Das Wetter wird Ende Oktober und Anfang November wieder interessanter. Wie stehen die Chancen auf Schneefall und dem Niederschlag im allgemeinen und verändert sich die Großwetterlage nachhaltig? Ein kleines Update.

Mit Spannung wird am kommenden Wochenende der Kaltluftvorstoß in Richtung Mitteleuropa erwartet. Im Detail wird es darauf ankommen, wie sich der Trog positionieren und wie sich das Italientief wird verhalten können. Von nasskalten Temperaturen bis hin zu frühlingshaft milden Temperaturen ist noch vieles möglich. Doch der Wettertrend geht in eine eindeutige Richtung.

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Zwei Varianten, eine Gemeinsamkeit - viel Niederschlag

Die Aussage gilt leider nicht für ganz Deutschland, da das Italientief im Schwerpunkt über dem Alpenraum seine Schleusen öffnet. Simuliert werden Niederschlagssummen von 60 bis 380 l/m² und das binnen 72 Stunden. Das Potential für unwetterartige Wetterereignisse über dem Alpenraum ist damit erfüllt. Ob das Ganze aber als Schnee oder als Regen niedergeht, hängt davon ab, wie das Italientief nach Norden zieht.

  • Zieht das Tief über die Schweiz und dem westlichen Deutschland nach Norden, so können sehr warme Luftmassen über das Land geführt werden. Simuliert werden Werte von +12 bis +17 Grad und mit Föhnunterstützung wären auch bis +20 Grad möglich.
  • Zieht das Tief aber quer über Deutschland nach Norden, so werden mit einer nordöstlichen Grundströmung - für die Jahreszeit - sehr kalte Luftmassen advehiert werden können. Die Temperaturen könnten mit +2 bis +8 Grad in einem herbstlich nasskalten Bereich liegen.

Von Schneeschauer zu spätsommerlich warmen Temperaturen - das geht nur mit einer Luftmassengrenze

An anderer Stelle hatten wir es schon einmal erwähnt. Solche Trogwetterlagen mit einem Italientief haben über Deutschland nicht selten eine Luftmassengrenze zur Folge. Und schaut man sich die Wetterprognosen vom Abend an, so werden über dem östlichen Österreich, Ungarn und der Slowakei extrem warme Luftmassen nach Norden geführt. Die Tageswerte könnten dort auf +20 bis +25 Grad und örtlich bis +27 Grad ansteigen. Und das kurz vor Novemberbeginn. Das unterstreicht noch einmal, dass das Ganze eine knappe Kiste ist und es hier auf wenige hundert Kilometer ankommt.

Imposante Luftmassengrenze

Imposante Luftmassengrenze © www.meteociel.fr

Die Kontrollläufe aber stützen die Wetterprognosen der letzten Tage. Nasskalte Temperaturen haben am kommenden Wochenende eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit als spätsommerlich warme Temperaturen.
Aber: Das gilt nicht mehr für den Verlauf der kommenden Woche, wenn sich das Tiefdrucksystem weiter nach Nordwesten verlagert. Über dem Osten werden bspw. für den 30. Oktober Tageshöchstwerte von +23 Grad berechnet, während über dem Westen bei +5 bis +8 Grad Schluss ist. Eine Luftmassengrenze wie aus dem Bilderbuch!

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Schneemassen über dem Alpenraum?

300 l/m² an Niederschlag würden in etwa 3 Meter an Neuschnee bedeuten, wenn denn alles als Schnee fällt. Simuliert werden in der aktuellen Schneeprognose Neuschneemengen von 120 cm bis 290 cm. Die Schneefallgrenze schwankt zwischen 700 und 1.500 Meter.

Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen?

Auch das ist möglich, bzw. zum aktuellen Stand nicht von der Hand zu weisen. Ab den höheren mittleren Lagen ist bis zum Dienstag mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen.

Ungerechte Niederschlagsverteilung

Der Nachtteil eines Italientiefs ist, dass der meiste Niederschlag über dem Alpen- und dem süddeutschen Raum fällt. Weiter nördlich verteilen sich die Niederschläge bis zur Wochenmitte recht unterschiedlich. In einem breiten Streifen von Hessen bis Berlin werden Summen von 0 bis 7 l/m² simuliert. Weiter nördlich sind es mit 7 bis 15 l/m² und örtlich bis 30 l/m² wieder deutlich mehr. Ebenso über dem Süden, wo mit 15 bis 40 l/m² und örtlich bis zu 60 l/m² zu rechnen ist. Aber wie bereits mehrfach erwähnt, kommt es auf die Zugbahn des Tiefdrucksystems an.

Gewitter und Sturm möglich

Da ist also eine Menge an Energie in diesem System bei enormen Temperaturgegensätzen. Je nachdem wie das Tief zieht ist von Samstag bis Dienstag mit stürmischen Windböen und örtlichen Gewittern zu rechnen.

Das Wetter Anfang November 2018

Anfang November zieht das Italientief weiter nach Norden und geht in die atlantische Frontalzone bei Island über. Bis zum 3. November liegt über dem östlichen Europa ein Hochdrucksystem und so tun sich die Tiefdruckgebiete schwer, sich nach Osten zu verlagern. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen und eine feucht-warme Vorderseitenanströmung.

Für die Jahreszeit zu warme Temperaturen

Das amerikanische Prognose-Modell simuliert heute Abend am 3. November Tageshöchstwerte im Bereich von +12 bis +17 Grad. Mit Föhnunterstützung wären auch noch wärmere Temperaturen zu erwarten. Wie wahrscheinlich sind zu warme Werte? Der Wettertrend der Kontrollläufe der letzten Tage war eindeutig - so auch heute Abend. Der Mittelwert liegt mit einer Abweichung von +1 bis +4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich.

Unbeständiger Novemberstart

Die Niederschlagsneigung lässt zum Novemberbeginn etwas nach, steigt aber zum 4. November wieder an.

Zusammenfassend stehen zum aktuellen Stand ereignisreiche Wettertage bevor. Anfang November aber beruhigt sich das Wetter wieder und die Temperaturen haben einen für die Jahreszeit deutlich zu warmen Trend.

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