Schneeschauer Anfang November? Die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle schließen diese Möglichkeit grundsätzlich nicht aus.

Die zunehmende Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik macht sich in den kommenden Tagen mit vermehrten Wolkenfeldern und gelegentlich etwas Niederschlag auch über Deutschland bemerkbar. Insgesamt ist das aber noch als harmlos zu bewerten, doch spürbar können mit einer nördlichen Grundströmung die Temperaturen zurückgehen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2018.

Spätsommer oder Frühwinter?

Die Großwetterlage verändert sich in den kommenden Tagen. Das Hochdrucksystem über dem östlichen Skandinavien / Europa löst sich auf und das Azorenhoch wird wieder mehr wetterwirksam. So wird der Weg für die atlantische Frontalzone in Richtung Skandinavien frei. Was grundsätzlich solche Wetterentwicklungen zulässt, welche in der überspitzen Überschrift formuliert sind. Die entscheidende Rolle für das Wetter Anfang November spielt dabei das Azorenhoch. Wölbt es sich nach Norden auf, hat der Frühwinter mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer seine Chancen. Zieht das Azorenhoch nach Osten und legt sich über Mitteleuropa, so ist mit mehr Nebel, Sonnenschein und trockenem Wetter zu rechnen.

Der November hat gute Chancen herbstlich unterkühlt zu starten
Der November hat gute Chancen herbstlich unterkühlt zu starten

Amerikanisches Prognose-Modell: Herbstlich nasskaltes Wetter

Zum 23. Oktober erreicht das atlantische Frontalzone den skandinavischen Raum, während das Hoch im Bereich zwischen Island, England und den Azoren liegt. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen im Verbund der beiden Wettersysteme in eine kühle Nordwestwetterlage.

Das Hochdrucksystem verlagert sich zum 24./25. Oktober weiter nach England, kann sich dort aber nicht festigen und beeinflusst nur kurzzeitig das Wetter über Deutschland. Die Tiefdruckaktivität läuft auf dem Atlantik zu diesem Zeitpunkt auf vollen Touren und so entsteht eine Tiefdruckrinne von Neufundland über Island bis nach Skandinavien reichend.

Skandinavienhoch Anfang November?

Anders wie in den Berechnungen der letzten Tage simuliert das amerikanische zum Start in den November heute eine weitere Variante. Der Trog wird Ende Oktober über das östliche Europa abgeleitet. Gleichzeitig aber fehlt dem Azorenhoch der Raum, sich über dem Atlantik zu positionieren. Was bleibt ist die Lücke nach Skandinavien, welche auch genützt wird.

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Nachtfrost und kaltes Novemberwetter

Ob sich ein Skandinavienhoch Anfang November tatsächlich wird ausbilden können, bleibt abzuwarten. Warum? Die Großwetterlage ist im Umbruch und vieles hängt derzeit davon ab, wie sich das Hochdrucksystem positioniert. Aus diesem Blickwinkel heraus wundert es nicht, dass die Prognose-Modelle aktuell unterschiedliche Varianten berechnen. Sollte sich aber tatsächlich ein Hochdrucksystem über Skandinavien etablieren können, so werden mit einer östlichen bis nordöstlichen Grundströmung kühle Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können.

Wie kalt kann es werden?

Die Tageswerte pendeln sich auf +4 bis +10 Grad ein und mit einer schwachen Niederschlagsneigung ist unter bestimmten Voraussetzungen ab den mittleren Lagen auch der eine oder andere Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer möglich. In den Nächten ist Anfang November mit Werten von -2 bis +5 Grad auch Nachtfrost möglich.

Ein Skandinavienhoch könnte für einen kühlen Start in den November 2018 sorgen

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein Skandinavienhoch könnte für einen kühlen Start in den November 2018 sorgen © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersage-Modell: Hohe Tiefdruckaktivität

Die Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells ist im Grunde dem des amerikanischen sehr ähnlich - mit einem Unterschied.

