Das Langfristmodell simuliert das Wetter im Oktober etwas zu warm, im Westen leicht zu nass, sonst normal. Im wesentlichen spricht das im Oktober für eine dominierende Süd- bis Südwestwetterlage. Ob das in den ersten Oktober-Tagen auch der Fall sein wird, ist zum heutigen Stand fraglich, da sich nach dem europäischen Wettermodell pünktlich zum Monatswechsel die Großwetterlage umstellen soll. Der Grund hierfür liegt in der nachlassenden Wetteraktivität über dem Atlantik, wobei gleichzeitig ein Hochdrucksystem über Mitteleuropa "umher schwirrt" und die atlantische Frontalzone von Mitteleuropa fernhält. In der Meteorologie nennt man diese Konstellation eine mehr oder minder gestörte Zirkulation. Manifestiert sich dabei das Hoch über Skandinavien, wird es häufig von Süden oder Osten her von Tiefdrucksystemen unterwandert. Das amerikanische Wettermodell lässt der atlantischen Frontalzone freien Lauf, strebt aber mit einen Hoch über dem südöstlichen Europa eine südwestlich ausgerichtete Wetterlage an - wechselhaftes, teils stürmisches Wetter im Nordwesten und trockenes und sonniges Wetter im Südosten wäre die Folge daraus. Anders ausgedrückt ist eine wechselhafte Wetterphase in den ersten Oktober-Tagen in Verhältnis 58:42 wahrscheinlicher als eine Hochdruckdominanz.

Unterstützen Sie uns, teilen Sie uns!

Anzeige
Die Simulationen der Wettermodelle lassen für Anfang Oktober nur zwei wesentliche Wettervarianten zu. Die Eine ist ein Tiefdrucksystem über Skandinavien, welches mit einer nordwestlichen Strömung herbstliches und wechselhaftes Wetter zum Oktober-Beginn bringen sollte. Die zweite Variante ist auch gleichzeitig die wahrscheinlichere Variante, da sich im letzten September-Drittel über dem Atlantik eine Trogsituation ergeben sollte, wobei das Azorenhoch nach Mitteleuropa ausweicht. In Folge dessen wandert das Hoch hin und her - mal über Deutschland, mal über England und sehr häufig endet dessen Position über Skandinavien. Anders ausgedrückt ist eine Südwestwetterlage mit Tiefdrucksystemen von Portugal bis nach England ziehend eine gute Option für Anfang Oktober, was im Westen und Nordwesten zwar häufig wechselhaftes Wetter zur Folge hat, sonst aber verbreitet für mäßig warme Temperaturen zwischen +13/+17 sorgt. Das Verhältnis zwischen beiden Varianten liegt in etwa bei 55:45. Einige Simulationen sind gar so extrem, dass schon die ersten Schnee- und Graupelschauer mit berücksichtigt werden, deren Eintreffwahrscheinlichkeit mit 10 Prozent aber noch äußerst gering sind. Das Langfristmodell zeigt für die Westhälfte im Oktober zu nasses Wetter und bei den Temperaturen eine leicht positive Tendenz, die in der Osthälfte noch deutlicher ausfällt. Das spricht im Groben einer Süd- bis Südwestwetterlage mit blockierendem Hoch im Südosten/Osten.
Der Oktober besticht durch eine besondere Wettersingularität - dem "goldenen Oktober". Aber das Wetter kann im Oktober mit dem ersten Schnee und Sturm auch schon richtig "fies" sein. Die Voraussetzungen für einen goldenen Oktober werden schon frühzeitig auf dem Atlantik geschaffen und in diesem Jahr sehen die Voraussetzungen dafür gar nicht so schlecht aus. Die aktuell turbulente Wetterphase wird noch im letzten September-Drittel durch eine relativ trockene Hochdruckphase abgelöst, bevor zum Monatswechsel die Anzeichen auf eine wiederum wechselhaftere Wetterlage hindeuten. Das ist - rein statistisch betrachtet - für Anfang Oktober normal. Erst im Zeitraum zwischen dem 7./19. Oktober stellt sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von 79 Prozent ein Hoch über Mitteleuropa ein, welches den "goldenen Oktober" bringen kann. Das Langfristmodell simuliert aktuell das Wetter im Oktober im Westen deutlich zu nass, sonst normal. Im Temperaturtrend wird der Oktober als leicht zu warm simuliert. Schaut man etwas genauer hin, so erkennt man über Mitteleuropa, dass der gesamte Westen - also England, Portugal, Spanien und Frankreich - zu nass und leicht zu kalt ausfallen sollen, während im Osten trockeneres und wärmeres Wetter zu erwarten ist. Ableitend daraus ist eine Trogwetterlage vor Mitteleuropa ebenso wahrscheinlich, wie ein konstanter Tiefdruck über England, was in Deutschland meist zu einer mäßig warmen (eben leicht zu warmen) Südwestwetterlage führen kann. Anders ausgedrückt deuten die aktuell zur Verfügung stehenden Daten auf einen überwiegend normalen Wetterverlauf im Oktober hin.