Wetter Mai 2021 Wetterprognose vom 18.04.2021 - Der winterliche Polarwirbel zerfällt und ermöglicht weitere Kaltluftvorstöße

Durchwachsenes aber mildes Maiwetter?
Durchwachsenes aber mildes Maiwetter?

Die Komplexität der kommenden Großwetterlage bleibt bis in den Mai hinein auf einem hohen Niveau, was - trotz eines klaren Wettertrends - zu weiteren Unsicherheiten führt. Auch ein weiterer Kaltluftvorstoß bleibt nicht auszuschließen.

Frühlingshaft mild. In den kommenden Tagen wird es bis zur Wochenmitte wärmer und verbreitet können mit +12 bis +17 Grad frühlingshaft milde Werte erreicht werden. Dazu gibt es bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken gelegentliche Schauer.

Spürbar kühler

Details bleiben abzuwarten, doch ab der Wochenmitte trogt ein Tiefdrucksystem von Skandinavien nach Süden aus und streift den Osten von Deutschland. Die Temperaturen gehen über dem Osten auf +6 bis +10 Grad zurück und können sich über dem Westen auf +10 bis +15 Grad einpendeln. Nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells geht der Trog etwas westlicher nieder, was die Temperaturen auch über dem Westen mit +8 bis +12 Grad spürbar zurückgehen lassen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter April.

Ein Tief über Skandinavien trogt aber der Wochenmitte nach Süden aus und streift den Osten von Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Tief über Skandinavien trogt aber der Wochenmitte nach Süden aus und streift den Osten von Deutschland
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Wie wird das Wetter im Mai 2021?

Der nächste Dämpfer zeichnet sich für den Frühling ab. Ob der Frühling bis in den Mai hinein an nachhaltiger Substanz gewinnen kann, hängt davon ab, wie sich das Hoch in der oben dargestellten Wetterkarte entwickeln kann. Ein paar hundert Kilometer nach Osten bedeutet den Frühling, während ein Abrücken nach Westen das unterkühlte Aprilwetter bis in den Mai hinein fortsetzen kann.

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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Es bleibt kühl

Immer wieder deutet die Wetterprognose der Europäer in den letzten Tagen eine Entwicklung an, die den Durchbruch des Frühlings bis in den Mai hinein verzögern könnte.

Hochdruckblockade auf dem Atlantik

Das Hoch strebt auf dem Atlantik im Zeitraum vom 25. bis 27. April nach Norden auf und geht eine Verbindung mit einem Hoch über Kanada ein. Der aktive Teil des Polarwirbels wird nach Osten gedrängt (Displacement) und befindet sich mit seinem Aktivitätszentrum zwischen der Karasee und Barentssee.

Displacement innerhalb des Polarwirbels führt kalte Luftmassen nach Deutschland

Infolge der Kombination der Wettersysteme dreht die Grundströmung vom 26. bis 28. April auf nördliche Richtungen und initialisiert über der westlichen Mittelmeerregion ein Tiefdrucksystem, was für die Kaltluftmassen wie ein Ansaugmotor agiert.

Die Temperaturen gehen über Deutschland auf +6 bis +12 Grad zurück und bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken sind gelegentliche Regenschauer möglich. In den Nächten kann wieder mit leichtem Frost gerechnet werden.

Das Hoch keilt über dem Atlantik nach Norden auf (li.) und führt innerhalb des Polarwirbels zu einer Verschiebung  (Displacement), was den Kaltluftzustrom über Deutschland aufrecht erhält
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Das Hoch keilt über dem Atlantik nach Norden auf (li.) und führt innerhalb des Polarwirbels zu einer Verschiebung (Displacement), was den Kaltluftzustrom über Deutschland aufrechterhält
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Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Der Frühling startet durch

Wie sehr das Wetter im Mai vom Verhalten des Hochdrucksystems abhängig ist, wird nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells klar.

Das Hoch strebt bis zum 26. April nach Norden auf und bildet von Grönland über England bis über die Mittelmeerregion eine Hochdruckachse aus.

Hochdruckachse kippt

Vom 27. bis 29. April reißt die Hochdruckachse in Richtung der Mittelmeerregion kurzzeitig ab und das Hoch formiert sich zwischen Grönland, Island und Skandinavien in autarker Formation. Am südlichen Gradienten des Hochdrucksystems bilden sich Tiefdrucksysteme aus und führen auf ihrer Vorderseite milde Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Temperaturen erreichen am Ende der kommenden Woche +15 bis +20 Grad und können bis zum 1. Mai über der Süd- und Westhälfte auf +17 bis +23 Grad ansteigen. Kühler bleibt es - aufgrund der durch das Hoch ausgelösten Ostströmung - mit +6 bis +12 Grad über dem Norden und Osten.

Frühsommerlich warm

Im Zeitraum vom 1. bis 3. Mai bildet das Hoch eine Hochdruckzone aus, die von Grönland bis weit über das westliche Russland reichen und dabei eine erneute Hochdruckzone bis über die Mittelmeerregion ausbilden kann. Die Hochdruckzone schließt in diesem Prozess ein Tiefdrucksystem ein, das über dem westlichen Europa - zwischen England, Spanien und Frankreich - sein Unwesen treibt, jedoch auf seiner Vorderseite warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann.