Das Hochdrucksystem verlagert sich nach Westen und übe Skandinavien kann sich bis zum 24. Oktober ein Tiefdruckgebiet festsetzen. Zum 25. Oktober tropft dieses Tief über das östliche Europa nach Süden ab und leitet über Deutschland, der Schweiz und Österreich eine nördliche Grundströmung ein. Es wird also mit mehr Niederschlag und kühleren Temperaturen zu rechnen sein.

Doch auch nach dieser Vorhersage ist die Dynamik auf dem Atlantik als hoch zu bewerten und so fehlt dem Trog die notwendige Zeit, sich zu festigen. Was folgt ist ein Wechselspiel aus Tiefdrucksystemen und Zwischenhochsequenzen, was sich bis in den November hineinziehen kann.

Der wesentliche Unterschied aber zu den Berechnungen des amerikanischen Vorhersage-Modells ist, dass sich Ende Oktober kein Hochdrucksystem nach Skandinavien ausbilden kann. Das Ganze läuft auf zwei mögliche Entwicklungen hinaus. Entweder eine stürmische Westwetterlage, oder ein neuerlicher Versuch, einen Trog über Mitteleuropa zu initialisieren.

Unbeständiges Herbstwetter

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Unbeständiges Herbstwetter © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Schneeschauer Anfang November wahrscheinlicher als zu warme Temperaturen

Damit folgen die Kontrollläufe dem Wettertrend der letzten Tage. Ab dem 23. Oktober sinken die Werte markant um etwa 8 Grad ab und pendeln sich bis zum November auf einen mittleren Wert ein, welcher gegenüber dem vieljährigen Mittelwert um 2 bis 4 Grad zu kalt ausfallen kann.

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Die Temperatur in ca. 1.500 Meter Höhe liegt im Mittel bei 0 Grad, was Schnee- und Graupelschauer bis auf mittlere Lagen möglich machen kann. Das Temperaturspektrum erstreckt sich am 27. Oktober zwischen +5 bis +12 Grad (Mittelwert: +9 Grad) und am 1. November zwischen +3 bis +18 Grad (Mittelwert: +8 Grad). Zum Vergleich: aktuell liegt der Mittelwert bei +22 Grad.

Niederschlagsneigung erhöht

Mit dem markanten Temperaturrückgang berechnen die Kontrollläufe in ihrem Wettertrend auch eine ansteigende Niederschlagsaktivität ab dem 23. Oktober, welche sich bis in den November hineinziehen kann.

Diagramm Temperaturen November 2018 vom 17.10.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodelle: Wettertrend geht in die zu warme Richtung

Der November hat gute Chancen normal, bzw. zu kalt zu starten. Das wird sowohl von den Prognose-Modellen, als auch von den Kontrollläufen so gestützt. Das Langfristmodell der NASA und auch das europäische Modell unterstützen die These, dass das Wetter im November 2018 normal bis leicht zu kalt ausfallen kann (Abweichung -1 bis +1 Grad).

Die Langfristprognose des CFSv2 Modells berechnet das Wetter im November mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad deutlich zu warm. Da gibt es noch Differenzen, welche aber in den kommenden Tagen vielleicht schon frühzeitig ausgeräumt werden können.

Normales Niederschlagsverhalten

Einigkeit herrscht in den Wetterprognosen der Langfristmodelle in Sachen Niederschlagserwartung. Alle Modelle berechnen eine überwiegend normale Niederschlagsentwicklung.

Zusammenfassung:

Vieles deutet darauf hin, dass der November 2018 herbstlich starten könnte. Unter bestimmten Voraussetzungen wären auch Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf mittlere Lagen herab zu diskutieren, Details bleiben noch abzuwarten. Für eine Verhinderung einer herbstlich nasskalten Witterung könnte das Hochdrucksystem sorgen. Positioniert es sich wider Erwarten nicht auf dem Atlantik (Blockadehoch), oder über Skandinavien (beides gestörte Zirkulationen), so steigt die Wahrscheinlichkeit eines Hochdrucksystem über Mitteleuropa, was die trockene Witterung in den November hineintragen könnte. Danach sieht es aber zum aktuellen Stand nicht aus.

Was die Langfristmodelle für den Winter 2018/19 berechnet, haben wir gestern beschrieben.

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