Das Wetter wird mit Sturm und für die Jahreszeit zu kalten Temperaturen wieder interessanter. Bleibt die Trogwetterlage bis in den November hinein erhalten?

Ein Sturmtief bezieht im Verlauf der Woche über Skandinavien Position und beeinflusst mit stürmischen Winden auch den Norden von Deutschland. So sind am Dienstag und Mittwoch über den Küstenregionen teils schwere Sturmböen möglich. Weiter nach Süden schwächt sich der Wind ab und anfangs kommt hier auch noch häufiger die Sonne zum Vorschein. Doch die Wolken nehmen von Norden weiter zu und so ist bis zum Wochenende hin und wieder mit etwas Niederschlag zu rechnen. Zum Start in das kommende Wochenende dreht die Grundströmung auf nördliche Richtungen, was zu einem weiteren Rückgang der Temperaturen führt. Die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 1.000 Meter ab und mit entsprechender Niederschlagsaktivität sind auch Lagen darunter Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2018.

Trog Mitteleuropa: Nachtfrost mit Schnee- und Graupelschauer

Schaut man sich die dazugehörige Großwetterlage an, so verlagert das Hochdrucksystem seinen Schwerpunkt raus auf den Atlantik, während von Norden her das Tiefdrucksystem nach Süden austrogen kann. So entsteht in den letzten Tagen vom Oktober eine schwachgradientige Trogstruktur über Deutschland, Österreich und der Schweiz, was immer wieder zu Schauern führen kann. Bei Tageswerten von +2 bis +8 Grad erinnert der Wettercharakter schon stark an einen nasskalten November und je nach Intensität der Schauer, wären auch Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefer gelegene Lagen möglich. In den Nächten können die Tiefstwerte auf -3 bis +5 Grad absinken.

Nasskalter Wetterauftakt im November 2018? Auf die Trogstruktur kommt es an
Nasskalter Wetterauftakt im November 2018? Nasskalter Wetterauftakt im November 2018? Auf die Trogstruktur kommt es an

Amerikanisches Prognose-Modell: Gemäßigt kühle Trogwetterlage

Die Trogstruktur bleibt nach der Wettervorhersage des amerikanischen Prognose-Modells auch in den ersten Novembertagen erhalten. Die Tiefdruckzentren steuern aus nordwestlichen Richtungen auf Deutschland, Österreich und die Schweiz zu, was die Neigung zu Niederschlägen grundsätzlich erhöht. Auch Dauerregen könnte bei solch einer Wetterlage zum Thema werden.

Anfang November: Trog westlich von Mitteleuropa

Im Unterschied zu den vorangegangenen Tagen wird der Trog aber nicht mehr direkt über Mitteleuropa simuliert, sondern mit einem Kern über England und Frankreich etwas westlicher, sodass Deutschland, die Schweiz und Österreich auf eine gemäßigt kühle Vorderseitenanströmung gelangen kann.

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Wie kalt kann es werden?

Die Temperaturen können sich nach dieser Vorhersage vom 1. bis 5. November auf +7 bis +14 Grad einpendeln. In den Nächten ist nur bei Aufklaren mit leichten Frost zu rechnen, sonst bleibt es bei +2 bis +7 Grad weitgehend frostfrei.

Großwetterlage hat Potential für unwetterartige Niederschläge

Sollte sich die Trogstruktur wie simuliert einstellen können, so saugen die Tiefdrucksysteme zum Start in den November ordentliche Mengen an Feuchtigkeit aus südlichen Richtungen nach Norden, was im Stau der Südalpen und bei entsprechender Position auch auf der Nordseite der Alpen für reichlich Niederschlag sorgen kann - teils unwetterartig. Detail hierzu bleiben aber abzuwarten.

