Nach Abzug der Luftmassengrenze am Dienstag/Mittwoch, setzt sich von Westen her ein Hochdrucksystem durch, kann sich aber nicht ganz bis über den Osten durchsetzen. So kommt es etwa östlich der Linie Hamburg - Berchtesgaden bis zum Samstag immer wieder zu leichten Niederschlägen, während westlich der Linie nach teils zäher Nebelauflösung des Öfteren die Sonne zum Vorschein kommen kann. Die Temperaturen pendeln sich auf mäßig milde +10/+15 Grad ein und können - je nach Sonnenscheindauer - auch etwas darüber oder darunter liegen.

Bis Ende Oktober ändert sich daran kaum etwas. So können über dem Osten die Niederschläge am 30./31. Oktober zeitweise auch etwas an Intensität zunehmen, sonst bleibt es bei einer Grundströmung aus nordwestlichen Richtungen weitegehend trocken und lösen sich die zähen Nebelfelder auf, so ist vielfach mit Sonnenschein zu rechnen. Die Temperaturen erreichen verbreitet +10/+15 Grad und können über dem Westen örtlich auch bis +17 Grad ansteigen.

Anfang November zeigt sich nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells die Großwetterlage in der Gestalt, als dass sich über Skandinavien ein Tiefdrucksystem positionieren kann, während im Bereich England, Deutschland, Spanien, Frankreich und der Mittelmeerregion ein relativ weitläufiges Hochdrucksystem Stellung beziehen kann. Zwischen Neufundland und Island warten bereits zwei weitere Tiefdrucksysteme, um ihren Weg nach Osten in Richtung Skandinavien anzutreten, gleichzeitig strebt das Azorenhoch aber gen Norden in Richtung Grönland/Island auf. In Folge daraus können sich zwei unterschiedliche Wetterentwicklungen ergeben.

Das amerikanische Wettermodell berechnet bis zum 3. November einen Abbau des Hochdrucksystems über Mittel- und Westeuropa, während das Hochdrucksystem auf dem Atlantik zwischen den Azoren und Island seine Position behaupten kann. Im Verbund mit dem Tiefdrucksystem über dem skandinavischen Raum kann das Zirkulationsmuster meridionalisieren und einen Trogansatz über Mitteleuropa ausbilden. In Folge dessen können mit einer nördlichen Grundströmung kühlere Luftmassen über Skandinavien nach Süden geführt werden, welche unter günstigen Voraussetzungen auch Deutschland, Österreich und die Schweiz erreichen können. Wie kalt kann es werden? Simuliert werden bspw. am 3. November Tageshöchstwerte, welche im Bereich zwischen +5/+10 Grad liegen können.

Eine weitere Variante ergibt sich aus dieser Konstellation, wenn über der Mittelmeerregion ein Tiefdrucksystem initialisiert werden kann, welches den Trogansatz weiter nach Süden führt und letztlich zu einem Trog Mitteleuropa führen kann. In Folge dessen wäre der Wettercharakter als unbeständig und mit der Zufuhr weiterer kühlen Luftmassen aus nördlichen Richtungen als kälter zu bezeichnen, so dass die Schneefallgrenze bis auf mittlere Lagen hin absinken könnte.

Eine dritte - und gänzlich andere - Variante berechnet das europäische Wettermodell, bei der sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa/westl. Europa nach Osten verlagert, während zeitgleich sich das Hochdrucksystem von den Azoren in Richtung Grönland auf dem Atlantik aufwölben kann. Im Unterschied zu den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, kann sich kein Tiefdrucksystem über Skandinavien positionieren, stattdessen liegt der Tiefdruckschwerpunkt im Bereich zwischen Skandinavien, England und Westeuropa weiter westlich, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz Anfang November in eine relativ warme Südanströmung gelangen können (Vorderseitenwetter).

Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? In den letzten Tagen zeichnete sich ein kühler bis nasskalter Witterungstrend Anfang November ab, welcher ab den mittleren Lagen durchaus die eine oder andere Schneeflocke hätte bringen können. Daran hat sich heute etwas verändert. Das Temperaturniveau liegt nach den Kontrollläufen mit seinem Mittelwert Anfang November zwar noch immer unter dem Jahreszeit-typischen Wert - gegenüber den Vortagen ist das Niveau aber um ca. 2-3 Grad angestiegen. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 3. November zwischen +0/+16 Grad bei einem Mittelwert von +6 Grad über dem Osten, sonst zwischen +7/+8 Grad. Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+6) / normal (+7/+13) / zu warm (>+14) gegenüber den gestrigen Werten, so liegen diese am 29. Oktober bei 10/75/15 (gestern: 20/60/20) und am 3. November bei 55/35/10 (gestern: 65/25/10) und weisen weiterhin eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine normale bis zu kühle Temperaturtendenz Anfang November auf. Betrachtet man die Varianten, welche ab mittleren Lagen für etwas Schnee sorgen könnten, so liegt die Wahrscheinlichkeit zwischen 15-20 Prozent. Mit anderen Worten ist ein nasskalter bis mäßig milder Start in den November - zum heutigen Stand - die wahrscheinlichere Variante. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Herbst Winter 2016/17.

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