Der Wettercharakter wird herbstlicher und zum Wochenende sind unter bestimmten Voraussetzungen auch Schneeschauer möglich. Bleibt das Wetter bis in den November 2018 hinein für die Jahreszeit zu kalt?

Die Großwetterlage verändert sich im Verlauf der kommenden Woche und aus einem trocken und für die Jahreszeit deutlich zu warmen, wird ein windiger, regnerischer und auch kühler Wettercharakter. Bis zum Wochenende können die Werte auch +5 bis +11 Grad zurückgehen und oberhalb etwa 1.000 Meter für Schneefall sorgen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer in Lagen darunter möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2018.

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Meridionale Trogwetterlage

Verantwortlich für die Zufuhr der kalten Luftmassen ist ein Tiefdruckzentrum über Skandinavien und ein Hochdruckgebiet über dem Atlantik, welches zum 26. Oktober nach Norden in Richtung Skandinavien aufkeilt. Zwischen beiden Systemen entsteht eine Nord-Süd-Strömung, was die kalten Luftmassen nach Deutschland führen kann. Ob es richtig kalt werden kann, oder ob Deutschland, die Schweiz und Österreich in den Bereich einer Luftmassengrenze gelangen kann, hängt davon ab, wo das Trogzentrum niedergeht und welche Struktur er annehmen kann.

Nachhaltiger Wetterwechsel bis in den November? Vieles hängt davon ab, wo der Trog niedergeht
Nachhaltiger Wetterwechsel bis in den November? Vieles hängt davon ab, wo der Trog niedergeht

Amerikanisches Prognose-Modell: Kaltes Wetter nur von kurzer Dauer

Der Trog wird zum 26. Oktober initialisiert und erreicht zum 28./29. Oktober seinen Höhepunkt. Nebst einer erhöhten Gefahr von Nachtfrost erreichen die Tageshöchstwerte meist +4 bis +8 Grad und seltener über +10 Grad, was den Herbst zunehmend nasskalt macht.

Für den Frühwinter liegt der Trog zu weit westlich

Bis Anfang November konzentriert sich das Trogzentrum weiter westlich zwischen England und Frankreich. Gleichzeitig schiebt sich bis zum 1. November vom westlichen Russland ein Hochdruckkeil in Richtung Skandinavien. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen somit auf die warme Vorderseitenanströmung der Tiefdrucksysteme, was die Werte mit +7 bis +14 Grad wieder normalisieren kann.

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Kräftige Niederschläge möglich

Bei einem Kaltluftvorstoß bis über die Mittelmeerregion steigt die Wahrscheinlichkeit für die Initialisierung eines Italientiefs an. Entsteht es, so ist Ende Oktober und Anfang November mit kräftigen und teils unwetterartigen Niederschlägen zu rechnen, welche ihren Schwerpunkt entlang der Alpen haben können.

Der Trog löst sich im ersten November-Drittel auf

Nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells zieht sich das Blockadehoch auf dem Atlantik nach Süden über die Azoren zurück und macht den Weg für die atlantischen Tiefdrucksysteme wieder frei, was die Trogwetterlage auflöst. Über dem östlichen Europa aber stabilisiert sich der hohe Luftdruck, was im Verbund der beiden Wettersysteme eine über Deutschland südliche Anströmung der Luftmassen zur Folge haben kann. Mit +8 bis +14 Grad wären die Tageswerte im Vergleich zum langjährigen Mittelwert etwas zu mild.

Vom Trog bleibt Anfang November 2018 nicht mehr viel übrig

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Vom Trog bleibt Anfang November 2018 nicht mehr viel übrig © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersage-Modell: Der Kaltluftzustrom verstärkt sich - kurzzeitig

Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells zeigte in den letzten Tagen Varianten, welche den Kaltlufteinbruch zum kommenden Wochenende noch in Frage stellten. Heute allerdings kommt eine Variante zum Tragen, welche Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen ermöglichen könnte. Das unterstreicht an dieser Stelle noch einmal, wie knapp das Verhältnis aus warmer Vorderseitenanströmung und kalter Trogwetterlage ist. Wenige hundert Kilometer können hier entscheidend sein.

Zum 28. Oktober entsteht - bedingt durch den Kaltluftzustrom - über der Mittelmeerregion ein Italientief. Gleichzeitig spaltet sich vom Blockadehoch auf dem Atlantik ein Keil ist Richtung Skandinavien ab, was den Kaltluftzustrom bis Ende Oktober noch verstärken kann. Die Tageshöchstwerte könnten am 30. Oktober zwischen +2 bis +8 Grad liegen und in den Nächten wäre verbreitet mit Frost zu rechnen. Da auch Niederschläge simuliert werden könnte sich in Lagen oberhalb etwa 800 Meter eine Schneedecke ausbilden und auch in tieferen Lagen wäre der eine oder andere Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer möglich.

Warmer November-Start

Eindrucksvoll zeigt das europäische Prognose-Modell, wie entscheidend es ist, auf welcher Seite des Troges man sich befindet.
Anfang November tropft ein Tiefdrucksystem über England nach Süden in Richtung westliches Mittelmeer nach Süden ab und verstärkt sein Zentrum über Spanien. Aus einer kalten Nordströmung wird binnen weniger Stunden eine warme Südströmung, was die Temperaturen bis zum 1. November auf milde +8 bis +14 Grad und entlang der Alpen mit Föhnunterstützung auf bis +18 Grad ansteigen lassen kann. Ein Temperatursprung von bis zu 16 Grad.

Trog bleibt vor Mitteleuropa - Deutschland gelangt Anfang November in eine warme Südströmung

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Trog bleibt vor Mitteleuropa - Deutschland gelangt Anfang November in eine warme Südströmung © www.meteociel.fr

Frühwinterlicher Kaltlufteinbruch nur von kurzer Dauer - Milderung Anfang November

Der Wettertrend der Kontrollläufe bleibt auch heute klar strukturiert und bestätigt damit die Tendenz der letzten Tage. Im Zeitraum vom 27. bis 30. Oktober ist ein Kaltlufteinbruch über Deutschland sehr wahrscheinlich, welcher den Mittelwert gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert um 2 bis 6 Grad zu kalt ausfallen lassen kann.

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Im Zeitraum vom 1. bis 6. November liegt das Temperaturspektrum zwischen +3 bis +17 Grad bei einem Mittelwert von +10 bis +11 Grad, was knapp über dem langjährigen Mittelwert im leicht zu milden Bereich liegt.

Regnerisches Herbstwetter

Die Niederschlagsneigung ist nach den Kontrollläufen vom 24. Oktober bis 5. November erhöht. Im Zeitraum vom 27. bis 30. Oktober ist diese deutlich erhöht, hängt aber auch davon ab, ob das Italientief entstehen kann.

Diagramm Temperaturen November 2018 vom 22.10.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Der November 2018 leicht zu mild

Der Wettertrend des Langfristmodells berechnet den November 2018 mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal und im Trend etwas zu mild. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich kaum Abweichungen gegenüber dem langjährigen Sollwert.

Zusammenfassung:

  • Die Wolken und auch die Niederschläge werden zahlreicher
  • Stürmische Windböen sind in den kommenden Tagen über dem Norden zu erwarten
  • Ende Oktober stellt sich über Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Trogwetterlage ein
  • Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind möglich
  • Nachtfrost ist wahrscheinlich
  • Anfang November löst sich der Trog auf, bzw. Deutschland liegt auf der milden Trogvorderseite, was für die Jahreszeit zu etwas zu warmen Temperaturen führen kann

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