Trogstruktur Anfang November 2018 über Mitteleuropa mit Tiefdruckkern über Deutschland

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Trogstruktur Anfang November 2018 über Mitteleuropa mit Tiefdruckkern über Deutschland © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersage-Modell: Eine mildere Prognose

In eine andere Richtung geht heute die aktuelle Wetterprognose des europäischen Wettermodells. Das Hochdrucksystem keilt zum 26. Oktober auf dem Atlantik steil nach Norden auf und erstreckt sich von den Azoren bis nach Grönland. Das Strömungsmuster meridionalisiert auch nach dieser Vorhersage.

Doch im Unterschied zum amerikanischen Vorhersage-Modell geht der Trog Ende Oktober nicht direkt über Mitteleuropa nieder, sondern ist etwas westlicher positioniert. Gleichzeitig strebt vom westlichen Russland ein Hochdrucksystem über das nördliche Skandinavien, was im Verbund der Wettersysteme zu einer Luftmassengrenzen quer über Mitteleuropa führen kann. Deutschland, die Schweiz und Österreich liegen inmitten dieser Luftmassengrenze, was für reichlich Niederschlag sorgen kann, die Temperaturen aber mit +9 bis +15 Grad und mit Föhn über den Alpen mit bis zu +18 Grad deutlich milder ausfallen lassen kann.

Trog vor Mitteleuropa, Luftmassengrenze über Deutschland

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Trog vor Mitteleuropa, Luftmassengrenze über Deutschland © www.meteociel.fr

Frühwinter oder Herbstwetter? Wettertrend der Kontrollläufe bleibt für Anfang November klar strukturiert

Die Möglichkeit auf Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen herab bleibt nach den Kontrollläufen im Zeitraum vom 27. bis 31. Oktober wahrscheinlich. In diesem Zeitraum liegen die Temperaturen in rund 1.500 Meter Höhe bei -2 bis -4 Grad, was oberhalb etwa 1.000 Meter für die Ausbreitung einer Schneedecke sorgen kann. Je nach Niederschlagsintensität ist das für kurze Zeit auch bis auf 700 Meter herab nicht auszuschließen - zumindest zum aktuellen Stand. Mehr dazu in der aktuellen Schneeprognose.

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Anfang November wieder etwas milder

Im Zeitraum vom 1. bis 5. November normalisiert sich das Temperaturspektrum nach dem Wettertrend der Kontrollläufe wieder. Die Berechnungen des amerikanischen Vorhersage-Models sind relativ gut in die Kontrollläufe eingebettet, während das europäische Prognose-Modell eine wärmere Variante darstellt.

Niederschlagsneigung erhöht

Die Gemeinsamkeiten aber liegen in allen Berechnungen in einer erhöhten Niederschlagsneigung, beginnend ab dem 24. Oktober und bis in den November hinein reichend.

Diagramm Temperaturen November 2018 vom 21.10.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Der November 2018 erfährt eine weitere Korrektur

Das hatte sich bereits in den letzten Tagen schon angedeutet und setzt sich heute fort. Nach dem aktuellen Wettertrend berechnet das Langfristmodell den November mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal bis etwas zu warm. In den vorangegangenen Wochen wurde der November mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad noch zu warm simuliert. Im Trend könnte der November ein richtiger Herbstmonat werden.

Normales Niederschlagsverhalten

Kaum Veränderungen haben sich in der Niederschlagsprognose ergeben. Kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert.

Zusammenfassung:

  • Die Großwetterlage stellt sich in den kommenden Tagen um
  • Die Niederschlagswahrscheinlichkeit nimmt zu
  • Ab dem 26./27. Oktober sinken die Temperaturen in einen für die Jahreszeit zu kalten Bereich ab
  • Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind teils bis in tiefere Lagen möglich
  • Anfang November normalisiert sich nach Berechnungen der Kontrollläufe das Temperaturniveau
  • Trogstruktur bleibt aber erhalten, was die Niederschlagswahrscheinlichkeit im mäßigen bis hohen Bereich belassen kann

Gegen 17:00 Uhr erfolgt heute ein Update der Winterprognose 2018/19 mit dem Schwerpunkt, welchen Einfluss die arktische Meereisausdehnung auf den Winter 2018/19 in Deutschland haben kann.

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