Die Temperaturen steigen bei einem wechselhaften Wettercharakter bis zum 3. Mai auf +17 bis +23 Grad an und über den östlichen Landesteilen kann das Erreichen der +25 Grad-Marke nicht ausgeschlossen werden. Generell steigt nach dieser Wetterprognose die Neigung zu Gewittern an.

Das Hoch dehnt sich zwischen der Mittelmeerregion und Grönland aus (li.) und hält sich in dieser Formation bis in den Mai hinein (re.)
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Das Hoch dehnt sich zwischen der Mittelmeerregion und Grönland aus (li.) und hält sich in dieser Formation bis in den Mai hinein (re.)
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Auf den Punkt gebracht: keine Westwetterlage

Die Großwetterlage wird bis in den Mai hinein nicht in eine Westwetterlage (zonale Struktur) kippen können. Stattdessen wird sich ein meridionales Strömungsmuster ausbilden, was über Deutschland entweder zu einer kühlen Nord-Süd, oder zu einer warmen Süd-Nord-Strömung führen wird. Die alleinige Position des Hochdrucksystems ist dafür verantwortlich.

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Wird es noch einmal kalt?

Die Kontrollläufe sind klar strukturiert und im Vergleich dazu fällt die Wetterprognose des europäischen Wettermodells zu kalt und die Wettervorhersage der Amerikaner zu warm aus. Die Wahrheit wird dazwischenliegen. Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 liegt das Temperaturniveau über dem Süden, Westen und Osten vom 20. April bis 4. Mai in einem Bereich, der für die Jahreszeit um +1 bis +2 Grad zu warm ist. Über dem Norden bestätigt sich eine normale Temperaturentwicklung.

Unbeständiges Wetter

Trotz der Hochdruckdominanz gelingt es den Schauern immer wieder Deutschland zu erreichen und bei wechselnder Bewölkung für eine leicht erhöhte Niederschlagstätigkeit zu sorgen. Flächendeckender und ergiebiger Landregen ist in den Kontrollläufen bis in den Mai hinein nicht zu erkennen. Im Schnitt fällt der Zeitraum vom 20. April bis 4. Mai gegenüber dem Sollwert zu trocken aus.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
24. April +6 bis
+20 Grad
+14 bis
+16 Grad
28. April +8 bis
+23 Grad
+13 bis
+15 Grad
3. Mai +8 bis
+25 Grad
+13 bis
+15 Grad
Diagramm Temperaturen Mai 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Der Polarwirbel

Es ist üblich, dass der winterliche Polarwirbel Ende April und Anfang Mai sein Finale findet und erst im Herbst wieder zum Vorschein kommen wird. Exakt dieser Prozess der Instabilität aber ermöglicht es den kalten Luftmassen nach Süden auszuströmen, was nicht selten zu den Eisheiligen im Mai nochmals der Fall ist. In diesem Jahr jedenfalls sind die Bedingungen mit dem meridionalen Strömungsmuster günstig und egal, wie wahrscheinlich der Wettertrend in Richtung Frühling gehen wird, mit einem meridionalen oder gestörten Zirkulationsmuster sollte man Kaltluftvorstöße aus nördlichen oder östlichen Richtungen immer in Betracht ziehen.

Deutlicher zeigt sich das im Mittelwert aller Kontrollläufe bis zum 4. Mai. Während sich über Mitteleuropa eine milde bis warme Südwestströmung aufbauen kann, drück das Hoch über Kanada den Rest des Polarwirbels in Richtung der Kara- und Barentssee.

Ein Kaltluftvorstoß bleibt bis in den Mai hinein in Betracht zu ziehen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Ein Kaltluftvorstoß bleibt bis in den Mai hinein in Betracht zu ziehen
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Wettertrend Mai nach dem Langfristmodell

Das Wetter im Mai 2021 wird im Wettertrend des Langfrostmodells im Vergleich zum Mittelwert von 1961 und 1990 um +1 bis +2 Grad zu warm simuliert (91/20: +0 bis +1 Grad). Die Niederschlagsprognose entspricht dem vieljährigen Sollwert und kann im Trend leicht zu trocken ausfallen. Anders formuliert: unbeständiges und mildes Maiwetter.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,38 +0,87 -0,28 647 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten im Mai

Statistische Wetterwerte für Mai

  • Das Wetter ist bekannt dafür, dass es wechselhaft ist und mit zunehmend warmen Temperaturen für Wachstumswetter sorgen kann.
  • Ruhiges Wetter zum Beginn des Monats
  • Sehr häufig wechselhaftes und kühles Wetter im Zeitraum zwischen dem 8. und 18. Mai (Eisheilige)
  • Warmes Hochdruckwetter zumeist zwischen dem 18. und 28. Mai
  • Erste Sommertage sind in der letzten Dekade häufiger

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