Unwetter über den Alpen, stürmisch über Deutschland. Ein paar turbulente Wettertage stehen bevor, doch wie wird das Wetter im November - bleibt es so herbstlich, oder startet der November 2018 in Deutschland viel zu warm?

Ein Tiefdruckwirbel, welcher im Zeitraum vom 27. bis 30. Oktober von Italien über Deutschland nach Nordwesten hinwegzieht, ist aktuell schon über den Alpen und dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern wetterwirksam und wird etwa südlich der Linie vom Schwarzwald und dem Bayerischen Wald für länger andauernden Regen sorgen können. Besonders ergiebig ist dieser über den Alpenregionen, wo verbreitet unwetterartige Niederschlagssummen zusammenkommen können. Über dem Norden und Nordwesten lockert die Bewölkung zeitweilig auf und etwas Sonnenschein ist möglich. Sonst bleibt es meist stark bewölkt und hin und wieder ist mit etwas Niederschlag zu rechnen. Der Wind kommt schwach aus unterschiedlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen +6 bis +11 Grad.

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Wetteraussichten bis Ende Oktober

Das Tiefdrucksystem verlagert sich am Sonntag weiter nach Westen in Richtung Schweiz und Frankreich und sorgt in der Nacht über dem Süden noch für länger andauernden und über den Alpen für ergiebigen Regen. Tagsüber sind bei meist starker Bewölkung immer wieder Niederschläge möglich, welche bei Werten von +4 bis +8 Grad oberhalb etwa 800 bis 1.000 Meter auch als Schnee niedergehen und für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen können (Schneeprognose) . Weiter nach Norden lockert die Bewölkung kurzzeitig auf und zwischendurch ist der eine oder andere Schauer möglich, welcher - je nach Intensität - auch in tieferen Lagen als Graupel- oder Schneeregenschauer niedergehen kann. Der Wind frischt stark bis mäßig auf und kommt aus nordwestlichen Richtungen.

Unwetterartige Dauerniederschläge über den Alpenregionen
Unwetterartige Dauerniederschläge über den Alpenregionen

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Am 29. Oktober gewinnt das Tiefdrucksystem weiter an Intensität und kann über dem Alpenraum weiterhin für unwetterartige Niederschläge sorgen. Binnen 72 Stunden können somit Niederschlagssummen von 80 bis 400 l/m² zusammenkommen (Niederschlagsprognose). Das entspricht in etwa der Summe von 1 bis 3 Monaten! Größtenteils fällt der Niederschlag aber auch als Schnee, was zu Neuschneemengen von über 200 cm führen kann. Sämtliche Unwetterkriterien sind für diese Regionen erfüllt.

Deutlich weniger dramatisch ist die Situation nördlich der Alpen, wo am Montag bei meist starker Bewölkung nur gelegentliche Niederschläge zu erwarten sind. Der Wind verstärkt sich und kommt über exponierten Lagen und entlang der Küsten in Böen stürmisch aus östlichen Richtungen. Das Tief liegt also westlich und genauer gesagt über der Schweiz. So können aus östlichen Richtungen über dem Süden sehr warme Luftmassen advehiert werden, was die Tageswerte über Bayern und Teile von Baden-Württemberg auf +14 bis +18 Grad ansteigen lassen kann. Weiter nach Norden sind mit +3 bis +8 Grad deutlich kühlere Werte zu erwarten.

Spannend auch der Wettertrend für den 30. Oktober. Das Italientief zieht über Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nach Nordwesten ab und sorgt in diesem Prozess über dem Westen für kräftige Niederschläge, während zum Nachmittag über Bayern und den östlichen Landesteilen die Sonne zum Vorschein kommen kann. Um den Tiefdruckkern herum bläst der Wind ordentlich stark aus südlichen Richtungen und kann über exponierten Lagen und entlang der Küstenregionen für schwere Sturmböen sorgen. Während es über dem Westen mit +4 bis +8 Grad herbstlich nasskalt bleibt, werden etwa östlich der Linie von Hamburg und München mit +16 bis +21 Grad sehr warme Luftmassen nach Norden geführt. Weiterhin eine Luftmassengrenze, wie aus dem Lehrbuch.

Unwetterartige Niederschläge über der Schweiz, Österreich und der Schweiz und über dem Süden von Deutschland langsam nachlassend.

Unwetterartige Niederschläge über der Schweiz, Österreich und der Schweiz und über dem Süden von Deutschland langsam nachlassend. Teils über 400 l/m² binnen 72 Stunden. Mehr dazu in der aktuellen Niederschlagsprognose

Das Wetter im November 2018

Das Tiefdrucksystem verliert bereits am 31. Oktober seine Wetterwirksamkeit über Deutschland und es geht in den Tiefdruckwirbel der atlantischen Frontalzone bei Island über. Gleichzeitig aber entsteht zum Novemberstart über dem westlichen Russland bis weit über die östliche Mittelmeerregion reichend ein Hochdruckkomplex. Die Frage nach Wie wird das Wetter Anfang November? ist relativ einfach zu beantworten. Deutschland liegt im Zeitraum vom 1. bis 3. November zwischen der atlantischen Frontalzone und diesem Hochdruckkomplex in einer südlichen Grundströmung, welche zudem noch gradientenschwach ist.

Nach der aktuellen Wettervorhersage gelingt es der atlantischen Frontalzone nicht bis nach Mitteleuropa vorzudringen und so zeigt sich der Himmel meist wechselnd bewölkt. Teils ist mit der Ausbreitung von dichten Nebelfeldern zu rechnen, welche sich tagsüber nur langsam auflösen. Etwas mehr Wolken sind über dem Nordwesten und Westen zu erwarten, wo auch der eine oder andere Regentropfen niedergehen kann. Viel an Niederschlag ist aber nicht zu erwarten. Der Wind kommt anfangs über dem Westen und Nordwesten noch kräftig, sonst allgemein schwach aus südlichen Richtungen. Die Temperaturen erreichen mit +15 bis +20 für November außergewöhnlich hohe Werte.

Ob es nur vorübergehend so warm bleibt, oder ob der das Wetter im November 2018 auf dem besten Wege ist zu warm auszufallen, klären wir gegen 13:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose zum Wetter Winter 2018/19.

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