Die kommende Wetterlage ist alles andere als langweilig. Von Schneeschauer bis zu sehr warmen Temperaturen ist vieles möglich und das auf engsten Raum - auch das Potential für Unwetter steigt wieder an.

Ein Tiefdrucksystem verlagert sich in den kommenden Stunden nach Skandinavien und macht auf dem Atlantik Platz für ein sich nach Norden aufwölbendes Hochdrucksystem. Am Wochenende entsteht zwischen diesen beiden Wettersystemen eine meridionale Grundströmung mit Trogausbildung über Mitteleuropa. Anders formuliert wird es deutlich und spürbar kälter. Die Höchstwerte rutschen mit +1 bis +8 Grad in den herbstlich nasskalten Bereich ab und oberhalb etwa 1.000 Meter ist mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind auch in Lagen darunter möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2018 und in der aktuellen Niederschlagsprognose.

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Viel Niederschlag über dem Süden

Die kalte Luft strömt am Samstag über Deutschland, Österreich und die Schweiz nach Süden und initialisiert über der warmen und feuchten Region über Italien einen Tiefdruckwirbel. Der saugt sich wie ein Schwamm die feuchte Mittelmeerluft auf und trägt den Niederschlag über die Alpenregion. Je nach Zugbahn sind über den Alpen unwetterartige Niederschlagssummen von 80 bis 300 l/m² möglich. Nördlich der Alpen sind über Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen 20 bis 40 l/m² und nördlich davon 2 bis 15 l/m² möglich.

Wetterextreme auf engstem Raum

Verändert das Italientief seine Position noch etwas, sind Veränderungen möglich. Nur als Beispiel: während die Werte über Deutschland in der aktuellen Wettervorhersage im nasskalten Bereich berechnet werden, werden über dem östlichen Österreich Temperaturen von +18 bis +23 Grad simuliert. Das Tief pumpt auf seiner Vorderseite also sehr warme Luftmassen nach Norden. Über Deutschland sind die Werte im Vergleich gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 2 bis 6 Grad zu kalt.

Typisches Novemberwetter?
Typisches Novemberwetter?

Amerikanisches Prognose-Modell: Trog nur vorübergehend

Bis zum Novemberstart zieht das Italientief nach der aktuellen Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells nach Norden über Deutschland hinweg und sorgt auch über dem Norden, Osten und Westen für reichlich Niederschlag. Mit der Positionsverschiebung wird die Zufuhr kalter Luftmassen unterbunden und die Werte steigen mit +6 bis +12 Grad etwas an. Zwischendurch ist auch immer wieder etwas Sonnenschein möglich.

Warmer Novemberbeginn

In den ersten Novembertagen verlagert sich das Tiefdruckzentrum weiter auf den Atlantik zwischen Island und England. Der Trog löst sich auf und Deutschland, die Schweiz und Österreich gelangen im ersten Novemberdrittel zunehmend auf die warme Vorderseitenanströmung der Tiefdrucksysteme. Gleichzeitig bildet sich von den Azoren ein Hochdruckkeil - quer über Mitteleuropa - bis über das westliche Russland aus.

Bis zum 8. November verlagert sich das Hoch zwischen dem östlichen Skandinavien und Europa, was in einem gradientenschwachen Wetterumfeld warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Norden führen kann. Anders formuliert hat nach dieser Wettervorhersage die erste Novemberdekade ein hohes Potential gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm auszufallen.

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Wie warm kann es werden?

Zum Novemberbeginn liegen die Werte mit +7 bis +12 Grad im kühlen Bereich. Am Ende der ersten Novemberdekade werden +12 bis +18 Grad berechnet.

Niederschlagswahrscheinlichkeit schwächt sich ab

Bis zum 5. November bleibt die Niederschlagsneigung mäßig hoch und schwächt sich darüber hinaus ab.

Mildes und für die Jahreszeit zu warmes Novemberwetter

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Mildes und für die Jahreszeit zu warmes Novemberwetter © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersage-Modell: Mildes Novemberwetter

Das europäische Prognose-Modell bestätigt in seiner aktuellen Wettervorhersage die sehr interessante Wetterlage am kommenden Wochenende, bei der kalte Luftmassen Deutschland überfluten können. Zeitgleich ist mit kräftigen Niederschlag zu rechnen, welcher zum 30. Oktober seinen Höhepunkt erreichen kann.

In den ersten Novembertagen verlagert sich das Tiefdruckzentrum über Island und England und so kommt auch nach dieser Prognose eine über Deutschland, der Schweiz und Österreich warme Südwestströmung zustande. Bis zum 3. November könnten demnach die Tageswerte bei einem unbeständigen Wettercharakter auf +13 bis +18 Grad ansteigen.

Auch hier ein milder Novemberstart

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Auch hier ein milder Novemberstart © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Amerikanisches Vorhersage-Modell ein warmer Ausreißer

Ein Kaltlufteinbruch Ende Oktober ist nichts außergewöhnliches und kam in den letzten Jahren häufiger mal vor. Doch meist hält sich ein Trog nicht lange, da die Wetterdynamik auf dem Atlantik mit fortschreitendem Herbst in Schwung kommt. Da sich die Tiefdrucksysteme nun vor Mitteleuropa sammeln, ist eine nachfolgende Milderung fast schon zwingend.

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So wie sie es aber das amerikanische Prognose-Modell berechnet, ist es gegenüber den Kontrollläufen deutlich zu warm und liegt mit einer Abweichung vom 9 Grad deutlich über dem Mittelwert des Temperaturspektrums. Eine gemäßigte Milderung klingt zum Novemberstart plausibler.

So liegt das Temperaturspektrum am 29. Oktober zwischen +1 bis +9 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Süden und +8 Grad über dem Norden) und am 5. November zwischen +6 bis +18 Grad (Mittelwert: +11 Grad). Der Mittelwert liegt mit 1 bis 3 Grad etwas über dem langjährigen Mittelwert.

Niederschlagsneigung über dem Westen und Süden höher

Die Niederschlagsprognose ist im Zeitraum vom 28. Oktober bis 6. November über dem Süden und Westen als hoch bis mäßig zu bewerten. Über dem Osten und Norden steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit im Zeitraum vom 28. bis 30. Oktober an und sinkt darüber hinaus in den leicht erhöhten Bereich ab.

Diagramm Temperaturen November 2018 vom 24.10.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Das Novemberwetter 2018 zu mild

Im aktuellen Wettertrend des Langfristmodells wird der November mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal bis etwas zu mild simuliert. In der Niederschlagsprognose wir der letzte Herbstmonat über dem Süden etwas zu trocken, sonst unauffällig gegenüber dem langjährigen Sollwert berechnet.

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