischen Werten entsprechen kann. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums im Zeitraum vom 1./5. Oktober im Bereich zwischen +14/+16 Grad. Anders ausgedrückt ist ein "goldener Oktober" zum heutigen Stand nicht auszuschließen, aber weniger wahrscheinlich.

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