Mit einem Hochdrucksystem westlich von Europa und einem Tief über Skandinavien werden in den kommenden Tagen wieder kältere Luftmassen nach Deutschland geführt und können das Wetter bis einschließlich Freitag größtenteils beeinflussen. Niederschläge sind auch zu erwarten und insbesondere südlich der Linie Stuttgart - Nürnberg sind bis einschließlich Freitag mit 15-30 l/m², örtlich bis 60 l/m² die meisten Niederschläge zu erwarten, sonst sind mit 4-15 l/m², örtlich bis 20 l/m² geringere Niederschlagsmengen möglich. Da die Temperaturen auf Werte zwischen +2/+10 Grad, örtlich bis +12 Grad zurückgehen können, sinkt die Schneefallgrenze auf 500-1.000 Meter ab, was in den höheren Lagen und in den Alpen für einiges an Neuschnee sorgen kann.

Die Großwetterlage verändert sich bis Anfang Mai

Beide Wettermodelle stützen seit einigen Tagen eine Variante der Entwicklung der Großwetterlage, bei der sich Ende April und Anfang Mai über Skandinavien ein Hochdrucksystem aufbauen kann. Das würde die Großwetterlage für Mitteleuropa nachhaltig mit beeinflussen können. Die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik werden durch das Hochdrucksystem am Weiterkommen nach Osten blockiert und es entsteht die Chance, dass Deutschland, die Schweiz und auch Österreich auf die wärmere Vorderseite der Tiefdrucksysteme gelangen können. Mit anderen Worten wäre ein Temperaturanstieg Anfang Mai bei einem leicht unbeständigen Wettercharakter durchaus wahrscheinlich.

Die aktuellen Berechnungen der Wettermodelle stützen erneut ein Hochdrucksystem über Skandinavien, welches nach dem europäischen Wettermodell bis zum 3. Mai einen Kerndruck von bis zu 1040 hPa erreichen kann (amerik. Wettermodell: 1035 hPa). Mit anderen Worten: es wird zunehmend wahrscheinlicher, dass Anfang Mai sich ein kräftiges Skandinavienhoch entwickeln kann.
Welches Wetter wäre zu erwarten? Bei einem Skandinavienhoch gibt es drei wesentliche Varianten in der Wetterentwicklung.

  • In der ersten Variante dehnt das Hoch seine Achse in Richtung Mittelmeerregion aus und blockiert die atlantische Frontalzone vollständig. In Folge daraus gelangt Deutschland in den Zustrom sehr warmer Luftmassen aus südlichen Richtungen.
  • In der zweiten Variante liegt das Hochdrucksystem autark und in runder Formation über Skandinavien, was über Mitteleuropa zu einer gemäßigt milden Ostströmung führen kann. Ob es trocken bleibt, hängt ganz davon ab, wie weit nach Norden oder Süden sich das Hochdruckgebiet verlagert. Liegt es weiter über dem Norden, so besteht die "Gefahr", dass die atlantische Frontalzone das Hoch "unterwandert", was einiges an Regen zur Folge hätte. Liegt es hingegen südlicher, so bleibt es über Deutschland trocken.
  • Die dritte Variante ist eine Verlagerung des Hochdrucksystem nach Westen in Richtung Island und Grönland. Diese Variante lässt sich der Wiederholungsneigung zuschreiben und würde noch in den ersten Mai-Tagen mit einer nördlichen Grundströmung wieder kühlere Luftmassen nach Mitteleuropa führen können.

Wie wird das Wetter am 1. Mai 2017?

Trotz eines Skandinavienhochs bleibt die Variantenvielfalt erhalten - doch welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe stützen bereits seit mehreren Tagen einen spürbaren Temperaturanstieg im Zeitraum vom 29. April bis 4. Mai. Und dennoch: der Mittelwert nähert sich in diesem Zeitraum gerade einmal seinem Jahreszeit-typischen Mittelwert und das unterstreicht einmal mehr, wie kalt es gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert aktuell ist (3 bis 9 Grad zu kalt). Welche Temperaturen wären am verlängerten Wochenende rund um den 1. Mai zu erwarten? Das Spektrum befindet sich am 29. April mit +7/+14 Grad (Mittelwert: +10/+12 Grad), am 1. Mai mit +8/+19 Grad (Mittelwert: +13/+15 Grad) und am 3. Mai mit +9/+23 Grad (Mittelwert: +17/+18 Grad) in einem klaren Aufwärtstrend, was sich durch das nachfolgende Diagramm der Verhältnisse von zu kalt / normal /zu warm verdeutlichen lässt:
Diagramm Temperaturen Mai vom 24. April 2017

Zusammengefasst: zum verlängerten Wochenende rund um den 1. Mai zeigt sich ein positiver Temperaturtrend, welcher sich aber gegenüber dem langjährigen Mittelwert gerade einmal normalisiert. Man darf also nicht allzu viel erwarten und hinsichtlich der Niederschlagsentwicklung berechnen die Kontrollläufe eine schwache Niederschlagsneigung, welche nach Westen und Nordwesten ansteigen kann. Ob sich im ersten Mai-Drittel noch die Eisheiligen mit kälteren Temperaturen durchsetzen können, oder ob es dem Frühling nun gelingen mag eine nachhaltig wärmere Temperaturperiode herbeizuführen, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Frühling und Sommer.

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